Lothar Matthäus und Pierre Littbarski: Knallharte Abrechnung mit Nagelsmann - Ex-Nationalspieler fordern Rücktritt
Zwei ehemalige deutsche Nationalspieler finden deutliche Worte für Julian Nagelsmann nach dem peinlichen WM-Aus gegen Paraguay. Sowohl Lothar Matthäus als auch Pierre Littbarski halten ihn nicht mehr für den richtigen Bundestrainer.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Julian Nagelsmann wird von Ex-Nationalspielern zum Rücktritt aufgefordert
- Lothar Matthäus und Pierre Littbarski kritisieren Noch-Bundestrainer scharf
- Laut Matthäus sollte Nagelsmann auf eine Abfindung verzichten
Nach der deutschen WM-Blamage mit dem frühen Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay machen zwei ehemalige deutsche Nationalspieler ihrem Ärger Luft.Lothar Matthäus hat Bundestrainer Julian Nagelsmann mit heftigen Worten zum Rücktritt und Verzicht auf eine Abfindung aufgefordert. Pierre Littbarski, Weltmeister von 1990, rechnet ebenfalls knallhart mit dem DFB-Coach ab.
Lothar Matthäus kritisiert Charakter von Julian Nagelsmann und fordert Rücktritt des Bundestrainers
Lothar Matthäus sagte bei "Bild" unter Verweis auf Trainer wie Ronald Koeman aus den Niederlanden, der nach dem WM-Aus zurücktrat: "Ich weiß nicht, warum Julian Nagelsmann nicht den Charakter hat und einsieht, dass er mit dieser Mannschaft keine Zukunft hat." Nagelsmann habe kommunikativ vor dem Turnier in Amerika und dann auch taktisch in den Partien große Fehler gemacht, sagte Matthäus.
Der Bundestrainer steht deshalb kurz vor dem Aus. Laut "Bild" war Nagelsmann nur einen Tag nach seiner Rückkehr nach Deutschland zu einer dreistündigen Krisensitzung mit den Bossen des Deutschen Fußball-Bundes nach Frankfurt zitiert worden; dem 38-Jährigen sei dabei der Rücktritt nahegelegt worden. Die "Frankfurter Rundschau" meldet, noch in dieser Woche soll seine Ablösung fix werden. Vom Verband gab es zunächst keinen Kommentar dazu.
Nagelsmann soll laut Lothar Matthäus nach WM auf Abfindung verzichten
In der Debatte um eine möglicherweise millionenschwere Abfindung für Nagelsmann, dessen Vertrag eigentlich noch bis 2028 läuft, meinte Matthäus: "Charaktersache ist: "Ich habe es nicht geschafft. Der DFB hat mir vertraut. Ich habe die Fans enttäuscht, ich habe die Spieler enttäuscht, ich trete zurück." Das wäre jetzt Manns genug zu sagen: Das war's! Und ich würde mich schnellstmöglich nicht auf eine XXL-Abfindung konzentrieren, sondern versuchen, das alles aufzuarbeiten und in Zukunft besser zu machen."
Der Weltmeister von 1990 führte auch die Unerfahrenheit als einen Grund für die Enttäuschung auf. "Julian Nagelsmann denkt vielleicht, er hat alles richtig gemacht. Nein, seinem jungen Alter geschuldet war es einfach zu früh, auf diese Position zu kommen. Vielleicht kann er das in 10, 15 Jahren machen, wenn er mehr Erfahrung hat", sagte Matthäus.
Pierre Littbarski enttäuscht über DFB-Team: Nagelsmann laut Ex-Nationalspieler kein großer Trainer
Die Kritik von Pierre Littbarski fiel ebenfalls vernichtend aus. "Es tut mir im Herzen weh, was für ein jämmerliches Bild unsere Nationalelf abgibt", sagte er gegenüber der "Bild". In die Pflicht nahm er dabei ebenfalls hauptsächlich Nagelsmann.Der Bundestrainer besuche zu selten Bundesligapartien vor Ort und habe auch den Afrika-Cup ausgelassen, kritisierte der 73-fache Nationalspieler. Bereits bei der Heim-EM 2024 habe die taktische Ausrichtung lediglich darauf basiert, auf Wirtz und Musiala zu hoffen. Nach der Niederlage im Sechzehntelfinale gegen Paraguay fordert Littbarski Konsequenzen: "Hätte Nagelsmann einen A**** in der Hose, wäre er direkt nach dem Aus zurückgetreten. Das wäre etwas Positives an dieser Katastrophe gewesen."
Littbarski stellt auch die grundsätzliche Eignung Nagelsmanns für den Posten infrage. Große Trainer wie Hitzfeld, Heynckes, Rehhagel oder Lattek hätten bleibende Eindrücke hinterlassen – der aktuelle Bundestrainer hinterlasse hingegen "nur Traurigkeit".
Für die Nachfolge hat der frühere Dribbelkünstler einen prominenten Namen parat: Pep Guardiola. Der Spanier könnte "frischen Wind" bringen. Jürgen Klopp sieht Littbarski dagegen kritisch – dessen Auftritte als TV-Experte bei MagentaTV hätten den Bundestrainer öffentlich unter Druck gesetzt und ihm selbst keinen Gefallen getan.
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gom/kns/roj/news.de/dpa/stg
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