Polizei-News Reutlingen, 06.03.26: Polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Reutlingen für das Jahr

Ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde aktuell von der Polizei in Reutlingen gemeldet. Was ist heute passiert?

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Raub für das Presseportal Bild: Adobe Stock / pattilabelle

Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 des

Im vergangenen Jahr registrierte das Polizeipräsidium Reutlingen in den Landkreisen Esslingen, Reutlingen, Tübingen und Zollernalb insgesamt 50.330 Straftaten, was einem Rückgang von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2024: 52.258). Verantwortlich hierfür sind insbesondere sinkende Fallzahlen bei den Diebstahls- und Betrugsdelikten. Die Aufklärungsquote erhöhte sich das dritte Jahr in Folge auf nun 65 Prozent (2024: 62,9). Damit liegt sie deutlich über dem Landesdurchschnitt von 62,5 Prozent und markiert einen neuen Bestwert seit Bestehen des Polizeipräsidiums.

Die Kriminalitätsbelastung im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen liegt mit 4.004 Straftaten pro 100.000 Einwohner (2024: 4.132) um 3,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Nach wie vor befindet sie sich signifikant unter dem landesweiten Durchschnitt (BW: 4.902).

Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen ist im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf insgesamt 24.891 (2024: 24.532) gestiegen. Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen mit 12.427 (2024: 11.815) um 5,2 Prozent zu. Ohne Berücksichtigung der Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz, Asylgesetz oder Freizügigkeitsgesetz EU, die fast ausschließlich nur von Ausländern begangen werden können, liegt die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen mit 9.247 unter dem Vorjahreswert (2024: 9.344). Dies entspricht einem Anteil von 42,6 Prozent an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen und markiert einen neuen 20-Jahres-Höchststand. Die Zahl tatverdächtiger Asylbewerber bzw. Flüchtlinge verringerte sich - ungeachtet ausländerrechtlicher Verstöße - um 6,5 Prozent auf insgesamt 2.183 (2024: 2.335). Dies entspricht einem Anteil von 10,1 Prozent (2024: 10,6) an den Tatverdächtigen insgesamt (ohne ausländerrechtliche Verstöße).

Bei den Straftaten gegen das Leben wurde im Berichtszeitraum ein Anstieg von drei Fällen auf insgesamt 48 Taten verzeichnet (2024: 45). Die Aufklärungsquote erhöhte sich um 0,5 Prozentpunkte und lag bei 93,8 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Fallzahlen des Diebstahls mit insgesamt 13.832 Straftaten nochmals um 6,7 Prozent ab (2024: 14.825). Insbesondere die Anzahl der Ladendiebstähle verringerte sich deutlich um 560 Delikte oder 13 Prozent auf 3.749 Fälle (2024: 4.309). Der Wohnungseinbruchsdiebstahl nahm hingegen mit 459 Taten (2024: 400) um 14,8 Prozent markant zu. Ausgehend vom Höchststand im Jahr 2015 mit 1.132 Wohnungseinbrüchen entspricht dieser Wert noch immer weniger als der Hälfte der damaligen Fallzahlen. Im vergangenen Jahr blieb es in 46,8 Prozent der registrierten Taten beim Einbruchsversuch. Zudem konnte die Aufklärungsquote um 2,6 Prozentpunkte auf 25,1 Prozent (2024: 22,5) nochmals gesteigert werden. Beim Wohnungseinbruchsdiebstahl ist neben zielgerichteten Ermittlungen sowie Präsenz- und Kontrollmaßnahmen der technische Einbruchschutz von elementarer Bedeutung. Zu diesem Zweck bietet die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Reutlingen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen kostenlose sicherungstechnische Beratungen an, um Schwachstellen an Gebäuden aufzuzeigen und über maßgeschneiderte Möglichkeiten zu deren Behebung zu informieren.

Die statistischen Entwicklungen der Straftaten mit Gewaltbezug fielen unterschiedlich aus. Die Gewaltkriminalität nahm insgesamt um 2,8 Prozent auf 1.941 Straftaten (2024: 1.996) ab. Im öffentlichen Raum war hingegen eine Zunahme dieser Straftaten um 5,7 Prozent auf 848 festzustellen (2024: 802). Die Anzahl der Körperverletzungsdelikte ging nach dem 20-Jahres-Höchststand von 2023 das zweite Jahr in Folge zurück. Mit insgesamt 6.174 Taten nahmen sie um 3,7 Prozent ab (2024: 6.414). Die Zahl der Raubdelikte fiel nach dem letztjährigen 20-Jahres-Hoch erheblich um 21,3 Prozent auf 258 Taten (2024: 328). Nachdem 2024 die Anzahl der Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte leicht zurückgegangen war, erreichten diese Straftaten im Berichtsjahr mit 579 erneut den Höchstwert aus 2023 (2024: 564). Die Zahl verletzter Polizistinnen und Polizisten nahm deutlich um 44 zu und lag im vergangenen Jahr bei insgesamt 231 (2024: 187).

Seit 2022 wird die Anzahl der Angriffe, die mit einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgeführt werden, in der PKS ausgewiesen. Im Jahr 2025 hat sich die Zahl der insgesamt erfassten Messerangriffe mit 328 wiederum erhöht (2024: 300), im öffentlichen Raum stieg der Wert geringfügig auf 111 (2024:109).

Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind im Vergleichszeitraum um 9,6 Prozent auf nunmehr 1.207 Fälle gestiegen (2024: 1.101). Der Zuwachs ist insbesondere auf die um rund 20 Prozent auf 579 erheblich gestiegene Fallzahl bei der Verbreitung pornografischer Schriften zurückzuführen (2024: 483). Hierunter fällt auch die Kinder- und Jugendpornografie. Die Aufklärungsquote bei den Sexualdelikten verbesserte sich erneut (+1,6) und lag bei 89,2 Prozent. Mit insgesamt 215 Sexualdelikten im öffentlichen Raum wurden vier Taten weniger als 2024 registriert (2024: 219). Auch im vergangenen Jahr stand der Bereich der sexualisierten Gewalt im Fokus polizeilicher Präventionsaktivitäten. Insbesondere zum Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder und zur Eindämmung der Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie fanden unter anderem Elternabende, Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher sowie verschiedene Impulsvorträge statt. Hierbei sind unsere Kolleginnen und Kollegen mit den Jugendämtern, dem Opferhilfeverein WEISSER RING e. V. sowie der Psychosozialen Prozess- und Zeugenbegleitung eng vernetzt.

Nach den Zuwächsen im Jahr 2024 bei den Fallzahlen der Vermögens- und Fälschungsdelikte gingen diese im Berichtszeitraum wieder merklich um 12,4 Prozent auf 7.695 Fälle zurück (2024: 8.782). Insbesondere die Betrugsdelikte nahmen spürbar um 20,3 Prozent ab; hier wurden mit 5.366 ganze 1.369 Taten weniger registriert als im Vorjahr (2024: 6.735). Vermehrt wurden diese Delikte jedoch in der PKS-Ausland erfasst. Dort werden Straftaten aufgeführt, bei denen der Handlungsort der Täter im Ausland liegt oder ein unbekannter Tatort registriert wird, der Erfüllungsort bzw. der Ort des Schadeneintritts sich aber in Deutschland befindet. Mit einem Plus von 1.443 Taten wurden in der PKS-Ausland insgesamt 9.981 Betrugsfälle verzeichnet, wovon 3.611 beim Versuch blieben. Die Taten wurden fast ausschließlich über das Internet oder Telefon, z. B. mit den bei Anrufstraftaten bekannten Maschen "falscher Polizeibeamter", "Schockanruf" oder "Enkeltrick", begangen. Vor diesem Hintergrund bildet das Themenfeld der betrügerischen Anrufe auch weiterhin einen Schwerpunkt polizeilicher (Präventions-)Arbeit.

Mit fortschreitender Vernetzung und Digitalisierung bleibt Cybercrime auch für die polizeilichen Ermittlungen sowie die flankierende Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit von hoher Bedeutung. Im Jahr 2025 wurden 878 dieser Straftaten (2024: 1.116) registriert. Damit sank zwar die Anzahl der im Inland erfassten Delikte deutlich um 21,3 Prozent und damit markant unter die Höchststände der beiden Vorjahre. Jedoch wurden im Jahr 2025 mit 3.432 beinahe viermal so viele Cybercrime-Fälle in der PKS-Ausland verzeichnet, was einem Anstieg von 6 Prozent entspricht (2024: 3.237). Um das besonders schadensträchtige Phänomen der "Ransomware"-Angriffe einzudämmen, arbeiten die Cyberermittler der Kriminalpolizeidirektion Esslingen weiterhin eng und erfolgreich mit anderen Polizeibehörden auf Landes- und Bundesebene sowie mit internationalen Partnern zusammen.

Die Auswirkungen des im Jahr 2024 eingeführten Cannabisgesetzes führten auch im vergangenen Jahr zu erheblichen Veränderungen bei den registrierten Fallzahlen der Rauschgiftkriminalität. Der Rückgang der Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz fiel im Berichtsjahr mit 589 Straftaten bzw. 33,2 Prozent auf 1.184 Fälle geringer aus als 2024 (- 42 Prozent). Demgegenüber nahmen die Verstöße gegen das Cannabisgesetz mit 88 (+28,3 Prozent) auf 399 Fälle mit Blick auf die Gesamtzahlen im Jahresvergleich nur mäßig zu. Aus polizeilicher Sicht sind die Kontrollen der Besitzmengen und die Bekämpfung des illegalen Handels von Cannabis wesentlich komplexer geworden. Die erschwerte Erkenntnisgewinnung erfordert regelmäßig deutliche Mehraufwände bei den polizeilichen Ermittlungen.

Ergänzende Information für die Redaktionen:

Der komplette Kriminalitätsbericht 2025 des Polizeipräsidiums Reutlingen ist auf der Homepage des Polizeipräsidiums unter dem Reiter "Statistik"abrufbar. Dort finden sich neben einem Vorwort von Polizeipräsident Udo Vogel und der präsidiumsweiten Kriminalitätsentwicklung auch die Statistikzahlen der einzelnen Landkreise (Esslingen, Reutlingen, Tübingen, Zollernalb) sowie ausgewählte Deliktsbereiche, die im Detail beleuchtet werden.

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeipräsidium Reutlingen vom 06.03.2026 gegen 12:49 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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