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Nach Rassismus-Vorwürfen: "Gesellschaft kaputt moralisiert!" Twitter ätzt gegen "Winnetou-Zensur"

Der Film "Der junge Häuptling Winnetou" sorgt derzeit für eine heftige Debatte im Netz. Die Vorwürfe: Rassismus und Romantisierung. Nun hat sich das Unternehmen Ravensburger entschieden, zwei Bücher zum Film aus dem Programm zu nehmen. Twitter explodiert.

Eine Szene aus dem Film "Der junge Häuptling Winnetou", der seit dem 11. August 2011 in den deutschen Kinos läuft. (Foto) Suche
Eine Szene aus dem Film "Der junge Häuptling Winnetou", der seit dem 11. August 2011 in den deutschen Kinos läuft. Bild: picture alliance/dpa/Leonine | -

Wegen Rassismus-Vorwürfen hat Ravensburger mehrere Kinderbücher zum Film "Der junge Häuptling Winnetou" aus dem Verkehr gezogen. Im Netz sorgt diese Entscheidung für eine heftige Debatte. Einige werfen dem Unternehmen sogar Zensur vor.

Rassismus-Eklat um "Der junge Häuptling Winnetou": Ravensburger nimmt Kinderbücher aus dem Programm

Mitte August bewarb Ravensburger die beiden Bücher "Der junge Häuptling Winnetou" auf Instagram und kassierte reichlich Kritik. Die Vorwürfe: Rassistische Vorurteile, kolonialistische Erzählweise und kulturelle Aneignung. Nunkündigtedas Unternehmen an, die Bücher zu stoppen und aus dem Programm zu nehmen. "Wir danken Euch für Eure Kritik. Euer Feedback hat uns deutlich gezeigt, dass wir mit den Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt haben. Das war nie unsere Absicht und das ist auch nicht mit unseren Ravensburger Werten zu vereinbaren. Wir entschuldigen uns dafür ausdrücklich", heißt es nun in der aktualisierten Fassung des Instagram-Beitrags.

Rassistische Klischees und Co.! So begründet das Unternehmen seine Entscheidung

Die Entscheidung, dieTitel zum Film "Der junge Häuptling Winnetou" aus dem Programm zu nehmen, wurde sorgfältig abgewogen, teilte ein Ravensburger-Sprecher am Montag mit. Und weiter: "Wir vertreten in unserem Unternehmen und mit unseren Produkten seit langer Zeit Werte, an die wir glauben: unter anderem Gemeinsamkeit und Bildung, wozu auch Fairness und Offenheit gegenüber anderen Kulturen gehören, und dies wollen wir in unserem Programm ausgewogen darstellen."

Bei den genannten Büchern sei man nach Abwägung verschiedener Argumente zu der Überzeugung gelangt, dass angesichts der geschichtlichen Wirklichkeit, der Unterdrückung der indigenen Bevölkerung, hier ein "romantisierendes Bild mit vielen Klischees" gezeichnet werde. "Auch wenn es sich um einen klassischen Erzählstoff handelt, der viele Menschen begeistert hat: Der Stoff ist weit entfernt von dem, wie es der indigenen Bevölkerung tatsächlich erging." Vor diesem Hintergrund wolle man als Verlag keine verharmlosenden Klischees wiederholen und verbreiten, auch wenn man den Grundgedanken der Freundschaft - wie bei Winnetou vorhanden - hoch schätze.

"Eine Schande, was jetzt passiert!" Twitter ruft zum Boykott von Ravensburger auf

Im Netz formierte sich ein wütender Mob, der die Aufregung um die "Winnetou"-Bücher so gar nicht verstehen und den Verkaufsstopp der Bücher nicht akzeptieren wolle. "Wer #Winnetou cancelt, den cancele ich auch. #Ravensburger ist in die Woke-Falle getappt, um sich einer radikal-verblödeten Minderheit anzubiedern. Go woke, get broke", heißt es in einem Tweet. "Extreme Linke moralisieren die Gesellschaft kaputt und die extremen Rechten sammeln ein. Das kann doch niemand wirklich wollen! Also ich wollte immer wie #Winnetou sein und nicht wie die blöden und bösen Cowboys! Leute, hört bitte auf mit diesem Wahnsinn. Bitte, bitte", schreibt Frank Buschmann auf Twitter. "Wir sind als Kinder mit Karl May Büchern groß geworden. Sie wurden uns sogar als Lektüre empfohlen. Ich finde es ist eine Schande was jetzt passiert. #Winnetou", ist in einem anderen Tweet zu lesen. "Keine #Winnetou-Bücher mehr zu kaufen, weil irgendein linksgrüner Gender-Rassismus -Rechtsextremismus- Experte über Nacht die Wahnidee hatte, dass diese rassistisch sein könnten? Kann man die Dummheit in Deutschland in einem Beispiel besser zusammenfassen?", schreibt ein Twitter-Nutzer.

Die Debatte zeigt vor allem eines: White Fragility! Statt sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich weiterzubilden, stilisieren sich Nichtbetroffene zu Opfern der Cancel Culture. Autsch!

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/gom/news.de/dpa