Donald Trump: Präsident wegen Ansprache zerrissen - er ätzt sogar gegen sich selbst
Donald Trump wiederholte in einer "Rede an die Nation" den Vorwurf des Wahlbetrugs. Bild: picture alliance/dpa/Pool AFP/Saul Loeb
Von news.de-Redakteurin Ines Fedder
17.07.2026 09.27
- Donald Trump sorgt für Kritik nach seiner "Rede an die Nation"
- Wahlmanipulation durch China angeprangert
- User zerreißen seine Worte im Netz - kritische Stimmen auch aus Deutschland
Es war eine große Überraschung, als US-Präsident Donald Trump vor wenigen Tagen eine spontane "Rede an die Nation" ankündigte. Nach dem großen Rätselraten zeigte sich schließlich - der US-Präsident prangerte gut drei Monate vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress abermals Wahlbetrug an. Dieses Mal seitens China. Trump sprach von Manipulation, Korruption und ausländischer Einflussnahme. Peking habe laut Trump demnach 2020 den "größten Diebstahl von Wahldaten in der Geschichte" verübt. Es gäbe heute geheime Dokumente von Geheimdiensten, die das Weiße Haus zeitgleich veröffentlichen wolle.
US-Präsident wiederholt Wahlbetrugsvorwurf in seiner "Rede der Nation"
Das Thema Wahlbetrug steht schon lange auf der Agenda des US-Präsidenten. Bei den Wahlen zur Biden-Präsidentschaft wiederholte Trump nach seiner Niederlage den Vorwurf unzählige Male.
Vor einem Jahr ... als Donald Trump bereits Präsident war
Etwas, was er ebenfalls als beständiges Narrativ ständig wiederholt, sind Floskeln wie diese: "Vor einem Jahr waren wir ein totes Land. Eine Schande." Und genau darüber stolperten User bei seiner aktuellen Rede im Netz. Denn: Vor einem Jahr war Donald Trump bereits selbst an der Spitze der US-Regierung. Im Netz sorgt unter anderem diese Tatsache für Belustigung und zynische Kommentare:
- "Er versucht, sein totes Land mit aller Kraft zu begraben."
- "Es sollte heißen: 'Vor einem Jahr wurden wir zu einem toten Land. Heute sind wir eine Peinlichkeit.'
- "Noch peinlicher jetzt! Wie oft wiederholt er denselben alten Quatsch? Trump's Greatest Shits immer und immer wieder."
- "Na ja, er ist ein geriatrischer alter Mann, der Dinge vergisst und viel einschläft."
Kritik nach Trumps Worten im Netz - man wünschte, man könnte darüber lachen
Der "kleine Versprecher" Trumps wiegt offenbar schwerer als der tatsächliche Inhalt der "Rede an die Nation". Und es ist nicht das Einzige, was Trump hier auf die Füße fällt. "Selbst wenn man seine 100 Stolperer über den Teleprompter ignoriert, ergibt diese Rede überhaupt keinen Sinn", schreibt ein politischer Aktivist bei X- auch hier folgen zahlreiche zustimmende Kommentare:
- "Es legt den Grundstein für welchen Bullshit er auch immer für die Zwischenwahlen abziehen wird. Ich wünschte, ich könnte darüber lachen und glauben, dass der Supreme Court und das amerikanische Volk nicht dumm genug sind, darauf reinzufallen, aber hier stehen wir nun..."
- "Es ist eine Trump-Rede. Sie sollte nie Sinn ergeben. Er hat erkannt, dass seine "Wählerbetrug"-Story, die immer wieder widerlegt wurde, ein Reinfall ist, also ist es jetzt 'China hat es getan'. Er merkt nicht einmal, wie absolut dumm er sich anhört, wenn er das sagt.
Was wollte der US-Präsident mit dieser Rede wirklich bezwecken?
Auch aus Deutschland kommt übrigens Kritik. CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen bezeichnete Trumps Rede als "Ausdruck einer tiefen Ratlosigkeit", berichtet der "Deutschlandfunk". Trump wisse einfach nicht, wie er weiter vorgehen wolle. Nicht wenige vermuten, dass Trump mit seiner Rede mit Blick auf die Zwischenwahlen einen Hintergedanken habe. "Welt"-Korrespondent Michael Wüllenweber sprach von "viel dünner Suppe" in Erwartung an Trumps groß angekündigte Rede. Dass China sich Wahlunterlagen verschafft habe, mag ja sein, aber es habe keinen Einfluss darauf, dass Wahlen manipuliert worden seien, so der Experte. Die ganze Rede sei eine Aktion, die Trumps sogenannten "Safe-America-Act" legitimieren soll - ein Gesetzesentwurf, der eine Änderung des Wahlrechts anstrebt.
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