Champions League: Kranker Kompany fehlt vor großem Europa-Test gegen Arsenal
Auf die Bayern wartet die erste ganz große Standortbestimmung. Der Trainer und auch der Mittelfeld-Chef fehlen in der Vorbereitung auf die Gunners. Ein positives Signal kommt immerhin vom Kapitän.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Der erkrankte Chefcoach Vincent Kompany musste sich schonen, die lautstarken Kommandos beim Abschlusstraining des FC Bayern übernahm auf dem Vereinsgelände sein Assistent Aaron Danks. Und der 43 Jahre alte Engländer mit den tätowierten Unterarmen wird womöglich auch am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) beim Champions-League-Kracher gegen den FC Arsenal als Einpeitscher fungieren - falls Kompany auch dann passen muss.
"Wenn es der Körper nicht hergibt, muss er es auch akzeptieren", hatte Sportvorstand Max Eberl nach dem 6:1 gegen RB Leipzig in der Fußball-Bundesliga gesagt. Den fulminanten Sieg hatte Kompany wegen einer Virusinfektion und Hüftbeschwerden bereits weitgehend sitzend verfolgt.
Danks übernahm schon einmal die Chefrolle
Danks hat Kompany schon einmal in der Königsklasse als Chef vertreten. Und zwar beim verlorenen 4:5-Spektakel im Halbfinal-Hinspiel der Vorsaison, als der Cheftrainer der Bayern wegen einer Gelb-Sperre auf die Tribüne verbannt war. Ein schlechtes Omen? Die Vorbereitung auf Arsenal verlief jedenfalls nicht optimal.
Zumal auch Mittelfeldchef Joshua Kimmich aus privaten Gründen beim Training fehlte. Der 31-Jährige soll aber gegen die Gunners auf dem Platz stehen. Ein positives Signal gab es immerhin von Manuel Neuer. Der Kapitän übte nach zwei Spielen Pause wegen Fußproblemen mit der Torwartgruppe um Jonas Urbig. Der 40-Jährige könnte damit zum 163. Mal in Europas Königsklasse zum Einsatz kommen, so häufig wie einst Thomas Müller und Lionel Messi.
Arsenal-Duell hat eine Vorgeschichte
Das Wiedersehen mit Arsenal hat eine Vorgeschichte - gerade auch für Neuer. In der Ligaphase der vergangenen Spielzeit verloren die Münchner nur zwei ihrer insgesamt 14 Königsklassen-Partien. Eine davon gegen die Gunners von Nationalspieler Kai Havertz. "Diese Erinnerungen haben wir behalten", sagte Eberl zur angestrebten Revanche für das 1:3 in London. Der Sportvorstand versprach: "Diese Erinnerungen wollen wir jetzt in Energie umsetzen."
Dabei gibt es - neben dem möglichen Kompany-Ausfall - ein weiteres Handicap für den deutschen Rekordmeister. Aber immerhin auch einen Vorteil. Dieses Mal wird in München gespielt. "Gegen eine der besten Mannschaften in Europa zu Hause zu spielen, kann der Vorteil sein, den du brauchst", bemerkte Eberl.
Bayern unglaubliche Heimserie
In der Tat: Seit mittlerweile 13 (!) Jahren - seit einem 2:3 gegen Manchester City im Dezember 2013 - haben die Bayern in der Gruppen- oder Ligaphase der Champions League keine Partie in der Allianz Arena verloren. 37 Siege und zwei Unentschieden gab es in diesem Zeitraum, eine gigantische Heimserie.
Und auch in dieser Saison sind die Bayern daheim wieder eine Übermacht, das Torfestival gegen Leipzig war der jüngste Beweis. "Da haben wir einen guten Grundstein gelegt, um wieder mit dem Selbstvertrauen, der Stärke und mit den Fans hier im Stadion richtig was abzureißen", kündigte Urbig an, der aber für einen absolut fitten Neuer wieder aus dem Tor weichen müsste.
Die zentrale Frage aber lautet: Geht's auch ohne Michael Olise? Der Offensiv-Magier ist nach seiner Gelb-Roten Karte beim ärgerlichen 3:3 vor einer Woche bei Viking Stavanger gesperrt. Wer ersetzt ihn auf dem rechten Flügel? Der erfahrene Ex-Arsenal-Profi Serge Gnabry? Oder Youngster Lennart Karl, der vor einem Jahr bei der Niederlage in London das einzige Bayern-Tor erzielte?
"Klar, Michael ist ein Spieler, der gerade in so einem Spiel sehr wichtig wäre", sagte Sportvorstand Eberl: "Aber er ist nicht da, deswegen brauchen wir nicht zu lamentieren. Da müssen andere in die Bresche springen."
Olise-Ausfall: Was Kane und Eberl fordern
Auch Harry Kane weiß, dass es selbst im Münchner Luxuskader keinen Eins-zu-eins-Ersatz für einen Ausnahmekönner wie Olise gibt. "Natürlich wird man es merken, wenn einer deiner größten Spieler fehlt", sagte der Torjäger.
Kane schließt sich aber der Argumentation von Eberl an: "Das ist auch die Möglichkeit für andere Spieler, jetzt einen Schritt nach vorn zu machen. Ein Ausfall kann in einer Saison immer mal vorkommen. Und wer immer dann spielt, muss bereit sein. Das ist der Konkurrenzkampf bei einem Club wie Bayern."
Ob Gnabry, Karl oder eine Überraschungslösung - der Olise-Ersatz muss liefern. Ebenso wie Neuer, falls dieser nach den Problemen am Fuß, in dem sich Flüssigkeit angesammelt hatte, ins Tor zurückkehren kann. Der Kapitän hat etwas gutzumachen, nachdem er beim 1:3 gegen Arsenal vor elf Monaten bei zwei der drei Gegentreffer arg unglücklich agiert hatte.
Ausgerechnet Kronprinz Urbig (23) betonte freilich eine besondere Stärke seines Lehrmeisters: "Was den Manuel schon immer ausgezeichnet hat, ist, dass er sich von nichts irritieren lässt. Er hat immer diese Ruhe in sich."
Mit klarem Kopf ins Spiel gehen
Gerade auch für Kane sind Spiele gegen seinen Jugendclub besonders motivierend. "Es ist ein großes Spiel. Wir spielen gegen eine der besten Mannschaften in Europa. Diese Anlässe musst du genießen", sagte der 33 Jahre alte Engländer. Gut für Bayern: Gegen die Gunners trifft Kane besonders gerne. 15 Tore in 22 Pflichtspielen stehen in seiner Profi-Bilanz. "Wir spielen zu Hause. Die Energie, die Fans - das wird eine spezielle Nacht", sagte Kane.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Noch mehr spannende Fußball-Nachrichten lesen Sie hier:
- Saisonüberblick von Bayern München: Bilanz, nächste Spiele, Highlights und mehr!
- Champions League: Kranker Kompany fehlt beim Bayern-Training - Neuer dabei
- Fußball News: Ex-Weltmeister wütet nach Krawallen: "Mit Idioten prügeln"
- 3. Liga: Termine, TV-Übertragung und Spielplan
- 2. Bundesliga: Termine, TV-Übertragung und Spielplan
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.