16.07.2020, 07.45 Uhr

Madeleine McCann aktuell: Werden die Ermittlungen gegen Christian B. bald fallen gelassen? 

Schlechte Nachrichten im Fall Madeleine McCann. Wie Polizei jetzt mitteilte, könnten die Ermittlungen gegen den Maddie-Verdächtigen Christian B. schon bald eingestellt werden. Bislang liegen den Ermittlern keine stichhaltigen Beweise gegen den Deutschen vor.

Im Fall Madeleine McCann gibt es aktuell keine neue Spur. Bild: dpa

Plötzliche Wendung im Fall der vermissten Madeleine McCann. Wie aktuell mehrere britische Medien übereinstimmend berichten, könnten die Ermittlungen gegen dem im Fall Maddie verdächtigen Deutschen Christian B. schon bald eingestellt werden. Wie die Polizei nun selbst bekannt gab, wolle sie in den nächsten Wochen darüber entscheiden, wie und ob die Ermittlungen gegen den Verdächtigen weitergehen. Hinzu kommt die Tatsache, dass der vorbestrafte Sexualstraftäter schon bald auf freiem Fuß sein könnte.

Madeleine McCann News: Ermittlungen gegen Christian B. könnten bald eingestellt werden

Wie die britische "The Sun" unter Berufung auf den leitenden Staatsanwalt Christian Wolters berichtet, warnte er sein Team davor, den Fall "unnötig in die Länge zu ziehen". Weiter sagte er, dass man irgendwann einen "Schlussstrich unter die Ermittlungen ziehen" müsse. Zudem soll am Donnerstag darüber entschieden werden, ob Christian B. vorzeitig aus der Haft entlassen wird oder nicht.

Wird der Verdächtige im Fall Maddie vorzeitig aus der Haft entlassen?

Der heute 43-jährige Serien-Sexualstraftäter sitzt zurzeit in Kiel eine Strafe ab, die 2011 das Amtsgericht Niebüll gegen ihn verhängte. Dabei ging es um den Handel mit Drogen. Parallel ist gegen ihn wegen Vergewaltigungsvorwürfen eine Untersuchungshaft angeordnet. Zuletzt verurteilte ihn das Landgericht Braunschweig am 16. Dezember 2019 wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft. Er hatte 2005, rund eineinhalb Jahre vor Maddies Verschwinden, in Praia da Luz eine damals 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Revision liegt beim Bundesgerichtshof.

Die meisten Rechtsexperten in Deutschland glauben jedoch nicht, dass B. vorzeitig freigelassen wird, während die Untersuchung des Verschwindens von Madeleine an Dynamik gewinnt.

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Ermittler haben nicht genug Beweise, um Christian B. im Fall Maddie McCann anzuklagen

Ob die Ermittler genug Beweise finden, um Christian B. auch im Fall der im Jahr 2007 verschwundenen Maddie anzuklagen, bleibt abzuwarten. "Natürlich haben wir ein Interesse daran, unseren Verdächtigen in Haft zu behalten", erklärte der Braunschweiger Staatsanwalt Wolters im Gespräch mit der "The Sun". Bislang liegen der Polizei jedoch keine stichhaltigen Beweise vor, die Christian B. mit dem Verschwinden Madeleine McCanns in Verbindung bringen.

Suche nach Leiche in Brunnen brachte keine neuen Erkenntnisse

Auch eine vor wenigen Tagen anberaumte Suche in mehreren Brunnen in der Nähe von Praia da Luz, dem Ort, an dem die kleine Maddie im Jahr 2007 spurlos verschwunden war, brachte keine neuen Ergebnisse. Am Samstag war berichtet worden, dass die portugiesische Polizei mehrere Brunnen nach Maddies Leiche durchsucht habe. Leider ohne jeden Erfolg. Mittlerweile ist auch klar, dass die Brunnen-Durchsuchung nicht von den deutschen Ermittlern eingeleitet wurde. "Die Aktion muss auf portugiesischen Ermittlungen beruhen. Wir haben sie weder eingeleitet, noch haben wir von portugiesischer Seite etwas darüber gehört", sagte Christian Wolters. Weiter stellte er klar: "Um unnötige Spekulationen zu vermeiden, werden wir keine Zwischenergebnisse mehr veröffentlichen."

Portugiesische Polizei plant weitere Brunnen-Durchsuchungen in Portugal

Währenddessen sollen in Portugal bis zu 20 weitere Brunnen und unterirdische Schächte in den kommenden Tagen untersucht werden, heißt es seitens der portugiesischen Medien. Madeleine McCann verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Ferienwohnung im portugiesischen Praia da Luz. Christian B., der damals 30 Jahre alt war, soll sich in der Zeit regelmäßig in der Gegend an der Algarve herumgetrieben haben. Die Ermittlungen im weltweit für Schlagzeilen sorgenden Vermisstenfall dauern weiter an.

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sba/fka/news.de

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