Tückische Kreditfalle: PostIdent-Betrug - hier müssen Verbraucher aufpassen

Was zunächst nach einer harmlosen Standard-Prozedur klingt, kann Sie richtig viel Geld kosten: Kriminelle nutzen das PostIdent-Verfahren, um Kredite über mehrere tausend Euro im Namen ihrer Opfer abzuschließen. Wie die Masche funktioniert, lesen Sie hier.

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Betrüger versenden selbst täuschend echt aussehende Briefe im Namen von Banken. (Foto) Suche
Betrüger versenden selbst täuschend echt aussehende Briefe im Namen von Banken. Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Fernando Gutierrez-Juarez
  • Betrüger lassen ahnungslose Opfer Kredite per PostIdent bestätigen
  • Wer einfach so ein PostIdent-Verfahren im Briefkasten findet, sollte vorsichtig sein
  • Bei unaufgeforderten und dringlichen Schreiben kann es sich um Betrüger handeln

Mehr rund um das Thema Betrug finden Sie am Ende dieses Beitrags.

So gut wie jeder dürfte mittlerweile die lästigen Spam- und Phishing-Mails kennen, mit denen Betrüger versuchen, ahnungslose Opfer dazu zu bringen, auf einen Link zu klicken um deren Daten zu stehlen. Doch wussten Sie, dass das auch per Post funktionieren kann? Wir erklären Ihnen, wie die Masche abläuft und wie Sie sich schützen können.

Wie funktioniert die Betrugsmasche mit PostIdent?

Die Masche der Betrüger ist ziemlich ausgeklügelt - und das ganz ohne große digitale Kompetenz. Sie verschicken täuschend echte Briefe im Namen von Banken, in denen sie eine Identitätsprüfung per PostIdent fordern. Auch auf Verkaufsplattformen können Anfragen nach Identitätsnachweisen aufkommen - etwa, wenn Sie privat Möbel oder andere Gegenstände auf Kleinanzeigen verkaufen wollen.

Der Trick dabei ist simpel: Wer die Prüfung tatsächlich durchführt, bestätigt damit unwissentlich einen Kaufvertrag. Mit dem PostIdent-Verfahren kann eine Unterschrift ersetzt werden. Kriminelle können Sie dazu verleiten, ohne Ihr Wissen Verträge abzuschließen - inklusive Kreditauszahlung. Das Geld landet dabei direkt bei den Tätern. Die Betrugsopfer merken den Vorgang häufig nicht direkt.

Wie können Verbraucher den Identifikations-Betrug erkennen?

Wie die Verbraucherzentrale warnt, sollten Sie unbedingt misstrauisch werden, wenn die Identitätsprüfung über unseriöse oder schlichtweg unbekannte Dritte läuft. Bei jedem PostIdent-Vorgang wird der Name des Unternehmens genannt, sowohl auf dem Papier-Coupon als auch digital auf dem Sign-Pad in der Postfiliale oder in der App. Sollte dort ein unbekannter Name erscheinen, brechen Sie den Vorgang sofort ab.

Ein Identifikationsverfahren sollten Sie ohnehin nur dann starten, wenn Sie selbst den Vorgang ausgelöst haben. Das passiert beispielsweise dann, wenn Sie ein neues Konto eröffnen wollen. Sollte Ihnen jemand unaufgefordert Links, Coupons oder Vorgangsnummern schicken, prüfen Sie dies sorgfältig.

Wichtig: Lassen Sie sich nie unter Druck setzen und geben Sie unter keinen Umständen TANs oder Freischaltcodes an Dritte weiter. Wir empfehlen, nur Apps und Seiten zu nutzen, die Sie selbst über offizielle Adressen der Bank aufgerufen haben. Niemals das Online-Banking über die E-Mail aufrufen - dahinter kann ein Betrugsversuch stecken.

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