Schützt vor Alzheimer: Dieses 5-Punkte-Programm hilft laut Forschern gegen Demenz

Nicht nur die körperlichen, sondern auch die kognitiven Fähigkeiten nehmen im Alter häufig ab. Eine neue Studie präsentiert nun einen Plan, der vor dem geistigen Verfall schützen soll. Wie der Anti-Demenz-Plan funktioniert, lesen Sie hier.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Für ältere Menschen mit einem gewissen Risiko an Demenz können soziale Interaktion und Spiele Wunder wirken. (Foto) Suche
Für ältere Menschen mit einem gewissen Risiko an Demenz können soziale Interaktion und Spiele Wunder wirken. Bild: AdobeStock / shurkin_son
  • Das Risiko, an Demenz zu erkranken, ist in Deutschland groß
  • Eine neue Untersuchung zeigt, dass ein strukturierter und aktiver Alltag hilft
  • Geistige Herausforderungen bleiben im hohen Alter wichtig, um das Hirn zu trainieren

Mehr Infos rund um Demenz und Alzheimer finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Im hohen Alter beginnt nicht nur der Körper, langsam abzubauen, sondern auch im Kopf verändert sich einiges. Demenz betrifft derzeit über 1,8 Millionen Menschen in Deutschland - die Angst, an schwindendem Gedächtnis zu leiden, ist daher groß. Doch eine neue Studie zeigt: Mit gewissen Maßnahmen lässt sich auch noch spät gegen den Verlust der geistigen Fähigkeiten ankämpfen.

Struktur soll gegen Gedächtnisverlust helfen

An der im medizinischen Fachjournal "Nature" erschienenen Studie nahmen 2.111 Frauen und Männer zwischen 60 und 79 Jahren teil. Viele von ihnen zeigten Risikofaktoren für Demenz, darunter Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder Herz-Kreislauf-Probleme. Etwa 69 Prozent waren Frauen, das Durchschnittsalter der gesamten Gruppe lag bei 68 Jahren.

Für die Untersuchungen wurden die Teilnehmer zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe bekam Handlungsempfehlungen zur selbständigen Umsetzung für Alzheimer-Risikopatienten, während die andere sich einem strengen Programm unterziehen musste. Letzteres war klar strukturiert und forderte die Teilnehmer dazu heraus, aktiver zu werden. Zum Programm gehörten:

  • viermal die Woche Ausdauertraining
  • ergänzende Workouts mit Kraftübungen, Stretching und Balance-Einheiten
  • eine spezielle "MIND"-Diät, die viel Gemüse, Beeren und Nüsse enthält
  • regelmäßige Trainings der geistigen Fähigkeiten
  • medizinisch begleitete Gruppentreffen

Wer könnte von dem Anti-Demenz-Plan profitieren?

Die Forscher beobachteten die geistigen Leistungsfähigkeiten der beiden Gruppen im Verlauf der nächsten Jahre. Schon innerhalb von zwei Jahren verbesserten sich beide Gruppen in Tests zu ihren kognitiven Fähigkeiten - die strukturierte Gruppe hatte allerdings einen deutlichen Vorsprung. "Der jährliche Anstieg war in der strukturierten Gruppe statistisch deutlich größer als in der selbstgesteuerten Gruppe", schreiben die Autoren der Studie.

Wer am Anfang besonders niedrige Werte in den kognitiven Tests erzielte, konnte von der Behandlung am meisten profitieren. Auch Träger des bekannten Alzheimer-Risikogens APOEε4 verbesserten sich trotz erhöhtem Risiko. Die Wissenschaftler stellten fest, dass insbesondere Fähigkeiten wie das Planen, Organisieren und Umsetzen sich verbesserten. Bei Gedächtnistests oder der Verarbeitungsgeschwindigkeit hingegen wurden keine nennenswerten Abweichungen beobachtet.

Herausforderungen für den Kopf sind gesund

Die Erkenntnisse aus der Studie lassen sich schnell und einfach auf den Alltag übertragen: Mehr Bewegung, Ernährung, die das Hirn schützt, und soziale Kontakte helfen hier direkt, einen verhaltensbasierten "Schutzmantel" für das Gehirn aufzubauen. Besonders gesund ist die sogenannte "MIND"-Diät, die auf mediterrane Speisen und Lebensmittel wie Olivenöl, Omega-3-reiche Fische und viel pflanzliche Ernährung setzt. Viele Studien zeigen positive Korrelationen der Diät zum Erhalt kognitiver Funktionen. Wichtig ist außerdem, dass man sich mit steigendem Alter weiterhin auf geistige Herausforderungen einlässt und immer dazulernt – beispielsweise durch Spiele, Lesen oder neue Sprachen.

Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.

Hier können Sie mehr zu Demenz und Alzheimer lernen:

/ife/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.