13.01.2021, 08.00 Uhr

Corona-Mutationen in Deutschland: Darum sind die neuen Virus-Varianten so gefährlich

Die neuen Varianten des Coronavirus machen Experten nervös. Auch Kanzlerin Angela Merkel warnte am Dienstag eindringlich von der Corona-Mutation. Was die Briten- und Südafrika-Variante des Coronavirus so gefährlich macht, das erfahren Sie hier.

Zwei Coronavirus-Mutationen grassieren aktuell in Deutschland. Bild: AdobeStock/Josh

Nicht nur Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich zuletzt besorgt über die Corona-Mutationen aus Südafrika und Großbritannien. Auch Forscher warnen vor den neuen Virus-Varianten, die jüngst auch in Deutschland entdeckt wurden. Das Problem: Die Mutationen gelten als besonders ansteckend.

Coronavirus-News: Merkel warnt eindringlich vor Corona-Mutationen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Dienstag eindringlich dazu aufgerufen, alles zur Eindämmung der in Großbritannien aufgetauchten veränderten Variante des Coronavirus zu tun. Das Virus könne in sehr kurzer Zeit "die Führerschaft gegenüber dem alten Virus" übernehmen, sagte Merkel nach Angaben mehrerer Sitzungsteilnehmer in der ersten Online-Sitzung der Unionsfraktion nach der Winterpause. Man müsse mit einer ganz anderen Aggressivität dieses Virustyps rechnen. Das Auftreten der Mutation sei sehr beunruhigend.

Neue Coronavirus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika in Deutschland nachgewiesen

Bereits seit Mitte November soll die britische Variante bereits in Deutschland sein. Bislang wurde die Briten-Mutation unter anderem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Sachsen nachgewiesen werden. Am Dienstag meldete das Sozialministerium Baden-Württemberg in Stuttgart, dass die Südafrika-Variante bei einer erkrankten Person aus dem Zollernalbkreis nachgewiesen wurde. Wie gefährlich die Corona-Mutationen wirklich sind, das verriet ein Experte jetzt im Gespräch mit "Bild".

Ansteckung, Verlauf und Co. - Wie gefährlich sind die Corona-Mutationen?

Laut Virologe Prof. Bernhard Fleckenstein gilt die Coronavirus-Variante B1.1.7 aus Großbritannien als besonders gefährlich. Zwar werden dadurch keine schwereren Verläufe ausgelöst, allerdings gilt die Variante als "ansteckender" und "kann sich schneller verbreiten", so der Experte. Heißt zusammengefasst: Innerhalb kürzester Zeit erkranken noch mehr Menschen am Virus. Die Gefahr, das Virus schneller in gefährdete Gruppen hineinzutragen, steigt immens, warnt der Virologe. Der britische Premierminister erklärte jüngste sogar, dass die Corona-Mutation um 70 Prozent ansteckender sein könnte. Belegt sind derartige Aussagen bislang nicht. Auch geht man aktuell davon aus, dass die Coronavirus-Variante B1.1.7 mehr Kinder und Jugendliche infiziert.

Virus-Variante aus Südafrika gilt als hochansteckend

Ähnlich gefährlich scheint auch die Virus-Variante aus Südafrika (501.V2), die Mitte Dezember in Kapstadt entdeckt wurde. Laut "Bild" machte sie bis zu 90 Prozent der Neuinfektionen aus. Die Corona-Mutation gilt daher als besonders dominant. Derzeit gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Südafrika-Variante nach Großbritannien getragen wurde und sich dort weiter verändert hat. Genauere Untersuchungen dazu laufen noch.

Was bedeuten die Corona-Mutationen für die Impfstoff-Wirkung?

Die gute Nachricht ist: Bislang gehen Forscher davon aus, dass der Corona-Impfstoff auch gegen die Mutationen wirkt. So hätten Tests die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Briten-Mutation bereits erfolgreich nachgewiesen. "Die Unternehmen konnten im Labor indirekt nachweisen, dass die Antikörper, die durch die Impfung gebildet werden, auch die britische Variante neutralisieren können.", sagt Prof. Fleckenstein im Gespräch mit "Bild". Ob die Corona-Impfung auch gegen das Südafrika-Virus wirkt, werde derzeit überprüft.

Selbst wenn die bislang zugelassenen Impfstoffe von Biontech und Pfizer und von Moderna nicht gegen die Mutation wirken, so könne man diese aufgrund der mRNA-Technologie schnell anpassen, heißt es bei "Bild".

Lesen Sie dazu auch: Nebenwirkungen, Wirksamkeit, Inhaltsstoffe: Alles zur Corona-Impfung!

Analysen zu Coronavirus-Typen sollen verstärkt werden

Angesichts neuer Varianten des Coronavirus sollen Untersuchungen zur Bestimmung des genauen Typs bundesweit verstärkt werden. Labore sollen Ergebnisse sogenannter Sequenzierungen künftig an das Robert Koch-Institut (RKI) übermitteln müssen, wie ein der Deutschen Presse-Agentur vorliegender Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorsieht. Bei solchen Analysen wird das Erbgut des Erregers entziffert und kann dann mit Datenbanken abgeglichen werden. Die Labore sollen dafür eine Vergütung bekommen, die aus dem Bundeshaushalt bezahlt wird.

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sba/bua/news.de/dpa

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