Reality Awards 2026 : Wenn Streit, Hass und Skandale auch noch belohnt werden

Heute Abend werden die Reality Awards 2026 verliehen. Ein Event, welches von RTL zurückgeholt wurde - aber gebraucht hat das niemand. Mit prominenter Unterstützung werden hier fragwürdige Trash-Stars für ihr unterirdisches Verhalten auch noch belohnt. Ein Kommentar.

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Auch in diesem Jahr wird die Verleihung der Reality Awards unter anderem von Olivia Jones moderiert. (Foto) Suche
Auch in diesem Jahr wird die Verleihung der Reality Awards unter anderem von Olivia Jones moderiert. Bild: dpa/Roberto Pfeil
  • Reality Awards 2026 werden erneut verliehen
  • Warum diese Preisverleihung so bedenklich ist
  • Streit, Missgunst und Skandale - diese Kategorien gehören abgeschafft
  • Darum braucht Reality dennoch die große Bühne

Es ist ein Trend, der sich zuletzt ganz deutlich zeigt - Privatsender wie RTL oder ProSieben scheinen im Kampf um die Einschaltquoten ein Ass im Ärmel gefunden zu haben - Reality-TV-Shows. Und während hier fleißig nachproduziert wird, geht man bei der Besetzung von Formaten wie "Are You the One" oder auch "Das Dschungelcamp" immer mehr Risiko ein. Die Moral bleibt dabei oft auf der Strecke.

Fall Gil Ofarim - TV-Sender setzen auf Skandale

So war der Sturm der Entrüstung zwar groß, als man verkündete, dass man Gil Ofarim als Kandidat für den Dschungel eingekauft hatte, die Bedenken von RTL hingegen nicht groß genug. Ganz im Gegenteil: Durch fehlende Einordnung und scheinheilige Schönrederei schaffte es Gil Ofarim sogar auf den Dschungel-Thron. Die Vermutung liegt daher nahe - wer einen Skandal bereits mitbringt oder einen in Aussicht stellt, ist bei den Senderbossen genau richtig.

Reality Awards 2026 - Live-Event mit Unterstützung der "Bild"-Zeitung

Und wenn das Preisgeld mancher Shows oder die Reichweite nicht Anreiz genug sind - in diesem Jahr kann man für das spektakulärste Verhalten auch noch mit einem Award belohnt werden - dem Reality Award. Dabei ist diese Veranstaltung nicht neu. Neu jedoch ist, dass die Verleihung in diesem Jahr von der "Bild"-Zeitung gepusht wird.

Evelyn Burdecki in der Jury - Ex-Dschungelkönigin darf mitentscheiden

In der Jury sitzt unter anderem die ehemalige DschungelköniginEvelyn Burdecki, die es heute sogar zur eigenen Reality-Show geschafft hat. Noch einmal in einem Trash-Format selbst mitmachen will die einstige "Bachelor"-Kandidatin jedoch nicht. 

Warum diese Reality Awards in dieser Form abgeschafft werden sollten

Und wirft man einen Blick auf die Kategorien dieser Preisverleihung, ist dies nur allzu verständlich. Denn belohnt werden hier offenkundig nicht mehr gute Unterhaltung, Sympathien und Herzlichkeit, sondern vorrangig schwierige Verhaltensmuster, die sich immer mehr im Trash-TV etabliert haben. So werden unter anderem der "Beef des Jahres", die "Dramaqueen" und die "Trennung des Jahres" ausgezeichnet. Die Nominierten sind oft bekannte Gesichter im Tash-TV, die sich unter anderem durch ihr unrühmliches Verhalten über eine wachsende Followerschaft bei Social Media freuen dürften.

Belohnung für Stress, Ärger und missachtendes Verhalten

Da wären Krawall-Kandidatin Walentina Doronina, die ihren Ex-Verlobten vor laufender Kamera abservierte, ohne dass er davon überhaupt wusste, Micha Klotz und Influencerin Edda Pilz, die gemeinsam zwar das "Sommerhaus der Stars" gewannen, später in der Wiedersehensshow jedoch sogar in getrennten Räumen sitzen mussten - Therapie-Beichte inklusive. Oder aber der "maskuline Mann" Aleks Petrovic, der bei "Temptation Island VIP" bereits das zweite Mal seine Partnerin betrog und dessen toxisches Verhalten Anlass für zahlreiche Youtube-Videos war. Eine besondere Kategorie ist dann noch die sogenannte "Redflag" des Jahres. Ein Name, der eigentlich für sich sprechen sollte. Während man unter normalen Umständen bei einer "roten Flagge" zur Vorsicht mahnt, ist bei den Reality Awards hier sogar noch eine Trophäe drin.

Reality-Bubble braucht eine Bühne - aber nicht so

Es ist ja nur allzu verständlich, angesichts der Beliebtheit von Reality-Formaten, deren Teilnehmer:innen oft behaupten, man würde sich in einer sogenannten "Bubble" befinden, dass man hier einen Raum schaffen will, um mit Glitzer, Glanz und Gloria - der Award wird immerhin von Olivia Jones moderiert - den jungen Stars der Unterhaltung noch mehr Bühne zu geben. Aber das wäre zweifelsfrei auch anders möglich. Wie wäre es zum Beispiel, wenn man statt "Beef des Jahres" den "ikonischsten Moment des Jahres" küren würde? Und statt der "Red Flag" den "Newcomer des Jahres"?

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