Polizei-News Stuttgart, 04.11.25: 16-Jähriger in Ludwigsburg wegen Verdachts der Mitgliedschaft in gewalttätiger Online-Community festgenommen

Die Polizei informiert über einen aktuellen Vorfall von Cyberkriminalität in Stuttgart. Was ist heute passiert?

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Aktuelle Polizeimeldung: Blaulichtreport Bild: Adobe Stock / Karl-Heinz H

Dem bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichteten Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg und Ermittlerinnen und Ermittlern des Polizeipräsidiums Ludwigsburg ist es gelungen, einen 16-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus Württemberg zu ermitteln, der im Verdacht steht, einer Splittergruppe des Online-Netzwerkes 764 anzugehören. Der Jugendliche wurde bereits Anfang Oktober u. a. wegen des Tatverdachts der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung sowie der gefährlichen Körperverletzung festgenommen.

Es besteht der Verdacht, dass diese Gruppierung das Ziel verfolgt, möglichst viele Opfer durch gezielte Manipulation psychisch zu kontrollieren und diese dazu zu bringen, sich selbst zu verletzen.

So sind die Mitglieder der Gruppierung verdächtig, im Internet, insbesondere über Gaming-Plattformen sowie in Online-Spielen, nach möglichen Opfern zu suchen und insbesondere Kinder und Jugendliche, die - aus Sicht der Gruppierung - besonders anfällig für Manipulationen sind, gezielt zu kontaktieren, um in der Folge durch das subtile und langsame Aufbauen einer scheinbaren Freundschaft oder einer romantischen Beziehung das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen und so intime oder anderweitig kompromittierende Bilder und Videos zu erlangen.Es besteht der Verdacht, dass die Opfer unter Nutzung dieser Aufnahmen genötigt werden, immer extremere Handlungen vorzunehmen, um die Verbreitung des bereits existierenden Materials zu verhindern.Die Opfer sollen etwa dazu gezwungen werden, sich selbst mit Messern oder Rasierklingen Symboliken der Gruppierung sowie den Nutzernamen des jeweiligen Mitglieds in die Haut ritzen. Die Opfer sollen zusätzlich vielfach dazu animiert werden, diese Symboliken und Nutzernamen mit ihrem austretenden Blut an eine Wand zu schreiben (sog. Wall- oder Bloodsigns). Die Opfer sollen zudem dazu genötigt werden, ihre Verletzungen und die Wallsigns zu filmen oder zu fotografieren und diese ihrem Peiniger zu übermitteln.

Dem in Untersuchungshaft sitzenden Jugendlichen wird vorgeworfen, in mindestens elf Fällen den Kontakt zu potentiellen Opfern gesucht zu haben, um diese zu solchen Handlungen zu verleiten, wobei es in fünf Fällen zu selbstverletzenden Handlungen der Opfer gekommen sei.

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat die Ermittlungen zur Aufhellung des Netzwerks übernommen. Ziel ist es, auch die anderen Gruppenmitglieder sowie mögliche weitere Opfer zu identifizieren.

Über diese Pressemitteilung hinausgehende Auskünfte können derzeit mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen sowie die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten nicht erteilt werden.

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Landeskriminalamt Baden-Württemberg vom 04.11.2025 gegen 10:00 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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