Ökotest im April 2026: Nur eine Ostereierfarbe im Test enthält keine kritischen Stoffe
Bunte Eier gehören für viele Familien zum Osterfest dazu. Doch ausgerechnet bei den Farben gibt es jetzt schlechte Nachrichten. Ein aktueller Öko-Test zeigt: Viele Produkte enthalten problematische Stoffe.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Ökotest hat sieben Ostereierfarben untersucht
- Fünf Produkte enthalten bedenkliche Azofarbstoffe
- Bei mehreren Farben drangen Farbstoffe sogar durch die Eierschale
Eigentlich soll Ostern bunt, fröhlich und unbeschwert sein. Doch ausgerechnet bei einem Klassiker gibt es jetzt einen Dämpfer: Viele Ostereierfarben enthalten Stoffe, die aus Verbrauchersicht alles andere als unproblematisch sind. Das Verbrauchermagazin "Öko-Test" hat für seine aktuelle Untersuchung sieben Ostereierfarben geprüft – darunter Pulver, Tabletten und flüssige Farben. Das Ergebnis ist vor allem für Eltern ernüchternd: Fünf der sieben getesteten Produkte enthalten bedenkliche Azofarbstoffe. Und damit nicht genug: Bei mehreren Produkten drang die Farbe im Praxistest sogar durch die Eierschale.
Ökotest im April 2026: Ostereierfarben enttäuschen im Test - nur eine Marke ist bei den Inhaltsstoffen wirklich sauber
Auf den ersten Blick klingt das Testergebnis gar nicht so schlecht. Insgesamt vergab "Öko-Test" viermal "Gut", einmal "befriedigend" und zweimal "Ausreichend". Doch der genauere Blick zeigt ein anderes Bild. Denn bei den Inhaltsstoffen schnitt nur ein einziges Produkt ohne Einschränkungen ab. Das bedeutet: Selbst Farben mit ordentlicher Gesamtnote enthalten teilweise Stoffe, die aus Sicht von Verbraucherschützern kritisch gesehen werden.
Diese Farbstoffe in Ostereierfarben stehen in der Kritik
Besonders im Fokus stehen mehrere Azofarbstoffe und ein weiterer synthetischer Farbstoff, die in Lebensmitteln seit Jahren umstritten sind. Kritisiert wurden laut Test unter anderem:
- Tartrazin (E 102)
- Gelborange S (E 110)
- Azorubin (E 122)
- Cochenillerot A (E 124)
- Chinolingelb (E 104)
Diese Stoffe sind in der EU zwar zugelassen, stehen aber schon länger unter Beobachtung. Studien liefern Hinweise darauf, dass sie bei Kindern Hyperaktivität und Konzentrationsprobleme begünstigen könnten. Deshalb müssen Lebensmittel mit solchen Farbstoffen seit 2010 den Warnhinweis tragen: "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen".
Warum Eltern diesen Warnhinweis bei Ostereierfarben oft gar nicht sehen
Das besonders Ärgerliche: Für Ostereierfarben gilt diese Kennzeichnungspflicht nicht. Der Grund ist formal – aber für Verbraucher ziemlich absurd. Denn die Farben sollen offiziell nur die nicht essbare Schale färben. In der Praxis zeigt der Test jedoch, warum genau das problematisch ist. Denn wenn die Farbe eben nicht nur auf der Schale bleibt, sondern durchdringt, können die Stoffe sehr wohl mitgegessen werden.
Im Labortest zeigte sich ein Befund, der viele Eltern besonders aufschrecken dürfte: Bei mehreren Produkten hinterließen die Farben sichtbare Spuren auf dem Eiweiß unter der Schale. Heißt konkret: Die Farbe blieb nicht immer dort, wo sie eigentlich bleiben sollte. Weil jedes Ei unterschiedlich beschaffen ist, lässt sich nicht ausschließen, dass beim Färben zu Hause ebenfalls kleine Mengen der Farbstoffe ins Innere gelangen – und später mitgegessen werden. Genau dadurch wird aus einem scheinbar harmlosen Bastel- und Küchenprodukt plötzlich ein echtes Verbraucherthema.
Verbraucherzentrale fordert härtere Regeln für Azofarbstoffe
Auch die Verbraucherzentrale Hessen sieht die Lage kritisch. Die Verbraucherschützer fordern sogar "ein EU-weites Verbot für den Einsatz von Azofarbstoffen in Lebensmitteln und Lebensmittelfarbstoffen". Der bisherige Warnhinweis reicht ihrer Ansicht nach nicht aus. Hinzu kommt: Azofarbstoffe können bei empfindlichen Personen auch pseudoallergische Reaktionen auslösen. Damit geht es bei der Debatte nicht nur um ein theoretisches Risiko, sondern um ganz praktische Fragen: Was landet beim Eierfärben wirklich auf dem Teller?
Nur ein Produkt überzeugt wirklich: Diese Ostereierfarbe ist der Testsieger
Als einziges Produkt erhielt Ökonorm Nawaro eine uneingeschränkte Empfehlung – sowohl bei den Inhaltsstoffen als auch bei der Farbgebung. Der Haken: Mit 4,95 Euro pro Packung ist das Produkt auch das teuerste im Test. Wer also auf Nummer sicher gehen will, muss beim Testsieger deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, färbt Ostereier einfach natürlich. Die gute Nachricht: Es geht auch ganz ohne problematische künstliche Farbstoffe. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Ostereier ganz klassisch mit pflanzlichen Zutaten zu färben.
Ostereierfarben im Ökotest: Alle getesteten Produkte im Überblick
Im Test erhielten nur vier Produkte die Note "Gut". Folgende Produkte wurden getestet:
- Auro Natur Eierfarben
- Heitmann Eierfarben Knalligbunte Farben
- Heitmann Iris-Eierfarben (Testurteil: "Ausreichend"
- Metma Eierfarben
- Metma Eierfarbentabletten zum Kaltfärben
- Ökonorm Nawaro Eierfarben (Testurteil: "Gut")
- Rayher Eierfarben Set
Die kompletten Ergebnisse vom Ostereierfarben-Test gibt es in der April-Ausgabe von "Öko-Test" sowie im Netz.
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