18.04.2020, 07.20 Uhr

Tipps in der Coronakrise: Völlig ungeeignet! DIESES Material taugt nicht für Mundmasken

Bislang blieb Deutschland die Maskenpflicht in der Coronakrise erspart. Empfohlen wird das Tragen von Behelfsmasken aber ausdrücklich. In Bayern gilt sogar ein Maskengebot. Beim Nähen der Masken sollten Sie jedoch auf die richtige Auswahl des Materials achten.

Nicht jedes Material ist als Maske geeignet. Bild: AdobeStock/ alexanderuhrin

Voller Spannung wurden am Mittwoch die Beschlüsse vom Corona-Gipfel erwartet. Welche Lockerungen es nach dem bisherigen Stichtag 19. April 2020 geben wird, verkündete Angela Merkel am Nachmittag in ihrer Rede.

Corona-News aktuell: Diese Lockerungen hat die Regierung beschlossen

Die Lockerungen sind äußerst zurückhaltend gewählt. Zu groß ist die Angst von Bundes- und Landesregierungen vor einem erneuten rasanten Anstieg der Zahl der Corona-Infizierten. Man darf gespannt sein, wie das bei den Bürgern ankommt - nochmals mindestens zwei Wochen ohne Freunde und Verwandte außerhalb des Hausstandes, ohne Tagesausflüge oder Kurztrips, ohne Kneipenbesuch. Und viele Eltern müssen sich weiter zu Hause um ihre Kinder kümmern, denn erst ab Anfang Mai geht es wieder richtig mit dem Schulunterricht los.

Corona-News aktuell: Weiterhin keine Maskenpflicht in Deutschland

Eine Maskenpflicht hat die Regierung noch immer nicht erlassen, aber die "dringende Empfehlung", sogenannte Alltagsmasken im Nahverkehr und beim Einkaufen zu tragen. Eine Mund-Nasen-Maske dient vor allem dem Schutz anderer Menschen, weil das Material vor Mund und Nase Tröpfchen beim Sprechen, Niesen oder Husten auffängt. Vor einer Ansteckung des Trägers mit dem Virus schützen sie aber eher nicht.

Es komme auch auf die Art und Weise an, wie die Maske getragen werde, betonte Bernd Salzberger, Infektiologe am Universitätsklinikum Regensburg. Der Stoff müsse Mund und Nase bedecken. Beim An- und Ausziehen sei darauf zu achten, dass das Sekret nicht über die Hände verteilt werde.

Behelfsmasken selber machen: So werden die Mund-Nase-Masken am besten gepflegt

Eine selbst hergestellte Maske könne problemlos öfter getragen werden, sagte Salzberger. Um sie zu reinigen, reiche es aus, die Maske bei 60 Grad zu waschen oder sie zu bügeln. Auch Merkel wies darauf hin, wie wichtig eine sachgerechte Behandlung der Masken sei. Nach Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte sollte der Stoff möglichst eng gewebt sein. Das Einhalten von Hygiene-Standards oder Abstandsregeln ersetzt eine Maske nach Meinung der Experten jedoch keinesfalls.

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist zudem darauf hin, dass medizinische Atemschutzmasken dem Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen vorbehalten bleiben müssten.

Atemschutzmasken sind in Zeiten der Coronakrise Mangelware

Fehlende Schutzausrüstung und besonders fehlende Masken sind aktuell immer noch eines der drängendsten Probleme in vielen Kliniken. Für Deutschland bestehe über alle Varianten von einfachen Alltagsmasken bis zu Spezialmasken für medizinisches Personal ein Bedarf von mehreren Milliarden Stück innerhalb von Monaten, hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kürzlich gesagt. In den vergangenen drei Wochen sind laut Bundesgesundheitsministerium über den Bund rund 77 Millionen Schutzmasken beschafft worden und unter anderem an ambulant versorgende Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen verteilt worden.

Die Wissenschafts-Akademie Leopoldina riet, selbsthergestellte Masken, Schals und Tücher zumindest im öffentlichen Leben zur Überbrückung zu nutzen. Die Akademie hatte das Tragen von Mund-Nasen-Schutz empfohlen - in Bildungseinrichtungen und - verpflichtend - auch im öffentlichen Personennahverkehr.

Auch das RKI teilte mit, das Tragen einer Maske im öffentlichen Leben könnte dazu beitragen, die Ausbreitung von Covid-19 in der Bevölkerung zu verlangsamen.

Medizinischem Personal, das direkten Umgang mit Verdachtsfällen und Corona-Patienten hat, bieten simple Masken keinen ausreichenden Schutz. Hier raten Experten zu Masken mit den Schutzstufen FFP-2 oder FFP-3.

Atembehelfsmaske gegen Coronavirus selbst nähen

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie gibt es im Internet Dutzende Anleitungen, wie man sich eine Behelfsmaske selbst nähen kann.Wichtig ist dabei die Wahl des richtigen Materials. Der Stoff sollte unbedingt sehrluftdurchlässig sein, damit man gut atmen kann.

Wahl des Material für selbstgenähte Maske wichtig

Laut einer aktuellen Untersuchung desMax-Planck-Instituts für Chemie in Mainz eignet sich zur Herstellung von Behelfsmasken eine Vielzahl von Materialien aus dem Haushalt. Eine gute Maske muss nicht nur atmungsaktiv sein, sondern auch Tröpfchen effizient abhalten. "Das funktioniert den Ergebnissen zufolge gut mit einem doppellagigen festen Baumwollstoff oder einer Kombination aus Staubsaugerbeutel und Baumwollstoff", schreibt"aponet.de".

Kaffeefilter als Material für selbstgenähte Maske während Coronavirus-Pandemie nicht geeignet

Ein Kaffeefilter wiederum sei keine gute Wahl zur Anfertigung einer Atembehelfsmaske. Dieser halte zwar Tröpfchen gut ab, lasse aber kaum Luft durch."Wir haben festgestellt, dass alle untersuchten Filtermaterialien vor allem große Partikel von fünf Mikrometern und größer sehr effizient abscheiden. Die Effizienz liegt meist bei 90 Prozent und darüber", erklärte Frank Drewnick, der die Forschungsgruppe in der Abteilung Partikelchemie leitet.

Infektiologe lobt Empfehlung der Regierung zum Tragen einer Mund-Nase-Maske

Die Empfehlung von Bund und Ländern, in Bus und Bahn und beim Einkaufen eine Maske zu tragen, nannte Bernd Salzberger, Infektiologe am Uniklinikum Regensburg, aber "eine gute Maßnahme". Für eine Pflicht seien herkömmliche Masken derzeit schlichtweg zu knapp. Das Tragen von selbst gemachten Masken könnte auch dafür sorgen, dass Menschen aufgrund der Signalwirkung mehr Distanz zueinander hielten.

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fka/loc/news.de/dpa

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