Donald Trump: Welche Folgen drohen "The Don" wegen seines Aspirin-Konsums?
Donald Trump nimmt seit Jahren Aspirin und das in höheren Dosen. Ist zu viel Acetylsalicylsäure gesund? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Fachgesellschaften haben klare Empfehlungen.
Von news.de-Redakteurin Sabrina Böhme - Uhr
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- Donald Trump nimmt weiterhin viel Aspirin.
- Überblick zu Acetylsalicylsäure: Wann wird ASS verordnet, für wen ist es empfehlenswert.
- Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten beachten.
Seit 30 Jahren nimmt Donald Trump nach eigenen Aussagen in einem NBC-Interview schon Aspirin ein. Die Tabletten will er weiter einnehmen. Angesprochen auf seine höheren Dosen an Acetylsalicylsäure, dem Wirkstoff in dem Markenprodukt, betonte der US-Präsident bei der Menge zu bleiben und nicht der ärztlichen Empfehlung zu folgen und eine "kleinere Pille" zu schlucken. Trumps Fall wirft Fragen auf. Nimmt er zu viel? Sind höhere Dosen Acetylsalicylsäure gesund?
Donald Trump liebt Aspirin: US-Präsident nimmt hohe Mengen ASS
Laut seinem Arzt Sean Barbarellasoll Trump 325 mg Acetylsalicylsäure einnehmen. Der auch für die Blutgerinnung eingesetzte Wirkstoff liegt deutlich über der Menge von 75 bis 100 mg, die üblicherweise empfohlen wird. Die Dosierung unterscheidet sich je nach Diagnose und ärztlicher Einordnung. Inwieweit Trump die Dosis überschreitet, können nur Ärzte einschätzen.
Hintergrund: Acetylsalicylsäure (ASS) gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) Es hilft dabei, Enzyme zu blockieren, die entzündungs- und schmerzfördernde Botenstoffe (Prostaglandinen) freisetzen. Außerdem verhindert es, dass die Blutplättchen (Thrombozythen) verklumpen und Thromben bilden. Anders als es Trump und andere Menschen glauben, verdünnt es jedoch nicht das Blut. Es beeinflusst nur die Blutgerinnung, damit sich zum Beispiel keine Thrombosen entwickeln können.
Wann wird Acetylsalicylsäure verordnet?
Ärzte verordnen Präparate mit Acetylsalicylsäure vorbeugend nach Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (instabile Angina pectoris) oder der Gefäße im Gehirn. Außerdem geben sie die blutgerinnungshemmenden Medikamente unter anderem nach einem Venen-Bypass oder eingesetzten Stents, jenen kleinen Gittern, die zur Erweiterung der Blutgefäße verwendet werden. Die Deutsche Herzstiftung spricht in diesen Fällen von Dosen von 100 mg. Ansonsten raten amerikanische und europäische Leitlinien gesunden Menschen von der Einnahme ab - außer Ärzte ermitteln bei ihnen ein erhöhtes Risiko, künftig eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Dafür wenden sie spezielle Tests an. Vorbeugend wirken kann ASS bei einem festgestellten Erkrankungsrisiko im Alter zwischen 40 und 59 Jahren, empfiehlt ein US-amerikanisches Expertengremium. Betroffene können bis zum Alter von 75 Jahren weiterhin ASS nehmen. Es ist aber für Personen über 60 Jahren nicht ratsam, noch mit der Einnahme zu beginnen.
Nebenwirkungen nach Aspirin-Einnahme
Donald Trump hat aufgrund seiner blauen Flecken mit der Einnahme von Acetylsalicylsäure begonnen, wie er dem "Wallstreet Journal" erklärte. Diese Einblutungen können aber auch durch ASS entstehen. Das ist eine von mehreren möglichen Nebenwirkungen:
- Magen-Darm-Beschwerden: Durchfall, Übelkeit, Sodbrennen
- leichte (Nasenbluten) bis schwere Blutungen. Erbrechen kann auf schwere Magenblutungen hindeuten. Säureblocker können die Schleimhaut schützen.
- Magengeschwüre
- Eisenmangelanämie
- Atemnot (selten): bei Asthmatikern
- Hautveränderungen: Schwellungen im Gesicht
Folgen einer Überdosierung mit Aspirin
Bei einer Überdosierung können lebensgefährliche Komplikationen entstehen - eine sogenannte Acetylsalicylsäure-Vergiftung. Es kann zu Nierenversagen, Muskelfaserzerfall oder Schädigungen am Gehirn kommen. Inwieweit Trumps Dosis bedenklich ist, müsste eine Untersuchung zeigen. Die Angaben beruhen auf Berichten und persönlichen Aussagen. Durch andere Medikamente kann es zu Wechselwirkungen kommen, die das Blutungsrisiko erhöhen können oder Wirkungen hemmen:
- Marcumar (Falithrom) und Heparin (Gerinnungshemmer)
- Sertralin oder Paroxetin (Psychopharmaka)
- NAR
- Kortison
- Wirkung gehemmt: Methotrexat (Rheuma), Sulfonylharnstoffe (Blutzucker-senkende Arzneien), Valproinsäure (Krampfanfälle), Diuretika, ACE-Hemmer (Bluthochdruck), Probenicid (Gicht)
- Ibuprofen und Metamizol (Schmerzmittel)
Wichtiger Hinweis: Aspirin ist freiverkäuflich. Bei Schmerzen oder Erkältungen ist es einfach, an die Tabletten zu kommen. Doch aufgepasst: Nehmen Sie Medikamente mit Acetylsalizylsäure nicht ohne vorherige Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ein. Denn Selbstmedikation kann im schlimmsten Fall ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Menschen mit Asthma, Blutgerinnungsstörungen, Leber- oder Nierenproblemen, Allergien oder Schwangere sollten vorsichtig sein und ASS nicht einfach schlucken.
Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.
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