Polizeieinsatz Göttingen, 21.10.26: Kundgebung von Abtreibungsgegnern in Göttingen mit Gegenprotesten und friedlichem Verlauf
Eine Versammlung wurde aktuell von der Polizei in Göttingen gemeldet. Was ist bisher bekannt?
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Eine für Mittwochnachmittag (21.10.26) auf dem Göttinger Marktplatz angekündigte Kundgebung von Abtreibungsgegnern hat mehrere Gruppierungen zu Gegenprotesten auf den Plan gerufen. Die Polizei war deshalb mit einem lageangepassten Kräfteaufgebot im Einsatz, um die Durchführung der Versammlungen zu gewährleisten und mögliche Konfrontationen zwischen den unterschiedlichen Gruppierungen zu verhindern. Das Versammlungsgeschehen verlief insgesamt friedlich.
Kundgebung auf dem Marktplatz
Hintergrund des Polizeieinsatzes war eine im Vorfeld angekündigte Kundgebung von Abtreibungsgegnern aus dem Umfeld der Organisation "Tradition, Familie und Privateigentum" (TFP). Die Teilnehmenden brachten ab etwa 16.15 Uhr auf dem Göttinger Marktplatz mit Gebeten und Redebeiträgen ihre ablehnende Haltung gegenüber Schwangerschaftsabbrüchen zum Ausdruck.
Die Ankündigung der Kundgebung hatte bereits im Vorfeld verschiedene Gruppierungen mobilisiert, die ihrerseits zu Gegenprotesten aufgerufen hatten. In diesem Zusammenhang fanden am Mittwochnachmittag mehrere Gegenversammlungen an unterschiedlichen Orten in der Göttinger Innenstadt statt. Die Teilnehmenden brachten dabei ihren Protest gegen die Kundgebung der Abtreibungsgegner lautstark zum Ausdruck.
An der Kundgebung der Abtreibungsgegner nahmen 20 Menschen teil. Demgegenüber beteiligten sich im Laufe des Nachmittags insgesamt etwa 700 Personen an den Gegenprotesten.
Polizei trennt die unterschiedlichen Gruppierungen
Aufgrund der gegensätzlichen Positionen der Versammlungsteilnehmenden sowie der Erfahrungen aus einem vergleichbaren Einsatz am 15. August 2026 (siehe https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119508/6334028) hatte sich die Polizei im Vorfeld auf mögliche Konfliktsituationen eingestellt. Vorrangiges Ziel des Einsatzes war es, sowohl die Durchführung der ursprünglich angekündigten Kundgebung als auch die Ausübung des Versammlungsrechts durch die Gegendemonstrierenden zu ermöglichen.
Hierzu hielten die Einsatzkräfte die unterschiedlichen Gruppierungen durch geeignete Absperrmaßnahmen auf Abstand und begleiteten das Versammlungsgeschehen.
Die Kundgebung und die begleitenden Gegenproteste verliefen insgesamt friedlich. Zwar machten die Gegendemonstrierenden ihren Unmut über die Veranstaltung der Abtreibungsgegner wiederholt durch lautstarke Zwischenrufe deutlich, größere Störungen oder gewalttätige Auseinandersetzungen blieben jedoch aus. Vereinzelt wurden kleinere Gegenstände in Richtung der Kundgebung geworfen. Die Polizei forderte die betreffenden Personen daraufhin mehrfach über Lautsprecherdurchsagen auf, dies zu unterlassen. Unterstützend kamen speziell ausgebildete Konfliktmanagement-Teams zum Einsatz.
Durch die räumliche Trennung der unterschiedlichen Gruppierungen konnte ein unmittelbares Aufeinandertreffen verhindert werden.
Abmarsch verläuft störungsfrei
Gegen 18.30 Uhr beendeten die Abtreibungsgegner ihre Kundgebung. Anschließend verließen die Teilnehmenden den Marktplatz unter polizeilicher Begleitung. Der Abmarsch verlief ohne besondere Vorkommnisse. Die Einsatzkräfte sorgten dafür, dass die Kundgebungsteilnehmenden den Bereich verlassen konnten, ohne unmittelbar auf Personen aus dem Gegenprotest zu treffen.
Positive Bilanz des Einsatzleiters
"Angesichts der gegensätzlichen Positionen und insbesondere der Erfahrungen aus dem vergangenen August können wir mit dem heutigen Einsatzverlauf zufrieden sein. Es ist gelungen, die Versammlungsfreiheit aller Beteiligten zu gewährleisten und Auseinandersetzungen zu verhindern. Es war laut, aber durchaus friedlich", bilanzierte Einsatzleiter POR Dr. Luis-Miguel Herrmann.
"Die Versammlungs- und Meinungsfreiheit gilt für alle gleichermaßen. Die Polizei hat die Ausübung dieser Grundrechte zu schützen - unabhängig von den vertretenen Positionen, solange sich die Positionen noch im Rahmen der geltenden Gesetze bewegen. Diesem Auftrag sind wir heute gerecht geworden."
Polizeiliche Bilanz
Im Zusammenhang mit dem Versammlungsgeschehen leitete die Polizei bislang insgesamt zwei Ermittlungsverfahren ein. Diese betreffen einen Fall wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie der Körperverletzung.
Nach Beendigung der Versammlungen konnten die polizeilichen Einsatzmaßnahmen schrittweise zurückgefahren werden. Die Ermittlungen zu den einzelnen Sachverhalten und deren strafrechtlicher Bewertung dauern an.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeiinspektion Göttingen vom 21.10.2026 gegen 20:03 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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