Juckreiz und Rötungen: Diese Hautprobleme können auf Diabetes hinweisen
Wer unter dauerhaft geröteter, trockener oder juckender Haut leidet, vermutet eher eine Allergie als Diabetes. Dennoch sollte die Möglichkeit nicht unterschätzt werden - etwa 80 Prozent aller Diabetiker leiden unter Hautproblemen.
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
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- Diabetes kann verschiedene Hauterkrankungen auslösen
- Grund ist die "Verzuckerung" von Proteinen, Fetten und Nukleinsäuren
- Juckende, rötliche oder trockene Hautstellen sind keine Seltenheit
Mehr spannende Infos zu Diabetes und anderen Erkrankungen finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Die wenigsten würden bei Hautbeschwerden eine Stoffwechselerkrankung als Ursache vermuten. Doch tatsächlich ist Diabetes häufig Ursache für Rötungen, Trockenheit oder juckende Hautstellen. Der Grund: Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Zellen - das wirkt sich auch auf die Hautstruktur aus. Alles Wissenswerte rund um die Symptomatik erfahren Sie hier.
Woher kommen die Hauterkrankungen bei Diabetes?
Wie die Plattform "Diabinfo" des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung mitteilt, sorgen die erhöhten Blutzuckerwerte im Körper dafür, dass sich das Immunsystem verändert. Dabei finden Änderungen der körpereigenen Immunantwort auf fremde, infektionsauslösende Bakterien, Pilze und Viren statt. Diese können "zu komplexen Störungen in den Haut-, Bindegewebs- und Fettzellen in und unter der Haut führen", so Diabinfo.
Der genaue Entstehungsmechanismus der Hauterkrankungen als Folge von Diabetes ist bislang nur ansatzweise bekannt. Während Menschen mit Typ-2-Diabetes häufiger Hautinfektionen erleiden, weisen Menschen mit Typ-1-Diabetes öfter bestimmte autoimmunbedingte Veränderungen auf. Sicher ist, dass die sogenannte "Verzuckerung" von Proteinen, Fetten und Nukleinsäuren im Körper eine zentrale Rolle spielt. Diese kann im fortgeschrittenen Stadium zu Schäden an den Blutgefäßen führen sowie die Haut für Infektionen anfälliger machen.
Welche Hautprobleme treten bei Diabetes besonders oft auf?
Bestimmte Hautprobleme sind besonders verbreitet unter Menschen mit Diabetes - häufig sogar, bevor die Krankheit tatsächlich diagnostiziert wird. Dazu zählen:
- andauernder Juckreiz
- sehr trockene Haut
- Rötungen auf der Haut
- starke Hornhautbildung an den Füßen
- Wunden heilen schlechter
- harte Flächen innen auf den Händen
- Kein Schwitzen, auch bei Sport und Wärme nicht
Besonders häufig sind auch Infektionen mit der sogenannten Wundrose (Erysipel), die zur schnellen Ausbreitung roter Flächen auf der Haut führt. Zusätzlich schwellen die Lymphknoten an und es können sich Fieber und Schüttelfrost einstellen. Bei der Zwergflechte (Erythrasma) wiederum kommt es zu schuppigen, rotbraunen Stellen in Hautfalten, Achseln, zwischen den Fingern oder Zehen sowie im Genitalbereich.
Hauterkrankungen bei Diabetes behandeln lassen
Immerhin: Wird der Diabetes erst einmal ärztlich diagnostiziert, dürften die Hautprobleme bald verheilen. Dafür sorgt ein ausgeglichener Blutzuckerspiegel, dessen Zielbereich im besten Fall mit dem Diabetologen genau festgelegt wurde. Hilfreich ist außerdem eine gute Hygiene und Hautpflege:
- Haut regelmäßig säubern und nicht zu stark mit Seife behandeln
- Versorgen Sie Ihre Haut mit viel Feuchtigkeit
- Vermeiden Sie heiße Bäder und Duschen
- Achten Sie auf Ihre Füße und halten Sie nach Wunden oder Pilzinfektionen Ausschau
Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.
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sfx/bos/news.de
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