05.11.2020, 11.41 Uhr

Sads-CoV: Neue Pandemie befürchtet! Wissenschaftler entdecken Schweine-Coronavirus

Während in Kanada erstmalig ein Mensch an Schweinegrippe erkrankt ist, warnen Wissenschaftler vor Sads-CoV, einem Schweine-Coronavirus mit hohem Risiko für die globale Gesundheit.

Wissenschaftler entdeckten ein Schweine-Coronavirus. Bild: AdobeStock / littlewolf1989

Während die Ausbreitung des Coronavirus noch nicht gestoppt ist, könnte bereits die nächste Pandemie in den Startlöchern stehen. In Kanada hat sich erstmal sein Mensch mit dem H1N2-Virus infiziert. Die seltene Form der Schweinegrippe trat laut Angaben der kanadischen Gesundheitsbehörde bereits Mitte Oktober in der Provinz Alberta auf. Es gebe derzeit keinerlei Anzeichen, dass sich der Krankheitserreger ausgebreitet habe. Daher bestehe "kein erhöhtes Risiko" für die Bevölkerung.

H1N2-Infektion in Kanada gemeldet! Mensch an Schweinegrippe erkrankt

Im Jahr 1980 wurde H1N2 in Japan erstmals in Schweinen nachgewiesen. Bei Untersuchungen stellte man fest, dass es sich bei diesem Virus eine Mutation des H1N1, einem Subtyp der Human-Influenza, handelte. Beim Menschen sind die Krankheitssymptome eher mild. Auch der kanadische Schweinegrippe-Patient habe nur leichte grippeähnliche Symptome gezeigt und sich schnell erholt. Seit 2005 wurden nur 27 Infektionen weltweit mit dem H1N2-Virus gemeldet.

Wissenschaftler entdecken Schweine-Coronavirus! Droht mit Sads-CoV eine weitere Pandemie?

Vor wenigen Wochen entdeckten US-Wissenschaftler ein weiteres Schweinegrippevirus - das Sads-CoV. Die Wissenschaftler derUniversity of North Carolina infizierten Zellkulturen von Affen, Katzen, Schweinen und Menschen mit dem Schweine-Coronavirus und machten eine erschreckende Entdeckung: Das Virus hat das Potenzial auf den Menschen überzuspringen. Die Forscher betonten, dass Sads-CoV ein "potenzielles Hochrisiko-Coronavirus" sei, das "die globale Gesundheit und Wirtschaft beeinträchtigen könnte". 

Chinesische Wissenschaftler warnen vor H1N1

Doch damit nicht genug: Ende Juni 2020 warnten chinesische Wissenschaftler ebenfalls vor einer Variante des Schweinegrippe-Virus, die das Potenzial für eine Pandemie unter Menschen entwickeln könnte. Das berichtet das Team um George Gao vom Chinesischen Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten in Peking im US-Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Die Variante des Influenza-Virus H1N1, das ab 2009 als sogenannte Schweinegrippe zirkulierte, komme vor allem in Schweinen vor, könne aber auch Menschen infizieren, schreibt das Team.

Die Virusvariante G4 EA H1N1 zeige alle Anzeichen als möglicher Auslöser einer Pandemie, mahnen die Wissenschaftler. Untersuchungen in Schweinebetrieben verschiedener chinesischer Provinzen hatten ergeben, dass diese Variante seit 2016 unter den Tieren vorherrscht. Zudem hatte etwa jeder zehnte von 338 untersuchten Beschäftigen in der Schweinehaltung im Blut Antikörper gegen den Erreger. Menschen könnten also grundsätzlich infiziert werden, folgert das Team.

Potenziell gefährliche Viren unter Beobachtung

Die Forscher haben die Sorge, dass sich das Virus besser an den Menschen anpassen und sich dann vermehrt ausbreiten könnte. Zudem biete eine Immunität gegen anderen Grippe-Erreger keinen Schutz gegen diesen Genotypen. Die Wissenschaftler empfehlen daher dringend, seine Verbreitung bei Schweinen und Menschen engmaschig zu kontrollieren. Schweine gelten als wichtige Überträger von Influenza-Viren, weil sie sich mit Influenza-Viren sowohl von Vögeln als auch von Menschen anstecken können. Das als H1N1 bekannte Schweinegrippe-Virus hatte im Jahr 2009 Ängste vor einer globalen Pandemie ausgelöst, wurde aber schnell unter Kontrolle gebracht.

"Wir sind derzeit zu Recht mit dem Coronavirus abgelenkt", sagte der an der Studie beteiligte Veterinärmediziner Kin-Chow Chang von der Universität Nottingham am Dienstag der BBC. "Aber wir dürfen neue potenziell gefährliche Viren nicht aus den Augen verlieren".

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bua/sig/news.de/dpa

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