11.03.2020, 15.42 Uhr

Diagnose nekrotisierende Fasziitis: Frau (51) ringt nach Kratzer mit dem Tod

Als sich Liz Hewat einen Kratzer am linken Bein zuzog, dachte sich die 51-Jährige nicht viel dabei. Doch wenig später rang die Australierin mit dem Tod: Ein fleischfressendes Bakterium drohte die Patientin umzubringen.

Eine 51-Jährige aus Australien wurde durch eine Hauttransplantation im letzten Moment vor dem sicheren Tod gerettet. Bild: Adobe Stock / koolsabuy

Sich einen kleinen Kratzer oder eine Schürfwunde zuzuziehen ist eine alltägliche Angelegenheit und der Heilungsprozess meist unkompliziert - möchte man glauben. Für eine 51-jährige Australierin allerdings wurde eine winzige Verletzung zum Beginn eines Kampfes um Leben und Tod, wie in der britischen "Daily Mail" zu lesen ist.

Vierfach-Mutter infiziert sich nach Kratzer mit fleischfressendem Bakterium

Liz Hewat, so der Name der Patientin aus Chisholm in Australien, hatte sich zunächst nur das Bein aufgeschürft. Wenig später bemerkte die vierfache Mutter, wie sich viele kleine Pünktchen an ihrem linken Bein ausbreiteten. Nachdem Liz Hewat den quälenden Juckreiz durch Kratzen zu lindern versuchte, begann der Leidensweg erst richtig. Das Bein schmerzte verstärkt, der Juckreiz wurde unerträglich und die Australierin bekam heftigen Schüttelfrost. Als sich die infizierte Wade feuerrot verfärbt hatte und Liz Hewat bereits ins Delirium abglitt, brachte ihr Ehemann sie ins Krankenhaus. Dort erkannten die Mediziner den Ernst der Lage und retteten der Frau damit das Leben. Die Diagnose lautete: nekrotisierende Fasziitis.

Nekrotisierende Fasziitis kann tödlich enden

Bei einer solchen durch fleischfressende Bakterien hervorgerufene Infektion verstehen Ärzte eine Hausentzündung, die sich durch alle Gewebeschichten zieht. Besonders heikel: Die für eine nekrotisierende Fasziitis verantwortlichen Bakterien sind immun gegen Antibiotika. Wird das befallene Gewebe nicht schnellstmöglich operativ entfernt, droht eine Ausbreitung der Infektion, die nicht selten in eine tödliche Blutvergiftung mündet.

Ärzte schneiden infiziertes Gewebe aus Frauenbein

Um ihre mit einem fleischfressenden Bakterium infizierte Patientin zu retten, entschieden sich die Ärzte, ein großes Stück Gewebe aus dem linken Bein der 51-Jährigen herauszuschneiden. Bis zu sechs Zentimetern tief mussten die Chirurgen schneiden, um das entzündete Gewebe restlos zu entfernen. In vier weiteren Eingriffen wurden infizierte Gewebestellen ausgeschabt.

Übergewicht rettet Patientin nach Bakterieninfektion das Leben

Um die großflächige Wunde abzudecken, entschieden sich die Ärzte zu einer Eigenhauttransplantation. Dafür wurde der Patientin ein Hautlappen vom rechten Oberschenkel entnommen. Liz Hewat, die ihr Leben lang unter Übergewicht gelitten hatte, kamen ihre überschüssigen Pfunde übrigens zugute: Da die Patientin mehr Fettgewebe an den Beinen hatte, konnte das fleischfressende Bakterium nicht bis auf den Knochen durchdringen. In einem solchen Fall hätte Liz Hewats Bein wohl amputiert werden müssen.

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loc/news.de

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