Gianni Infantino: "Schande für die Welt des Fußballs" - Trump-Lob entfacht Fan-Wut vor WM-Finale

Kurz vor dem WM-Finale bedankte sich FIFA-Präsident Gianni Infantino persönlich bei Donald Trump für ein erfolgreiches Turnier. Fußballfans reagierten entsetzt. Vielen ging die Lobesrede für den US-Präsidenten zu weit.

Von news.de-Redakteur - Uhr

FIFA-Boss Gianni Infantino (r.) hatte kurz vor dem WM-Finale erneut nur Lob für US-Präsident Donald Trump (l.) übrig. (Foto) Suche
FIFA-Boss Gianni Infantino (r.) hatte kurz vor dem WM-Finale erneut nur Lob für US-Präsident Donald Trump (l.) übrig. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Gianni Infantino bedankt sich vor dem WM-Finale persönlich bei Donald Trump
  • Laut dem FIFA-Präsident wäre die Fußball-WM ohne Trump kein so erfolgreiches Turnier gewesen
  • Scharfe Kritik an der Lobesrede für den US-Präsidenten in den sozialen Medien

Die Fußball-WM 2026 sorgte auch abseits des Platzes für reichlich Schlagzeilen. Nicht immer waren es positive. So gab es zum Beispiel wegen der von der FIFA aufgehobenen Rot-Sperre für US-Star Folarin Balogun kurz vor dem Achtelfinale gegen Belgien eine heftige Kontroverse. Denn zuvor hatte US-Präsident Donald Trump persönlich in einem Telefonat mit FIFA-Boss Gianni Infantino um eine Überprüfung des Platzverweises gebeten. Ungeachtet der Kritik an der politischen Einmischung machten Trump und Infantino kurz vor dem WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien am Sonntag erneut deutlich, wie nah sie sich stehen.

Gianni Infantino dankt Donald Trump für "größte Weltmeisterschaft aller Zeiten"

An der Seite des US-Präsidenten stellte Infantino bei einem FIFA-Empfang in New York die Fußball-WM 2026 als großen Erfolg dar. "Ich weiß nicht, ob Sie es wissen, aber die offizielle Definition der FIFA lautet: Die FIFA ist der offizielle Glücksbringer der Menschheit – seit 120 Jahren. Wir sorgen also für Freude und Glück", scherzte der 56-Jährige. Anschließend wandte er sich direkt an Trump und sagte: "Sie brauchen keine Komplimente, Herr Präsident, aber diese Weltmeisterschaft wäre ohne Sie kein so unglaublicher Erfolg gewesen. Ihre Regierung, jede einzelne Person im Weißen Haus, ... in den Städten, in den Bundesstaaten, überall – alle haben dazu beigetragen, dieses sichere und freudvolle Umfeld zu schaffen, um etwas zu erleben, was die Welt noch nie gesehen hat." Das Turnier, das in den vergangenen fünf Wochen erstmals mit 48 Teams hauptsächlich in den USA stattfand, sei nicht nur "die größte Weltmeisterschaft aller Zeiten" gewesen. "Es ist das größte soziale und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je erlebt hat. Und wir alle sind ein Teil davon, und dafür danke ich Ihnen", so Infantino weiter.

Kritik am Lob des FIFA-Präsidenten für Trump im Netz

Die Lobesrede des FIFA-Präsidenten für Trump und die USA kam in den sozialen Medien gar nicht gut an. Unter einem X-Post der Gruppe "Republicans against Trump" finden sich zahlreiche kritische Kommentare wie:

  • "@FIFAPresident ist eine Schande für die Welt des Fußballs und muss sofort entlassen werden. Das war die schlechteste Weltmeisterschaft aller Zeiten! Und Trump und seine Politik sind einer der Hauptgründe dafür!
  • "Moment mal. FIFA-Veranstaltungen finden schon seit langem statt, ohne dass Trump daran beteiligt war. Er hat die Spiele nicht großartig gemacht. Er steht einfach gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und leider fühlt sich Infantino verpflichtet, ihm zu schmeicheln."
  • "Ich will damit nicht sagen, dass frühere FIFA-Präsidenten großartig waren, aber dies ist mit Abstand der Tiefpunkt, den die Institution in ihrer jüngeren Geschichte erreicht hat."
  • "In dem Moment, als Trump sich einmischte, hat er alles vermasselt. Es war ein Erfolg trotz dieses Trottels."
  • "Fußballfans auf der ganzen Welt sagen dasselbe: Sie haben genug von dieser Fußball-Weltmeisterschaft, der schlechtesten aller Zeiten. Ich kann es kaum erwarten, bald wieder ein richtiges Fußballspiel zu sehen, ohne diese lächerlichen Trinkpausen."
  • "Das Turnier ist ein Reinfall ... zu viele belanglose Spiele mit schwachen Mannschaften, zu viele Schiedsrichterkontroversen, zu viel Politik."
  • "Ich dachte, die Weltmeisterschaft 2026 würde von drei Ländern gemeinsam ausgerichtet. Warum hat der FIFA-Präsident das Gleiche nicht auch mit Mexiko und Kanada gemacht? Oder ist er einfach nur ein Speichellecker geworden?"
  • "Infantino muss der korrupteste FIFA-Präsident aller Zeiten sein. Gegen ihn sollte ermittelt werden."

Donald Trump deutet Bewerbung um weitere Fußball-WM in den USA an

Während der Veranstaltung deutete Trump bereits eine erneute Bewerbung seines Landes um eine Fußball-Weltmeisterschaft an - dieses Mal allerdings ohne Mexiko und Kanada. Infantino habe laut dem US-Präsidenten stattdessen einen gemeinsamen Anlauf mit China ins Spiel gebracht.Wie ernst Trump diese Aussage über die unrealistische Kombination meinte, blieb unklar.

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/news.de/dpa

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