Vorsicht Fälschung: Verbraucherschützer warnen vor betrügerischen Fake-Shops

Glücksgriff oder fiese Masche? Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt mit einer aktuellen Liste vor diversen Shops im Internet mit Produkten zu Schnäppchenpreisen. Hinter den Webseiten stecken offenbar Betrüger.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Schon wenige Klicks können zum Verhängnis werden, wenn Verbraucher auf Fake-Shops hereinfallen. (Foto) Suche
Schon wenige Klicks können zum Verhängnis werden, wenn Verbraucher auf Fake-Shops hereinfallen. Bild: AdobeStock/momius
  • Aktuell tauchen immer mehr Fake-Shops im Internet auf
  • Wer unachtsam einkauft, könnte Opfer eines Betrugs werden
  • Wir verraten, auf welche Warnzeichen Sie achten sollten

Mehr Infos zu aktuellen Verbraucherschutzthemen finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Eine Gucci-Handtasche für schlappe 40 Euro? Wer sonst nur schwer verfügbare oder besonders teure Produkte bei einem Online-Händler zu Schnäppchenpreisen findet, sollte lieber misstrauisch werden. Denn: Oftmals handelt es sich um betrügerische Fake-Shops, die mit den Angeboten lediglich ahnungslose Opfer anlocken wollen. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nun eine aktuelle Liste von Shops veröffentlicht, um die Verbraucher einen Bogen machen sollten.

Darum sind die Fake-Shops so gefährlich

Die Deutschen lieben Online-Shopping: Laut einer Analyseim Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) wurden 2024 in Deutschland im e-Commerce-Bereich insgesamt Umsätze in Höhe von 88,8 Milliarden Euro erzielt. Mit wachsendem Vertrauen in den Online-Handel nimmt allerdings auch die Anzahl der Gefahren zu. Zu diesen gehören neben Phishing und anderen E-Mail-Tricksereien auch Fake-Shops im Internet. Diese lassen sich teilweise nur schwer von authentischen Händlern unterscheiden.

Wer bei den Fake-Shops einkauft, riskiert nicht nur, den Betrügern seine Daten zu offenbaren, sondern auch viel Geld zu verlieren. Von der bestellten Ware kommt in der Regel niemals etwas an. Daher warnen Verbraucherschützer schon seit geraumer Zeit vor solchen Shop-Fälschungen. Die Verbraucherzentrale Hamburg pflegt eine aktuelle Liste, die Fake-Shops aus verschiedenen Bereichen aufführt.

Hier finden Sie die aktuelle Liste der Fake-Shops.

Betrügerische Webseiten bieten alles Mögliche an

Die Anzahl an Fake-Shops ist kaum vollständig zu erfassen. Immerhin: Die Liste der Verbraucherzentrale Hamburg ist äußerst umfangreich und wird zudem regelmäßig mit neuen Adressen aktualisiert. Die Verbraucherschützer listen dabei Hunderte Einträge aus verschiedenen Warenbereichen. Auffällig sind die Namen der Shops. Diese wirken auf den ersten Blick oftmals vernünftig und sind auf alles Mögliche spezialisiert: Fahrräder, Sport, Garten, Technik und viel mehr.

Sollten Sie beim Stöbern auf einen Shop stoßen, dem Sie nicht gänzlich vertrauen, sollten Sie zunächst in der Liste nachschauen, ob dieser dort aufgelistet ist. Auch die Liste von Watchlist Internet ist eine hilfreiche Möglichkeit, Fake-Shops zu entlarven.

Wie erkenne ich selbst Fake-Shops im Internet?

Fake-Seiten sich leicht zu erkennen? Von wegen – die Entwickler hinter den betrügerischen Plattformen sind klug. Ihre Webseiten können mitunter sehr seriös wirken und sogar das Aussehen echter Shops nachahmen. Aber: Wer weiß, worauf er achten muss, kann lernen, die Shops mit etwas Geduld zu entlarven. Beachten Sie dafür folgende Tipps:

  • Internetadresse prüfen: Sorgfältig die Adresse im Browser auf Details wie fragwürdige Endungen (".de.com"), nicht zum Inhalt passende oder gar nicht nachvollziehbare Adressnamen sowie fehlendes "https" prüfen
  • Produktpreise vergleichen: Nicht immer sind Fake-Shops extrem günstig, aber wenn der Preis deutlich niedriger im Vergleich zu anderen Webseiten ist, sollte man skeptisch werden
  • AGB suchen: Echte Shops müssen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gut auffindbar darstellen und auch die Datenschutzbestimmungen zugänglich machen - fehlen diese oder sind sie in gebrochenem Deutsch oder zusammenkopiert, handelt es sich vermutlich um einen Fake-Shop
  • Impressum fehlt: Fehlt das Impressum oder ist es extrem lückenhaft, stecken Betrüger hinter der Seite
  • Erfundene Gütesiegel: Auch im Internet sind Gütesiegel ein Zeichen von Vertrauenswürdigkeit – ist die Seite allerdings mit gefälschten oder merkwürdigen Siegeln ausgezeichnet, sollten Verbraucher aufpassen
  • Gefälschte Bewertungen: Bewertungen auf der Webseite selbst können gefälscht werden und sollten daher mit Bewertungen verschiedener Suchmaschinen abgeglichen werden

Was zu tun ist, wenn Sie doch auf einen Fake-Shop hereingefallen sind

Wenn Sie trotz aller Vorsicht Opfer eines Betrugs durch einen Fake-Shop geworden sind, gibt es in der Regel keine Möglichkeit, eine Rückerstattung zu erreichen. Die Shops selbst reagieren natürlich nicht auf Anfragen. Daher sollten Betroffene umgehend ihre Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Das ist noch wenige Stunden nach der Online-Bestellung möglich. Belege wie Kaufvertrag, Bestellbestätigung und andere Informationen zum Shop wie die Adresse sollten Sie sichern. Damit können Sie bei jeder Polizeidienststelle oder Internetwache des jeweiligen Bundeslandes eine Strafanzeige stellen.

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