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Peter Altmaier bei "Markus Lanz": Ex-Kanzleramtschef warnt im ZDF vor Staatskrise und AfD-Entwicklung

Der frühere Kanzleramtschef Peter Altmaier hat sich im ZDF-Talk "Markus Lanz" besorgt über eine drohende Staatskrise geäußert. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

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  • Peter Altmaier warnt bei "Markus Lanz" vor Staatskrise und AfD-Regierung
  • Früherer Kanzleramtschef zieht beunruhigenden Vergleich mit Weimarer Republik
  • Bevorstehende Landtagswahlen bringen schwarz-rote Koalition in Bedrängnis

Der Bundestag mag sich zwar vor einigen Tagen in die parlamentarische Sommerpause verabschiedet haben, doch auch in den politischen Sommerferien sind die Querelen der Bundesregierung nicht vom Tisch. Der frühere Kanzleramtschef Peter Altmaier sieht die Zerwürfnisse innerhalb von Schwarz-rot mit großer Sorge und warnt nun vor einer Staatskrise, die Deutschland seit fast 100 Jahren nicht mehr erlebt hat.

Peter Altmaier warnt bei "Markus Lanz" vor drohender Staatskrise

Bei "Markus Lanz" hat Peter Altmaier eindringlich vor einer drohenden Staatskrise gewarnt. Der CDU-Politiker zog in der Sendung vom 14. Juli 2026 einen beunruhigenden Vergleich zur Weimarer Republik. "Wenn diese Koalition es nicht packt, wenn sie nicht zusammenbleibt, dann besteht die Gefahr, dass wir ganz ähnlich wie in Weimar" scheitern könnten, erklärte Altmaier in der ZDF-Talkshow. Deutschland könnte dann nicht mehr in der Lage sein, "eine Regierung mit parlamentarischer Mehrheit zustande zu bringen".

Weimarer Republik könnte sich wiederholen und AfD an die Macht bringen

Der 68-Jährige betonte dabei ausdrücklich: "Ich vergleiche die AfD nicht mit der NSDAP." Dennoch erinnerte er daran, dass in der Weimarer Republik die letzte parlamentarische Regierung an einer vergleichsweise unbedeutenden Frage zur Höhe von Sozialbeiträgen zerbrochen sei. Danach sei eine Mehrheitsbildung unmöglich geworden.

Schwarz-rot unter massivem Druck - Mehrheit im Bundestag schwindet dahin

Wie die "Bild" zusammenfasst, untermauerte Altmaier seine Befürchtungen mit konkreten Zahlen. Die aktuelle Große Koalition verfüge im Bundestag lediglich über einen Vorsprung von 15 Stimmen. Das sei sogar weniger als bei der schwarz-gelben Regierung zwischen 2009 und 2013, betonte der ehemalige Wirtschaftsminister.

Zwar bewertete Altmaier den jüngsten Koalitionsausschuss als positives Signal. Doch "wir haben noch ganz dicke Bretter, die gebohrt werden müssen", warnte er. Besonders die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin bereiteten ihm Sorgen. Diese Urnengänge würden "eine erhebliche Bedeutung haben für das politische Klima in Deutschland", so der CDU-Politiker. Die Ergebnisse könnten die ohnehin angespannte Lage der Bundesregierung weiter verschärfen.

Unbeliebtheit von Kanzler Mehr bedroht Deutschlands Demokratie

Auch Wolfgang Schmidt, der unter Olaf Scholz das Kanzleramt leitete, schlug bei der ZDF-Sendung Alarm. Der SPD-Politiker zeigte sich besorgt über die anhaltend schlechten Umfragewerte der Regierungschefs. "Es ist für unsere Demokratie nicht wirklich gut, dass die Kanzler jetzt im Prinzip alle seit mehreren Jahren unbeliebt sind", mahnte Schmidt.

Die Zahlen sind tatsächlich dramatisch: Laut einer Forsa-Umfrage sind nur noch 14 Prozent der Befragten mit der Arbeit von Friedrich Merz zufrieden. Damit erreicht der CDU-Kanzler gut 14 Monate nach seinem Amtsantritt einen neuen Negativrekord. Insgesamt zeigen sich 85 Prozent der Deutschen unzufrieden mit der Regierungsarbeit. Schmidt betonte, es gehe nun "nicht darum, den Schönheitspreis zu gewinnen, sondern erst mal das zu machen, was notwendig ist".

Peter Altmaier mit dringendem Appell an schwarz-rote Regierung

Der frühere Kanzleramtschef richtete zum Abschluss einen dringenden Appell an alle Beteiligten der schwarz-roten Regierung. "Jeder muss sich im Klaren sein, dass es jetzt eben nicht nur darum geht, persönliche oder auch parteipolitische Erwägungen und Motive zu formulieren", forderte Altmaier. Stattdessen trage man gemeinsam die Verantwortung dafür, "dass diese Regierung und die parlamentarische Mehrheitsbildung intakt bleiben". Auch Schmidt pflichtete bei und mahnte zu mehr Offenheit innerhalb des Bündnisses: "Es gehört bei dieser Aufgabe dazu, dass man intern brutal ehrlich ist." Altmaier vermied es während der gesamten Sendung, direkte Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz zu üben. Dies habe er von Angela Merkel gelernt, erklärte er. Persönliche Angriffe auf Verantwortungsträger bewirkten in der Sache wenig.

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