15.02.2021, 17.25 Uhr

Impfstoff-Nebenwirkung bei AstraZeneca: Geimpfte krank nach Covid-19-Impfung in Schweden und Deutschland

Zwei schwedische Provinzen haben die Impfungen von Pflegekräften mit dem AstraZeneca-Vakzin gestoppt, nachdem bei ihnen Nebenwirkungen aufgetreten waren. Ähnliche Fälle ereigneten sich jüngst auch in Emden in Deutschland.

Wegen Nebenwirkungen haben zwei schwedische Provinzen die Astrazeneca-Impfungen gestoppt. Bild: dpa

Der Corona-Impfstoff gilt aktuell als wichtigste Waffe im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Und dennoch ist die Unsicherheit beim Thema Impfen noch immer groß. Wenig hilfreich dürften da jüngste Berichte aus Schweden sein. Wie aktuell unter anderem das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet, wurde die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca in zwei schwedischen Provinzen vorübergehend eingestellt. Der Grund: Mindestens 100 von 400 Geimpften hatten nach der Corona-Impfung über Nebenwirkungen geklagt. Ein ähnlicher Fall wurde jüngst auch in einer Klinik in Emden in Deutschland dokumentiert.

Coronavirus-Imfpsoff-News: Schwedische Regionen stoppen Corona-Impfung mit AstraZeneca

Dem Bericht nach wurden am vergangenen Donnerstag sowohl in Sörmland wie in Gävleborg jeweils 400 Angestellte des Gesundheitswesens mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens geimpft. Rund ein Viertel der Geimpften hätte anschließend über Krankheitssymptome geklagt, heißt es. Der schwedische öffentlich-rechtliche Sender SVT berichtete anschließend von Nebenwirkungen, insbesondere Fieber, bei 100 Geimpften. Im Kullbergska-Krankenhaus in Katrineholm und im Krankenhaus von Nyköping herrschte kurzzeitig akuter Personalnotstand, da sich viele der Geimpften arbeitsunfähig schreiben ließen.

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Fieber, Schüttelfrost und Co. - Geimpfte klagten über Nebenwirkungen

"Wir stoppen die Verabreichung bis auf weiteres, um das zu Ganze zu untersuchen, und um Personalmangel zu verhindern", kommentierte Magnus Johansson, Arzneimittelverantwortlicher für die schwedische Region Sörmland. In Sörmland wolle man die Vorfälle nun genauer untersuchen, heißt es. Neben Fieber, klagten die Geimpften auch über Schüttelfrost und Gliederschmerzen.

Unternehmen künftig weitere Untersuchungen an, gibt aber dennoch Entwarnung

Die nationale Medikamentenbehörde und der Hersteller werden nun weitere Prüfungen vornehmen. Man stehe bereits in engem Austausch mit den betroffenen Regionen, teilte das UnternehmenAstraZeneca mit. Es gebe allerdings keinen Grund zur Sorge. "Wir nehmen alles, was mit der Sicherheit des Impfstoffs zu tun hat, sehr ernst", versicherte Andreas Heddini, medizinischer Chef von AstraZeneca in Nordeuropa, dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Sender SVT. "Es sieht so aus, als sei der Anteil der Nebenwirkungen höher gewesen als von uns erwartet. In unseren Studien haben wir etwa 10 Prozent mit Nebenwirkungen dieser Ausprägung gesehen. Wir nehmen das sehr ernst."

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AstraZeneca-Impfstoff: Bislang keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt

Der AstraZeneca-Impfstoff sei bereits vielen Millionen Menschen weltweit problemlos verabreicht worden und auch in den klinischen Studien habe man keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt, erklärte er weiter. Wie Schwedens öffentlich-rechtliches Fernsehen SVT weiter berichtet, erwägten weitere Regionen wie die Provinz Jönköping ähnliche Maßnahmen. Auch hier kam es Berichten zufolge zu einer "überraschenden" Anzahl an Nebenwirkungen nach der Verabreichung des AstraZeneca-Vakzins.

Fieber und Übelkeit nach Astrazeneca-Impfung: Emdener Klinik-Mitarbeiter fallen aus

Auch in Deutschland habe es mehrere Fälle dieser Art gegeben. Wie "Nordwestzeitung" berichtet, sind in Emden mehrere Krankenhausmitarbeiter nach ihrer Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Wirkstoff aufgrund von starken Nebenwirkungen nicht mehr arbeitsfähig. Die Klinik muss nun den Impfplan umstellen - und bangt um die Impfbereitschaft der Mitarbeiter. Laut "Nordwestzeitung" hätten die Impflinge unter starken Kopfschmerzen, Fieber sowie Übelkeit gelitten.

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sba/hos/news.de

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