11.05.2020, 15.21 Uhr

Mordfall Claudia Ruf: Massen-Gentest soll Mörder von Mädchen (11) aus Grevenbroich entlarven

Im Mai 1996 verschwand die elfjährige Claudia Ruf aus Grevenbroich spurlos - kurz darauf wurde die Leiche des Mädchens entdeckt. Jetzt soll ein DNA-Massentest dazu beitragen, den Mörder des Kindes zu überführen.

Die damals elfjährige Claudia Ruf aus Grevenbroich wurde im Mai 1996 entführt und ermordet. Bild: Kreispolizeibehörde Euskirchen / picture alliance / dpa

Ein DNA-Test bei 1.600 Männern soll im 23 Jahre ungeklärten Mordfall an der elfjährigen Claudia Ruf aus Hemmerden bei Grevenbroich den Mörder doch noch enttarnen. Profiler vermuten ihn im damaligen dörflichen Umfeld des Mädchens: "Es könnte ein unbescholtener Bürger aus der Nachbarschaft gewesen sein."

Mordfall Claudia Ruf: Massen-Gentest in Grevenbroich angeordnet

800 Männer aus ihrem Dorf, die zur Tatzeit zwischen 14 und 70 Jahre alt waren und dort noch wohnen, sollen eine Speichelprobe abgeben. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft in Grevenbroich angekündigt. Man wisse jetzt auch, warum die Leiche des Kindes 70 Kilometer entfernt bei Euskirchen auf einem Feldweg abgelegt wurde, könne dies aber aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht verraten.

Massen-Gentest im Fall Claudia Ruf: Acht Verweigerer

Beim Massen-Gentest im Mordfall Claudia Ruf haben bislang acht Männer die Abgabe einer freiwilligen DNA-Probe verweigert. Drei von ihnen seien bereits per Gerichtsbeschluss dazu verpflichtet worden, sagte ein Polizeisprecher in Bonn. Ihre Proben stimmten nicht mit der des Täters überein. Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst berichtet.

Inzwischen sei die Zahl derer, die man um Abgabe einer Speichelprobe bitte, auf fast 2.400 ausgeweitet worden. 1.400 Proben seien bereits ausgewertet, 600 eingesammelt, aber noch nicht ausgewertet. "400 fehlen noch und die machen viel Arbeit", sagte der Polizeisprecher. Dabei handele es sich etwa um solche Personen, die an einen noch nicht bekannten Ort ins Ausland verzogen sind.

Endlich Fortschritt im Mordfall Claudia Ruf? Familie des Mordopfers bittet um Hilfe

Die Ermittler veröffentlichten einen Appell des Vaters des Mädchens: "Bitte helfen Sie der Polizei. Bitte helfen Sie mir." Es bestehe jetzt die Chance, das traurige Schicksal seiner Tochter doch noch aufzuklären. "Er muss sich endlich erklären. Er hat sich lange genug hinter uns allen verstecken können."

Claudia Ruf wurde im Mai 1996 entführt und ermordet

Die damals elfjährige Claudia Rufwar am 11. Mai 1996 in ihrem Heimatort Grevenbroich-Hemmerden südwestlich von Düsseldorf (Rhein-Kreis Neuss) entführt und sexuell missbraucht worden und wurde zwei Tage später im 70 Kilometer entfernten Euskirchen auf einem Feldweg ermordet aufgefunden. Ein DNA-Test mit Speichelproben von 350 Männern war 2010 erfolglos geblieben.

Die Schülerin war von einem Unbekannten entführt worden, als sie mit dem Hund eines Nachbarn unterwegs war. Der Täter hatte das Kind vergewaltigt, gefesselt, erdrosselt, die Leiche mit Benzin übergossen und angezündet.

Die Suche nach dem Mörder war wieder aufgerollt worden, weil Profiler neue Ansätze bei dem Fall entdeckt hatten. Dies führte zum dritten Massen-Gentest in dem Mordfall. Von den Männern, die bereits tot sind, soll die DNA-Probe eines nahen Verwandten Gewissheit verschaffen.

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loc/news.de/dpa

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