Preisschock kurz vor Ostern: Schoko-Osterhasen bald unbezahlbar? Hersteller schrauben Preise hoch

Das Osterfest rückt immer näher und die Supermarkt-Regale sind voll mit Süßigkeiten zum Fest. Der Blick aufs Preisschild jagt Kundinnen und Kunden jedoch einen Schrecken ein: Werden Schoko-Osterhasen bald unbezahlbar?

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Schoko-Hasen gehören zu Ostern einfach dazu - allerdings machen die aktuellen Süßigkeitenpreise derzeit wenig Lust auf Großeinkäufe, obwohl der Kakaopreis im Sinkflug begriffen ist. (Foto) Suche
Schoko-Hasen gehören zu Ostern einfach dazu - allerdings machen die aktuellen Süßigkeitenpreise derzeit wenig Lust auf Großeinkäufe, obwohl der Kakaopreis im Sinkflug begriffen ist. Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul
  • Schoko-Osterhasen bald Luxusware?
  • Süßigkeiten zum Osterfest teuer wie nie - trotz sinkender Kakaopreise
  • Kauflaune in Deutschland auf dem Sinkflug - Ostergeschäft mit Süßigkeiten bricht ein

Für Naschkatzen brechen herausfordernde Zeiten an: Obwohl vor dem nahenden Osterfest die Supermarkt-Regale bereits vor Schoko-Osterhasen und anderen Süßigkeiten überquellen, machen die Preisschilder derzeit nur wenig Lust, sich mit Naschwerk einzudecken. Obwohl die Kakaopreise an den internationalen Börsen zuletzt deutlich gefallen sind, müssen Verbraucher für die beliebten Oster-Süßigkeiten tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr.

Schoko-Osterhasen teuer wie nie - und das, obwohl die Kakaopreise sinken

Eine Auswertung der Vergleichs-app Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur zeigt: Österliche Schokoladen-Produkte der großen Marken Lindt, Milka, Kinder und Ferrero kosten je nach Größe und Hersteller zwischen sieben und 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei wurden weder Sonderangebote noch Eigenmarken der Händler berücksichtigt. Der Widerspruch liegt dabei deutlich auf der Hand: Während Supermärkte und Discounter kürzlich bei zahlreichen Eigenmarken-Schokoladen die Preise senkten, ziehen die Markenprodukte weiter an – und das bereits im zweiten Jahr in Folge.

Oster-Schokohasen bald Luxusware? So drehen die Hersteller an der Preisschraube

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung am wohl bekanntesten Schokohasen Deutschlands. Der Lindt-Goldhase in der 100-Gramm-Variante kostet im Vergleich zum Vorjahresmonat 70 Cent mehr – ein Plus von 16 Prozent. Bei der kleineren 50-Gramm-Version fällt der Aufschlag mit 50 Cent sogar noch stärker ins Gewicht, was einer Steigerung von 18 Prozent entspricht.

Rechnet man den Preis auf ein Kilogramm hoch, erreicht der goldene Klassiker inzwischen stolze 65 Euro. Zum Vergleich: Laut Statistischem Bundesamt lag der Preis für eine gewöhnliche Tafel Schokolade im Januar bereits 70 Prozent über dem Niveau von 2020, bei Riegeln und anderen Schokoladenerzeugnissen sogar 75 Prozent.

Kakaopreise im Sinkflug - Weshalb ist Oster-Schokolade trotzdem so teuer?

Doch warum steigen die Preise, wenn der Rohstoff günstiger wird? Der von der internationalen Kakaoorganisation ICCO ermittelte Tagespreis lag Anfang März bei rund 2.600 Euro pro Tonne – praktisch auf dem Niveau vor der Krise 2023. Lindt & Sprüngli erklärt die Diskrepanz mit der Einkaufsstrategie: Kakao werde langfristig beschafft, um die Verfügbarkeit zu sichern. "Daher wird es einige Zeit dauern, bis wir die Auswirkungen niedrigerer Kakaopreise spüren werden", teilt das Unternehmen mit. Zusätzlich blieben die Kosten für andere Rohstoffe wie Nüsse sowie für Verpackungen weiterhin hoch.

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie bestätigt diese Darstellung: Viele Unternehmen zahlten noch immer die höheren Preise, die im Laufe des Jahres 2025 vereinbart wurden. Bis sich Börsenentwicklungen im Handel niederschlagen, vergehen demnach oft mehrere Monate.

Kauflaune so mau wie nie - Ostergeschäft mit Süßigkeiten bricht ein

Die Preisexplosion hinterlässt deutliche Spuren im Kaufverhalten. Laut einer YouGov-Umfrage vom Februar konsumiert mittlerweile jeder zweite Deutsche weniger Schokolade als noch vor zwei Jahren. Nur fünf Prozent der Befragten gaben an, mehr zu essen. Das saisonale Geschäft trifft es besonders hart: Im Ostergeschäft 2025 sank der Absatz bei saisonalen Schokoladenprodukten nach Daten des Marktforschers NIQ um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Weihnachtsschokolade fiel der Rückgang mit zwölf Prozent sogar noch deutlicher aus. Die Kunden reagieren mit einer klaren Strategie: Knapp drei Viertel aller Schokoladenwaren wanderten zuletzt nur noch im Sonderangebot in den Einkaufswagen – ein erheblicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.

Schokolade teurer als Frischfleisch – wie lange hält der Preis-Irrsinn an?

Die Hersteller bewegen sich auf einem schmalen Grat. "Marken können hohe Preise verlangen", erklärt Handelsprofessor Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn. Zahlreiche bekannte Produzenten hätten bei Schokolade, Kaffee oder Kosmetik die Preise überproportional angehoben. Lindt-Produkte kosteten mittlerweile mehr als hochwertiges Frischfleisch. Kortum beobachtet einen wachsenden Wettbewerb im Luxussegment: "Premium funktioniert, solange der wahrgenommene Mehrwert klar höher ist als bei Alternativen."

Philipp Hennerkes, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, sieht die Entwicklung mit Spannung: "Marken wie Lindt haben eine enorme Zugkraft, der Kunde verlangt sie im Supermarkt. Gleichzeitig ist die Preissensibilität weiterhin hoch." Die entscheidende Frage bleibe, wie lange die Verbraucher die Aufschläge noch akzeptieren.

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