Kosten-Explosion bei Gas und Strom: So tief müssen Gas- und Stromkunden 2027 in die Tasche greifen

Gas- und Stromkunden in Deutschland müssen sich auf einen Preisschock einstellen: Wegen der explodierten Großhandelspreise rechnen Experten ab 2027 mit massiven Aufschlägen von bis zu 20 Prozent.

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Millionen deutsche Haushalte müssen sich 2027 auf steigende Energiekosten einstellen. (Foto) Suche
Millionen deutsche Haushalte müssen sich 2027 auf steigende Energiekosten einstellen. Bild: picture alliance / dpa | Arno Burgi
  • Kostenschock für Gas- und Stromkunden ab dem neuen Jahr befürchtet
  • Experten rechnen vor: Flächendeckende Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent in 2027 möglich
  • Ost-West-Gefälle bei Energiepreisen: Wer zahlt wie viel mehr?

Für Millionen Haushalte in Deutschland wird Energie ab 2027 spürbar teurer. Sowohl beim Strom als auch beim Gas klettern die Netzentgelte zum Jahreswechsel nach oben – im Schnitt um 1,9 Prozent bei Strom und rund drei Prozent bei Gas. Doch das ist nur ein Teil der schlechten Nachricht.

Kosten-Schock bei Strom und Gas: So teuer wird's ab 2027

Besonders hart dürfte es Gaskunden treffen: Laut Berechnungen des Vergleichsportals Verivox drohen der "Bild" zufolge flächendeckende Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent. Hintergrund sind die seit dem Iran-Krieg massiv gestiegenen Großhandelspreise am Gasmarkt. Die Versorger werden diese höheren Einkaufskosten voraussichtlich an ihre Kundschaft weiterreichen. Wie stark die Belastung im Einzelfall ausfällt, hängt dabei erheblich vom Wohnort ab – denn die regionalen Unterschiede sind beträchtlich.

Stromkunden im Westen zahlen ab dem kommenden Jahr drauf – Osten wird leicht entlastet

Bei den Stromnetzentgelten fällt der Anstieg von durchschnittlich 1,9 Prozent zunächst moderat aus. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeutet das der Beispielrechnung zufolge Mehrkosten von etwa acht Euro jährlich. Ein wesentlicher Grund für den Anstieg: Die Bundesregierung reduziert ihren Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten um fast eine Milliarde Euro auf dann noch 5,525 Milliarden Euro.

Auffällig ist das Ost-West-Gefälle. In den westdeutschen Bundesländern steigen die Netzgebühren im Durchschnitt um zehn Euro, während Haushalte in Ostdeutschland sogar rund drei Euro weniger zahlen. Den stärksten Zuwachs verzeichnet Hamburg. Verivox-Energieexperte Thorsten Storck verwies darauf, dass die Höhe der Netzgebühren maßgeblich "von den Kosten für den Ausbau und Betrieb der regionalen Stromnetze" abhänge.

Gasmarkt unter wachsendem Druck – Iran-Krieg treibt Preise in die Höhe

Auch bei den Gasnetzentgelten müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Der bundesweite Anstieg von rund drei Prozent schlägt für eine Familie im Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch mit etwa 19 Euro Mehrkosten zu Buche. Besonders kräftig fallen die Erhöhungen in Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Brandenburg aus.

Doch die steigenden Netzgebühren sind laut Verivox nur ein Nebenschauplatz. Der eigentliche Preistreiber liegt am Großhandelsmarkt: Seit Ausbruch des Iran-Kriegs sind die Einkaufspreise für Gas regelrecht explodiert. Thorsten Storck von Verivox stellte klar, dass die höheren Netzgebühren "im Vergleich zu den explodierten Großhandelspreisen geringen Einfluss auf die Heizkostenentwicklung der Haushalte in Deutschland haben" werden.

Deutschen Verbrauchern drohen flächendeckende Gaspreiserhöhungen im neuen Jahr

Die Konsequenz für Millionen Gaskunden ist nach Einschätzung von Verivox eindeutig: Zum Jahreswechsel 2026/2027 werden die Versorger die gestiegenen Beschaffungskosten an ihre Kundschaft durchreichen. Energieexperte Thorsten Storck formulierte es unmissverständlich: "Wir erwarten zum Jahreswechsel flächendeckende Preiserhöhungen, in denen die Gasversorger die höheren Beschaffungskosten an ihre Kunden weitergeben." Je nach bestehendem Vertrag müssten sich Haushalte auf Aufschläge zwischen 10 und 20 Prozent einstellen.

Wie stark die individuelle Belastung ausfällt, hängt wesentlich vom jeweiligen Tarif und der Region ab. Angesichts der erheblichen Unterschiede zwischen den Bundesländern lohnt sich für Verbraucher ein genauer Blick auf die eigene Vertragssituation – und gegebenenfalls ein Anbieterwechsel, wie aus den Verivox-Berechnungen hervorgeht.

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