Öltanker sitzen nach Iran-Angriff fest: Deutschlands Autofahrern droht massiver Preis-Schock beim Tanken
Die Blockade der Straße von Hormus nach dem israelisch-amerikanischen Militärschlag gegen den Iran könnte den Ölpreis um 50 Prozent in die Höhe jagen – und deutschen Autofahrern beim Tanken einen ordentlichen Preis-Schock bescheren.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Israel und USA greifen Iran mit Militärschlag an
- Straße von Hormus blockiert - Öltanker sitzen fest
- Preisschock an der Zapfsäule droht: Benzinpreise in Deutschland könnten sprunghaft steigen
Der militärische Schlag der USA und Israels gegen den Iran am 28. Februar 2026 hat den Nahen Osten in eine schwere Krise gestürzt. Bei dem Raketenangriff kam der Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei im Alter von 86 Jahren ums Leben. Der religiöse Machthaber hatte das Land 37 Jahre lang regiert.
Luftangriffe gegen den Iran mit Raketen-Abschüssen gen Arabische Halbinsel beantwortet
Teheran schlug umgehend zurück und feuerte Raketen auf die Arabische Halbinsel. Als direkte Konsequenz blockiert der Iran nun die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr. Zahlreiche Öltanker sitzen derzeit im Persischen Golf fest und können die strategisch wichtige Meerenge nicht passieren. Der Weg zum offenen Arabischen Meer und damit zu den europäischen Märkten ist abgeschnitten.
Öltanker sitzen in Straße von Hormus blockiert -Droht ein Preisschock an der Tankstelle?
Die wirtschaftlichen Folgen der Blockade könnten Autofahrer in Deutschland hart treffen. Der Ökonom Prof. Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, warnt gegenüber "Bild" vor drastischen Preissteigerungen: "Eine längere Schließung der Straße von Hormus könnte den Ölpreis in Richtung 100 Dollar steigen lassen." Aktuell notiert Rohöl am Weltmarkt zwischen 67 und 72 Dollar je Barrel. Ein Sprung auf die 100-Dollar-Marke würde an Deutschlands Tankstellen einen Preisanstieg von bis zu 50 Prozent bedeuten. Diese Mehrkosten könnten direkt an Verbraucher und Wirtschaft weitergegeben werden – mit spürbaren Auswirkungen an deutschen Zapfsäulen.
Tanker-Verkehr in Straße von Hormus für internationalen Öl-Handel ausschlaggebend
Die Straße von Hormus ist die einzige Verbindung zwischen dem Persischen Golf und dem offenen Meer. Für die ölreichen Golfstaaten stellt sie den unverzichtbaren Zugang zum internationalen Handel dar. Im vergangenen Jahr transportierten Tanker täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl durch die enge Wasserstraße – das entspricht fast einem Fünftel des globalen Verbrauchs. Doch nicht nur Öl fließt durch die Meerenge. Etwa 20 Prozent des weltweiten Handels mit Flüssigerdgas (LNG) nehmen ebenfalls diese Route. Der Großteil stammt aus Katar. Eine anhaltende Blockade würde damit auch die Gasversorgung empfindlich treffen.
Experte warnt: Dauerhafter Iran-Konflikt könnte gravierende Folgen haben
Die Ölförderländer der OPEC+ reagieren auf die angespannte Lage. Am 1. März kündigte das Kartell an, die tägliche Produktion um 206.000 Barrel zu steigern. Die Maßnahme soll den Marktpreis stabilisieren, greift allerdings erst ab April. Derzeit fördert die Gruppe täglich 106,6 Millionen Barrel. Wie schwer die wirtschaftlichen Schäden ausfallen, hängt laut Prof. Fuest entscheidend von der Konfliktdauer ab. Bei einer Beschränkung auf ein bis zwei Wochen blieben die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft überschaubar. Der Experte mahnt jedoch: "Ein dauerhafter Konflikt oder eine Ausweitung auf weitere Länder könnte gravierende Folgen haben."
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