Eklat bei der Fußball-WM: Argentinien provoziert mit Falkland-Banner - Ärger mit der FIFA droht
Vor dem WM-Finale gegen Spanien könnte dem argentinischen Nationalteam Ärger drohen. Denn die Spieler zeigten nach dem Halbfinalspiel gegen England ein Banner mit einer politischen Botschaft - ein klarer Verstoß gegen die FIFA-Regeln.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Argentinische Nationalspieler zeigen nach WM-Halbfinalsieg gegen England Banner mit politischer Botschaft
- Aktion bezieht sich auf territorialen Konflikt um die Falklandinseln
- Argentinische Vizepräsidentin Victoria Villarruel macht Besitzansprüche auf X deutlich
- WM-Finalist könnte nun Ärger mit der FIFA drohen
Nach dem dramatischen 2:1-Erfolg gegen England im WM-Halbfinale sorgte die argentinische Nationalmannschaft für einen Eklat. Auf dem Rasen in Atlanta präsentierten mehrere Spieler ein weißes Laken mit einer politisch brisanten Botschaft.
Eklat nach WM-Halbfinale gegen England: Argentinien feiert mit Plakat zu Krieg um Falklandinseln
"Las Malvinas son argentinas" – zu Deutsch: "Die Malwinen sind argentinisch" - war darauf zu lesen.Die Aktion bezieht sich auf den Territorialstreit um die Falklandinseln, die Argentinien als Malvinas bezeichnet und für sich beansprucht. Zuvor hatten Fans das Transparent bereits auf den Tribünen gezeigt und es anschließend den Spielern übergeben.Mittelfeldspieler Giovani Lo Celso gehörte zu denjenigen, die das Banner in die Kameras hielten.
"Und sie werden immer argentinisch sein", erklärte Mittelfeldspieler Leandro Paredes, als er auf das Plakat mit Bezug auf die Falklandinseln angesprochen wurde. "Wir waren uns bewusst, was dieses Spiel für dieses Land bedeutete. Wir haben versucht, unser Land und all jene, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte miterlebt haben, zu repräsentieren, damit sie sich mit uns identifizieren und wir ein positives Bild vermitteln konnten", sagte der Argentinier weiter.
Vizepräsidentin Victoria Villarruel erhebt Besitzansprüche auf britisches Überseegebiet
Bereits am Vortag des WM-Halbfinals hatte Argentiniens Vizepräsidentin Victoria Villarruel auf X kräftig Öl ins Feuer gegossen. "Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere", schrieb die 51-Jährige und kündigte an: "Ich werde nicht politisch korrekt sein oder mich zurückhalten. Gegen die Engländer geht es um mehr." Nach dem Spiel legte sie auf X nach und schrieb zu der Aktion der argentinischen Spieler: "Die Falklandinseln sind argentinisch! Sie haben verboten, sie mit ins Stadion zu bringen, und dabei vergessen, dass wir sie im Blut und im Herzen tragen."
¡Las Malvinas son Argentinas! ???????? Prohibieron llevarlas a la cancha y se olvidaron que las llevamos en la sangre y el corazón. pic.twitter.com/qB455HeqVX
— Victoria Villarruel (@VickyVillarruel) July 15, 2026
Villarruels Verbindung zum Falkland-Konflikt ist persönlicher Natur: Ihr Vater kämpfte 1982 im Krieg um die Inselgruppe auf Seiten der damaligen argentinischen Militärdiktatur. Trainer Lionel Scaloni hatte hingegen vor dem Anpfiff davor gewarnt, Politik und Fußball zu vermischen.
Argentinien droht Ärger mit der FIFA wegen politischer Botschaft
Die Siegesfeier mit dem politischen Banner könnte für die Südamerikaner nun ein Nachspiel haben. Der Weltfußballverband FIFA untersagt Spielern und Offiziellen ausdrücklich, bei WM-Spielen politische Botschaften zu verbreiten. Ein Verstoß gegen diese Regel könnte Konsequenzen nach sich ziehen. Argentinien spielt am kommenden Sonntag im WM-Finale gegen Spanien.
Zum Hintergrund: Der Konflikt um die Falklandinseln reicht weit zurück. Seit 1833 sind die Inseln ein britisches Überseegebiet. 1982 eskalierte der Streit zum Krieg, als die argentinische Militärdiktatur die Besetzung anordnete. Über 70 Tage dauerten die Kampfhandlungen, etwa 1.000 Soldaten verloren ihr Leben. Großbritannien lehnt bis heute Verhandlungen über die Souveränität ab – bei einem Referendum 2013 stimmten die Inselbewohner überwältigend für den Verbleib im Vereinigten Königreich.
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gom/bos/news.de/dpa/stg
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