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Porto-Erhöhung im Januar 2022: Deutsche Post jagt Gebühren hoch! So teuer wird der Briefversand

Wer ab Januar 2022 einen Standardbrief innerhalb Deutschlands verschicken möchte, muss tiefer in die Tasche greifen: Die Deutsche Post hat eine Porto-Erhöhung angekündigt. Auch andere Briefe werden teurer.

Die Deutsche Post hebt die Gebühren für den Briefversand ab Januar 2022 an. Bild: picture alliance/dpa | Fabian Sommer

Wer sich in Zeiten von E-Mails, Sprachnachrichten und Messenger-Chats noch auf die Kommunikationsform des Briefeschreibens verlegt, muss dafür bald tiefer in die Tasche greifen: Das Briefporto wird teurer.

Porto-Erhöhung 2022: Deutsche Post hebt Gebühren für Briefversand um 4,6 Prozent an

Die Bundesnetzagentur veröffentlichte am6. Oktober einen Spielraum für Preiserhöhungen, auf dessenBasis die Deutsche Post ihr Porto anheben kann. Besagter Spielraum für Erhöhungen liegt bei 4,6 Prozent - um diesen Prozentbetrag darf der Warenkorb aller Briefarten teurer werden, ob Standardbrief, Maxibrief, Großbrief oder Postkarte.

Der Wert ist relativ niedrig, bei der Portoerhöhung 2019 lag er bei 8,9 Prozent. Damals verteuerte sich zum Beispiel das Porto für einen Standardbrief um 10 Cent auf 80 Cent. Wie stark das Porto für den Standardbrief zum 1. Januar steigt, entscheidet die Deutsche Post letztlich selbst.

Porto wird teurer: Standardbrief kostet bald 85 statt 80 Cent

Kurz darauf teilte die Deutsche Post mit, wie viel teurer der Briefversand innerhalb Deutschlands wird: Ein Standardbrief zum Beispiel soll dann 85 statt bisher 80 Cent kosten, ein Kompaktbrief 1 Euro (derzeit: 95 Cent). Bei der Postkarte dreht das Unternehmen stärker an der Preisschraube, diese soll 70 Cent kosten und damit 10 Cent mehr als bislang. Die Portoanhebung begründete die Deutsche Post mit höheren Kosten bei sinkenden Sendungsmengen. 

Der von der Bundesnetzagentur genehmigte Spielraum für Preisanhebungen unterteilt sich auf eine berechnete Inflation von 3,25 Prozent seit der Portoanhebung 2019 und auf Produktivitätsverluste von 1,35 Prozent wegen des Mengenrückgangs. Die Netzagentur wird jetzt prüfen, ob die geplanten Portoanhebungen im Rahmen des Spielraums liegen. Die endgültige Entscheidung fällt wohl im November. Es ist unwahrscheinlich, dass sich an den Plänen noch etwas ändert. Das neue Porto gilt für drei Jahre.

Im Januar 2022 steigt das Brief-Porto auf 85 Cent - vor einigen Jahren kostete der Versand nur schmale 55 Cent. Bild: picture alliance/dpa/dpa Grafik | dpa-infografik GmbH

Deutsche Post motzt wegen geringem Spielraum für Porto-Erhöhungen

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sprach von "Raum für moderate Preiserhöhungen". Ein paar Straßen entfernt von Homanns Bonner Büro, in der Konzernzentrale des "Gelben Riesen", war man nicht begeistert: Aus Sicht der Post ist der Erhöhungsspielraum zu klein, wie aus der Mitteilung der Firma hervorgeht. Die 4,6 Prozent seien weniger als der Ausgleich für Lohnkostensteigerungen und "erst recht kein Ausgleich für die in den nächsten Jahren zu erwartende Steigerung der Stückkosten durch weiter sinkende Briefmengen, höhere Inflation und Zusatzkosten für einen klimafreundlicheren Briefdienst". Mit letzterem sind Investitionen in moderne Technik und klimaschonenden Transport gemeint, etwa in Elektrofahrzeuge.

Zudem monierte die Post, dass durch die Vorgabe der Netzagentur der Spielraum für Tariferhöhungen "deutlich eingeschränkt" werde. Der Konzern hat im Post- und Paketgeschäft 155.000 Beschäftigte im Inland, davon sind 118.500 Zusteller.

Deutsche Post macht trotz schrumpfendem Briefmarkt ordentlich Kasse

Der Briefmarkt schrumpft im Digitalzeitalter seit langem. Die Menschen schreiben sich deutlich weniger Briefe als früher und nutzen in ihrer Kommunikation stattdessen verstärkt Emails, Chats oder soziale Medien. Allerdings ist das Briefgeschäft für das Bonner Unternehmen weiterhin ein lukratives Geschäft - das liegt auch an den vom Staat genehmigten Preiserhöhungen.

Das Thema Portoerhöhung ist ein heißes Eisen. Zum einen ärgert es manchen Verbraucher, wenn seine alten Briefmarken nicht mehr ausreichen und er seine Sendung zusätzlich frankieren muss. Außerdem gibt es immer wieder Kritik von Konkurrenten: Paketdienstleister monieren, dass die Deutsche Post DHL ihr Paketgeschäft mit den Briefeinnahmen gewissermaßen quersubventionieren kann und dadurch einen Wettbewerbsvorteil hat am boomenden Paketmarkt.

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loc/news.de/dpa