Donald Trump: Trump-Denkmal erinnert an Hitler - erneuter Wirbel um Bauprojekt
US-Präsident Donald Trump plant den Bau eines Triumphbogens in Washington. Der Bau des "Arc de Trump" soll bis 2028 fertiggestellt werden. Bild: dpa/Ansgar Haase
Erstellt von Ines Fedder
10.07.2026 10.57
- Donald Trump bekommt grünes Licht für umstrittenen "Arc de Trump" in Washington
- Kritik eskaliert: Hitler- und Faschismus-Vergleiche sorgen für Eklat bei Anhörung
- Veteranin erhebt schwere Vorwürfe gegen Trumps Prestigeprojekt
- Bau unter extremem Zeitdruck: 20-Stunden-Schichten für Fertigstellung bis 2028 geplant
Die National Capital Planning Commission hat grünes Licht für eines der umstrittensten Bauprojekte in der Geschichte Washingtons gegeben: den "Arc de Trump". Der vergoldete Triumphbogen soll mit einer Höhe von 250 Fuß in der Nähe des Arlington-Nationalfriedhofs errichtet werden – mehr als doppelt so hoch wie das nahegelegene Lincoln Memorial und sogar größer als der Pariser Arc de Triomphe.
Trump triumphal arch wins early approval from National Capital Planning Commissionhttps://t.co/VyCjDZQy13 pic.twitter.com/Z6f4rx1IoT
— The Washington Times (@WashTimes) July 9, 2026
Abgeordnete stimmen für Bau des "Arc de Trump"
Die Entscheidung fiel mit 8 zu 1 Stimmen, wobei Trump-Verbündete und republikanische Kongressabgeordnete geschlossen dafür votierten, berichtet "Daily Beast". Lediglich ein Vertreter der Hauptstadt stimmte dagegen, drei weitere enthielten sich.
Dem Votum ging eine dreistündige öffentliche Anhörung voraus, in der die überwiegende Mehrheit der mehr als zwei Dutzend Redner ihre Ablehnung des Projekts zum Ausdruck brachte. Das Monument soll zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten fertiggestellt werden.
Faschistische Architektur? Nazi-Vergleiche sorgen für Eklat
Besonders brisant wurde die Anhörung, als ein Redner direkte Parallelen zwischen Trumps Bogen und einem nie realisierten Projekt Adolf Hitlers zog. Der Zeuge hielt Bilder beider Entwürfe hoch und erklärte laut "National Journal": "Der Bogen ist faschistisch im Design. Es überrascht nicht, dass er einem Bogen ähnelt, den Hitler in Berlin bauen wollte."
Kommissionsvorsitzender Will Scharf, der gleichzeitig als Stabssekretär im Weißen Haus tätig ist, reagierte abweisend auf die Kritik: "Ich bin mir nicht sicher, was Sie damit erreichen wollen."
Zu Erinnerung: Der von NS-Chefarchitekt Albert Speer entworfene Berliner Triumphbogen sollte dreimal so groß werden wie sein Pariser Vorbild – Teil von Hitlers Plänen zur Umgestaltung der deutschen Hauptstadt nach seinem Ebenbild.
Veteranin: "Wir schulden unseren Toten zumindest Stille"
Unter den schärfsten Kritikern befand sich Linsay Burnett, die im Irak als Kampffotografin und Unteroffizierin für Öffentlichkeitsarbeit gedient hatte. Sie wandte sich direkt an die Kommission: "Ich stehe vor Ihnen als die Person, die dieser Bogen zu ehren vorgibt, und als jemand, der erzogen wurde, das zu schützen, was er zerstören würde. Er verrät beides."
Burnett verwies auf die jahrelangen Bauarbeiten unmittelbar neben dem Soldatenfriedhof: "Nach diesem Plan würden Familien ihre Angehörigen zu den Geräuschen von Rammen beerdigen. Zapfenstreich gegen eine Betonpumpe. Wir verlangen unseren Toten alles ab. Das Mindeste, was wir ihnen schulden, ist Stille."
Auch Priya Jain, Vorsitzende des Denkmalschutzkomitees der Society of Architectural Historians, forderte laut "Washington Post" die Ablehnung des "überhasteten und unangemessenen Vorschlags".
Von der Antike bis zum Weißen Haus: Trumps Hang zum Monumentalen
Triumphbögen haben eine jahrtausendealte Tradition, die bis ins antike Rom zurückreicht. Der berühmteste steht auf der Pariser Avenue des Champs-Élysées, doch auch New York besitzt mit dem Washington Arch im Washington Square Park ein solches Bauwerk – errichtet zum Gedenken an George Washingtons Amtseinführung.
Der "Arc de Trump" reiht sich ein in eine Serie aufwendiger Umgestaltungen der Hauptstadt durch den Präsidenten. Dazu zählen der Abriss des Ostflügels des Weißen Hauses zugunsten eines 600 Millionen Dollar teuren Ballsaals - ein Projekt, was auf starken Widerstand stieß - die Umwandlung des Rosengartens in eine Betonterrasse, ein "Walk of Fame" an der Kolonnade des Westflügels sowie die Ausstattung des Oval Office mit zahlreichen vergoldeten Objekten.
Donald Trump macht Druck beim Bau des Denkmals
Dokumente des National Park Service aus dem vergangenen Monat offenbaren den enormen Zeitdruck hinter dem Projekt. Laut "Washington Post" bezeichnen Experten den Zeitplan als "ungewöhnlich aggressiv für ein Nicht-Notfallprojekt". Um die Fertigstellung bis 2028 zu gewährleisten, müssten Bauarbeiter zwei bis drei Jahre lang rund um die Uhr in 20-Stunden-Schichten arbeiten.
Kommissionsvorsitzender Scharf kündigte an, dass eine endgültige Abstimmung bei der nächsten Sitzung im September stattfinden könnte. "Ich denke, das Gedenken an Amerikas 250. Jahrestag ist wichtig", erklärte er. "Der vorgeschlagene Bogen ist eine angemessene Würdigung von 250 Jahren."
Paul Ingrassia, von Trump im Dezember zum kommissarischen Chefjuristen der General Services Administration ernannt, pflichtete bei: Das Projekt sei "längst überfällig".
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