Donald Trump und die Fußball-WM: "Spielfeld der Macht" - wie gut ist die neue ARD-Doku?
Im Vorfeld der WM will die neue ARD-Doku "Spielfeld der Macht" zeigen, wie eng Fußball und Politik in Donald Trumps Amerika verwoben sind. Doch gelingt ihr das in 60 Minuten wirklich? Ein Kommentar.
Von news.de-Redakteur Martin Gottschling - Uhr
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- Kritik zur neuen ARD-Doku "Spielfeld der Macht - Die WM in Trumps Amerika"
- In 60 Minuten wird das Zusammenspiel zwischen Politik und Sport in den USA aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet
- Die Bedeutung der Fußball-WM wird zu oft nur am Rande thematisiert
Wie politisch wird die Fußball-WM 2026 in den USA? Die neue ARD-Doku "Spielfeld der Macht - Die WM in Trumps Amerika" gibt vor dem Turnier einen Einblick in das tief gespaltene Land. Leider kratzen die Journalisten Ingo Zamperoni und Philipp Awounou dabei oft nur an der Oberfläche.
Warnung vor Donald Trump in neuer ARD-Doku "Spielfeld der Macht"
Was positiv ist: Die Doku versucht, verschiedene Seiten zu beleuchten. Es kommen sowohl Gegner als auch Befürworter von US-Präsident Donald Trump zu Wort. Der ehemalige NFL-Trainer Greg Blache warnt zum Beispiel vor der "Trump-Dynamik". Diese erlaube es den Menschen, "sich von ihrer schlimmsten Seite zu zeigen." Mexiko-Fans in einer Sportsbar bezeichnen die amtierende Regierung ebenfalls als eine "Schande" und der Soziologie-Professor Ben Carrington von der University of Southern California befürchtet, dass das Motto der diesjährigen WM "Die Welt zu Gast bei Feinden" werden könnte. Die konservative DAZN-Sportmoderatorin Emily Austin sowie UFC-Kämpfer Dustin Jacoby verteidigen Trump hingegen. Letzterer sagt: "Wir brauchen starke Führung. Und Präsident Trump ist der perfekte Mann für diese Position ... Ich finde, er ist der Präsident, der America First wirklich lebt, der Amerika über alle anderen stellt. Und so muss es auch sein. Wir sind das großartigste Land der Welt. Wir sind die Weltpolizei." Insgesamt macht die Doku einen ausgewogenen Eindruck - auch wenn sich offenbar ein paar mehr Kritiker des US-Präsidenten vor die Kamera trauten.
Film mit Ingo Zamperoni und Philipp Awounou zur Fußball-WM 2026 hat Schwächen
Auch der ehemalige deutsche Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der seit vielen Jahren in den USA lebt, sowie die Ex-Profifußballerinnen Ali Riley sowie Brandi Chastain werden interviewt. Hier zeigt sich jedoch ein großes Problem der Doku: Für knapp 60 Minuten sollten offenbar so viele Stimmen wie nur möglich eingefangen werden. Kaum wurde ein Protagonist vorgestellt, wechselt der Film bereits wieder zu einer anderen Szenerie. Häufig schweift die Doku zudem von ihrem eigentlichen Thema ab. Die bevorstehende Fußball-WM spielt an manchen Stellen gar keine Rolle mehr. Stattdessen begleiten die Reporter American-Football- oder Basketballfans, um die alltägliche Bedeutung des Sports in den USA zu zeigen. Zwischendurch folgen immer wieder Einspieler von Trumps Reden oder Videos aus dem Weißen Haus als Beleg dafür, wie der Präsident den Sport für seine politischen Zwecke instrumentalisiert. Dass dies für Trump eine große Rolle spielt, wird im Grunde genommen auch von fast allen Interviewpartnern in anderen Worten immer wieder bestätigt - dies wirkt ein wenig redundant.
Handwerklich ist die Doku aber gut gemacht und dadurch auch sehenswert. Man erhält in kurzer Zeit eine gute Vorstellung davon, wie sehr Politik und Sport in den Vereinigten Staaten bereits miteinander verwoben sind. Lediglich der konkrete Blick auf die Fußball-WM und die Chancen und Risiken, die diese für Donald Trump im Detail birgt, kommen etwas zu kurz.
"Spielfeld der Macht - Die WM in Trumps Amerika" ist am Montag, dem 8. Juni, um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen und vorab bereits in der ARD-Mediathek abrufbar.
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gom/bos/news.de
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