Pantoprazol-Rückruf: Millionen Menschen betroffen - Warnung vor diesem Medikament

Aufgepasst! Einer der meistverordnetsten Medikamente Deutschlands, ein Säurehemmer bei Magenproblemen, wird aktuell zurückgerufen. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker warnt. Das können Verbraucher:innen jetzt tun.

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Säurehemmer des Herstellers Betapharm werden aktuell zurückgerufen. (Foto) Suche
Säurehemmer des Herstellers Betapharm werden aktuell zurückgerufen. Bild: Adobe Stock/Akbar Hossain
  • Arzneimittelhersteller ruft Säurehemmer zurück
  • Warnung vor Pantoprazol - darauf müssen Verbraucher:innen jetzt achten
  • Medikamenten-Rückruf auf Apotheken-Ebene - diese Chargen sind betroffen
  • Protonenpumphemmer wie Omneprazol - so wirken sie

Regelmäßig kommt es auch bei Medikamenten zur Rückrufen, zwar deutlich seltener, als bei Lebensmitteln, aber es passiert. Aktuell sind besonders viele Menschen von einem Arzneimittel-Rückruf betroffen. Denn: Säurehemmer gehören zu den meistverordneten Medikamenten Deutschlands. Und genau vor einem dieser Mittel wird aktuell gewarnt. Die Hintergründe.

Betapharm rüft Magenmedikament Pantoprazol beta 40 mg zurück

Der Arzneimittelhersteller Betapharm hat einen Rückruf für zwei Chargen des Magenmedikaments Pantoprazol beta 40 mg magensaftresistente Tabletten eingeleitet. Wie das Fachportal "Apotheke adhoc" berichtet, liegt dem Rückruf eine Panne bei der Qualitätskontrolle zugrunde.

Rückruf-Warnung vor Säurehemmern - aus diesem Grund

Konkret sind einzelne Packungen ohne die in der EU vorgeschriebene Freigabe durch eine sachkundige Person in den Handel gelangt. Zusätzlich stellte der Hersteller fest, dass bei der Wirkstofffreisetzung Abweichungen von der geltenden Spezifikation vorliegen.

Pantoprazol-Rückruf - Das können Verbraucher:innen jetzt tun

Der Rückruf beschränkt sich auf die Ebene von Apotheken und Großhandel. Betroffene Bestände sollen gesperrt und über den Großhandel an den Hersteller zurückgeschickt werden. Weitergehende Aussagen zur tatsächlichen Wirksamkeit oder möglichen gesundheitlichen Auswirkungen lassen sich aus den festgestellten Abweichungen allein nicht treffen.

Diese Chargen sind vom Rückruf betroffen

Zurückgerufen werden zwei konkrete Produkte: Pantoprazol beta 40 mg magensaftresistente Tabletten in der 30er-Packung mit der Chargennummer CV250342 sowie die 100er-Packung mit der Charge CV250344. Sämtliche anderen Chargen und Produkte des Herstellers Betapharm sind laut Rückrufhinweis nicht betroffen.

Gleiches gilt für Pantoprazol-Präparate anderer Hersteller – der Rückruf bezieht sich ausschließlich auf die beiden genannten Chargen. Wer unsicher ist, ob die eigene Packung betroffen ist, kann die Chargennummer direkt auf der Verpackung überprüfen. Sie findet sich üblicherweise auf der Faltschachtel oder dem Blister, häufig neben der Abkürzung "Ch.-B.".

Was Pantoprazol im Körper bewirkt

Bei dem zurückgerufenen Medikament handelt es sich um einen sogenannten Protonenpumpenhemmer. Wirkstoffe dieser Gruppe drosseln die Produktion von Magensäure und kommen vor allem bei Sodbrennen, Refluxerkrankungen sowie säurebedingten Magenbeschwerden zum Einsatz.

Die Bezeichnung "magensaftresistent" bezieht sich auf die spezielle Beschaffenheit der Tabletten. Sie sind so konzipiert, dass sie sich nicht bereits im Magen auflösen, sondern erst im weiteren Verlauf des Verdauungstrakts. Genau bei dieser kontrollierten Freisetzung des Wirkstoffs wurden bei den betroffenen Chargen Abweichungen festgestellt. Fachinformationen und Beipackzettel zu den Produkten stellt Betapharm über seine Arzneimittelsuche zur Verfügung.

Kein Grund zur Panik – aber auch nicht eigenmächtig absetzen

Wichtig für Betroffene: Es handelt sich ausdrücklich nicht um einen Rückruf auf Patientenebene. Wer das Medikament aktuell einnimmt, sollte die Behandlung keinesfalls ohne ärztliche Rücksprache unterbrechen oder verändern. Ein eigenmächtiges Absetzen kann gesundheitliche Folgen haben.

Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, die betreffende Packung in der Apotheke vorlegen und die Chargennummer überprüfen zu lassen. Auch ein kurzes Gespräch in der Arztpraxis kann Klarheit schaffen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weist darauf hin, dass Arzneimittelrückrufe je nach Risikoeinschätzung auf verschiedenen Ebenen stattfinden können. Eine offizielle Übersicht über aktuelle Rückrufe und Chargenüberprüfungen führt die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).

Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.

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