14.10.2020, 10.16 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Taub durch Corona! Irreversibler Gehörverlust als Folge von Covid-19

Geruchsverlust, Chronisches Erschöpfungssyndrom, Herz- und Nierenschäden - die Liste der möglichen Langzeitscheiden durch Covid-19 ist lang. Nun hat sich noch ein weiteres Schreckens-Symptom dazugesellt: dauerhafter Gehörverlust. 

Ein Mann (45) hat durch Covid-19 sein Gehör verloren. Ärzte rufen dazu auf, sich bei Hörbeschwerden in Zusammenhang mit Corona unverzüglich in medizinische Behandlung zu begeben. Bild: (Symbolbild) New Africa/AdobeStock

Ein britischer Patient hat nach seiner Covid-19-Erkrankung dauerhaft sein Gehör verloren. Das berichtet die britische "The Sun".

Patient war 45 und gesund - nun dauerhaft gehörlos

Laut Angaben der britischen Tageszeitung "The Sun"handelte es sich bei dem Mann um einen gesunden 45-Jährigen, der vor seiner Ansteckung mit dem Coronavirus keine Ohrenprobleme hatte. Der Mann hatte als einzige Vorerkrankung Asthma, war jedoch ansonsten topfit und gesund. Experten rufen nun dazu auf, bei Symptomen wie Hörbeschwerden in Verbindung zu Covid-19 sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn Covid-19-Patienten einen Hörschaden erleiden, kann eine sofortige Behandlung mit Steroiden dazu beitragen, den Behinderungszustand umzukehren.

Nach schwerem Covid-19-Verlauf - Hörverlust trat plötzlich auf

Der Hörverlust trat laut Angaben des Patienten plötzlich auf, nachdem er sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Er wurde auf die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung verlegt. Zuvor war er im selben Krankenhaus ebenfalls stationär wegen seiner Covid-19-Erkrankung behandelt worden, nachdem er zehn Tage lang daheim mit seinem Beschwerden gekämpft hatte. Als er schließlich schwere Atembeschwerden bekam, entschloss er sich für eine intensivmedizinische Behandlung.

Sein Zustand verschlechterte sich und er musste 30 Tage lang beatmet werden. Laut "The Sun" litt er auch unter weiteren Beschwerden und benötigte Bluttransfusionen.

Erst Tinnitus, dann Hörsturz - Steroide milderten Schäden leicht

Eine Woche, nachdem der Atemschlauch entfernt worden war und er die Intensivstation verlassen hatte, bemerkte der Patient Tinnitus in seinem linken Ohr, gefolgt von einem plötzlichen Hörverlust. Die Untersuchung seines Ohrs ergab, dass er keine Blockaden oder Entzündungen hatte. Er wurde mit Steroidtabletten und Injektionen behandelt, wonach sich sein Gehör teilweise erholt hat, jedoch nicht vollständig.

Dr. Foteini-Stefania Koumpa vom University College London und dem Royal National Throat Nose and Ear Hospital sagte, es sei der Schluss gezogen worden, dass der Hörverlust des Mannes mit Covid-19 in Verbindung gebracht wurde.

Sie sagte: "Trotz der umfangreichen Literatur zu Covid-19 und der verschiedenen mit dem Virus verbundenen Symptome fehlt es noch an Diskussionen über den Zusammenhang zwischen Covid-19 und dem Gehör. Hörverlust und Tinnitus sind Symptome, die bei Patienten mit Covid-19- und Influenzavirus beobachtet wurden, aber nicht hervorgehoben wurden."

Auch schwere Grippe kann Hörverlust verursachen

Ein plötzlicher Hörverlust tritt jedes Jahr bei etwa fünf bis 160 pro 100.000 Menschen auf, und die Erkrankung kann auf eine Virusinfektion wie eine Grippe zurückzuführen sein. Der erste Fall von Hörverlust, bei dem Covid-19 weltweit allein erwähnt wurde, wurde im April diesen Jahres gemeldet.

Es wird angenommen, dass SARS-CoV-2, das für Covid-19 verantwortliche Virus, an einen bestimmten Zelltyp in der Lunge gebunden ist. Und das Virus wurde kürzlich auch in ähnlichen Zellen gefunden, die das Mittelohr auskleiden. Das Virus erzeugt eine Entzündungsreaktion und eine Zunahme der Chemikalien, die mit Hörverlust in Verbindung gebracht wurden.

Arzt fordert mehr Aufmerksamkeit für Symptome von Covid-19

Dr. Koumpa fügte hinzu: "Dies ist der erste gemeldete Fall von sensorineuralem Hörverlust nach einer Covid-19-Infektion in Großbritannien. Angesichts der weit verbreiteten Präsenz des Virus in der Bevölkerung und der erheblichen Morbidität von Hörverlust ist es wichtig, dies weiter zu untersuchen."

"Dies gilt insbesondere angesichts der Notwendigkeit, den Hörverlust und die gegenwärtigen Schwierigkeiten beim Zugang zu medizinischen Dienstleistungen unverzüglich zu identifizieren und zu behandeln", erklärte sie abschließend.

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sig/bua/news.de

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