Sommer-Mythen auf dem Prüfstand: Vergessen Sie schnell diese Aussagen über sommerlichen Badespaß

Darf man mit vollem Magen schwimmen? Stimmt es, dass man im Wasser keinen Sonnenbrand bekommt? Diese und andere Sommer-Mythen haben wir auf den Prüfstand gestellt und verraten, was Sie beim Badeausflug beachten sollten.

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Um das Badevergnügen im Sommer ranken sich zahlreiche Mythen - doch welche stimmen und welche sind Unfug? (Foto) Suche
Um das Badevergnügen im Sommer ranken sich zahlreiche Mythen - doch welche stimmen und welche sind Unfug? Bild: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
  • Sommer-Mythen auf dem Prüfstand: Welche Behauptungen stimmen, welche sind Unsinn?
  • Mit vollem Magen ins Wasser gehen ist gefährlich - stimmt das?
  • Im Wasser kann man keinen Sonnenbrand bekommen - oder etwa doch?

Alljährlich, wenn die Temperaturen den Sommer verkünden, zieht es Millionen Menschen an Badeseen und in Freibäder – doch rund ums kühle Nass kursieren hartnäckige Mythen, die für Verunsicherung sorgen. Darf man wirklich nicht mit vollem Magen schwimmen gehen? Sieht Ertrinken tatsächlich so dramatisch aus wie im Kino? Und wo lauern eigentlich die größten Gefahren? Welche Bade-Mythen wahr sind und welche ins Reich der Fabeln gehören, erfahren Sie hier im Fakten-Check rund ums Thema Baden und Schwimmen.

Bade-Mythen auf dem Prüfstand: Welche Behauptungen stimmen, welche sind Unsinn?

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) räumt mit zahlreichen Irrtümern auf, die sich seit Generationen halten. Manche dieser Annahmen sind schlicht falsch, andere nur teilweise richtig – und einige können im schlimmsten Fall sogar gefährlich werden. Unser Faktencheck nimmt die gängigsten Bade-Mythen unter die Lupe: vom vermeintlich harmlosen Sprung ins Wasser nach dem Essen bis zur unterschätzten Sonnenbrandgefahr beim Planschen.

Voller Magen beim Schwimmen gefährlich? Das hat es mit dem Sommer-Mythos auf sich

Die klassische Warnung der Eltern, nach dem Essen nicht sofort ins Wasser zu springen, ist nur bedingt berechtigt. Zwar empfiehlt die DLRG in ihren Baderegeln, nicht mit vollem Magen zu schwimmen – schließlich benötigt der Körper Energie für die Verdauung. Allerdings: Nachweisbare Notfälle, die tatsächlich auf einen vollen Magen zurückzuführen sind, gibt es nicht. Deutlich riskanter ist das andere Extrem. Wer mit komplett leerem Magen ins Wasser geht, bringt sich in echte Gefahr. Dem Körper fehlt dann schlicht die Kraft, sich über Wasser zu halten. Die Folge: Regelmäßige Notarzteinsätze, wie die DLRG bestätigt. Die goldene Mitte scheint also der sicherste Weg – weder hungrig noch vollgestopft ins kühle Nass.

Ertrinken passiert leise – nicht wie in Hollywood-Filmen

Die dramatischen Szenen aus Kinofilmen, in denen Ertrinkende wild um sich schlagen und verzweifelt um Hilfe rufen, haben mit der Realität nichts zu tun. "Das ist wirklich ein Mythos. Ein Ertrinken, wie man es aus Hollywoodfilmen kennt, gibt es nicht", stellt DLRG-Sprecher Achim Wiese klar. Der tatsächliche Ablauf ist erschreckend unauffällig: Betroffene verlieren zunächst das Bewusstsein, der Kopf sinkt unter die Wasseroberfläche. Die Stimmbänder verkrampfen sich, wodurch weder Schreien noch Atmen möglich ist. Die eigentliche Todesursache ist daher meist Ersticken – nicht Ertrinken im klassischen Sinne. Alternativ dringt Wasser in die Lunge ein. "Beides passiert leise", betont Wiese. Diese Erkenntnis macht aufmerksame Beobachtung am Wasser umso wichtiger.

Die meisten Todesfälle durch Ertrinken gibt es am Meer - oder?

Viele Menschen vermuten die meisten tödlichen Badeunfälle an Stränden und Küsten – ein Irrtum. Die Statistik zeichnet ein völlig anderes Bild: Binnengewässer fordern in Deutschland weitaus mehr Opfer als das offene Meer. Die Zahlen aus dem Jahr 2018 sprechen eine deutliche Sprache. In Seen und Teichen verloren 233 Menschen ihr Leben, in Flüssen kamen weitere 161 Personen ums Leben. Im Vergleich dazu ertranken im Meer lediglich 25 Menschen. Die vermeintlich harmlosen Gewässer vor der Haustür erweisen sich damit als unterschätzte Risikozonen. Strömungen in Flüssen, unbekannte Untergründe in Seen und fehlende Rettungsschwimmer an unbewachten Badestellen tragen zu dieser Bilanz bei.

Im Wasser kann man keinen Sonnenbrand bekommen - oder etwa doch?

Wer glaubt, im Wasser vor der Sonne geschützt zu sein, irrt gewaltig. UV-Strahlen durchdringen die Wasseroberfläche problemlos, während der Kopf beim Schwimmen ohnehin meist über Wasser bleibt. Besonders tückisch: Die kühlende Wirkung des Wassers lässt Badende oft nicht bemerken, dass ihre Haut bereits verbrennt. Zusätzlich reflektiert die Wasseroberfläche die Strahlung und verstärkt so die Gefahr für ungeschützte Körperstellen.

Mythos oder Wahrheit? Viele Menschen in Deutschland können nicht schwimmen

Auch um die Schwimmfähigkeit der Deutschen steht es nicht optimal. Zwar sank der Anteil erwachsener Nichtschwimmer laut DLRG-Umfragen von zehn Prozent (2010) auf drei Prozent (2017). Bei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren blieb der Nichtschwimmer-Anteil jedoch konstant bei zehn Prozent – und der Anteil unsicherer Schwimmer stieg von 26 auf 31 Prozent.

Auch diese Mythen haben wir für Sie auf den Prüfstand gestellt:

/news.de/dpa/stg

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