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Giro d'Italia 2022 - Ergebnisse: Hindley gewinnt als erster Australier die Italien-Rundfahrt

Die große Italienrundfahrt ist beendet: Am 29. Mai holte sich der Australier Jai Hindley den Gesamtsieg des Giro d'Italia. Alle Etappen und Ergebnisse finden Sie hier.

Jai Hindley hat den Giro d'Italia gewonnen. Bild: picture alliance/dpa/LaPresse/AP | Massimo Paolone

Vom 6. bis 29. Mai stand auf dem Radsport-Kalender die erste dreiwöchige Landesrundfahrt auf dem Programm - der Giro d'Italia 2022. Auf die Radprofis warteten neue Strecken, die sie bezwingen mussten, um sich das rosa Trikot zu sichern. Welche Etappen auf dem Fahrplan standen und wie Radsport-Fans live im TV und Live-Stream dabei sein konnten, erklären wir Ihnen in dieser Übersicht.

Giro d'Italia 2022: Das erwartet die Radsportler auf den Strecken

Zum 105. Mal fand der Giro d'Italia statt. In diesem Jahr fuhren die Radprofis nicht nur durch Italien, sondern starteten in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Drei Etappen führten durch Ungarn, bis die Rennen in Sizilien weitergingen. Von dort fuhren sie weiter zum Ziel nach Verona. Das ist recht ungewöhnlich, denn Fahrten im Ausland waren zuletzt eher selten. Erst 14 Mal fuhren die Radsportler durch andere Länder. In diesem Jahr mussten sie Berge bezwingen, um die Italienrundfahrt zu gewinnen. Neben sechs Bergetappen begegneten die Giro-Teilnehmer Hügeln und Berganstiegen. Die Bergankünfte führten die Radprofis über den Ätna auf Sizilien, am Blockhaus in den mittelitalienischen Abruzzen vorbei, in Cogne sowie über den Passo Fedaia (Marmolada) in den Dolomiten. Auch legendäre Anstiege wurden wieder passiert. Dazu gehörten Mortirolo, Passo die San Pellegrino und Passo Pordoi. Insgesamt standen sechs Bergetappen mit über 4.000 Höhenmetern auf dem Plan. Aber auch Sprinter kamen voll in Fahrt. Neben steilen Klettereinheiten warteten auch sieben Flachetappen auf die Sprinter.

Informationen zu den einzelnen Etappen gibt es auf dem offiziellen Twitter-Account.

Giro d'Italia 2022: Alle Strecken, Etappen, TV-Termine und Live-Stream im Überblick

Etappe Datum Uhrzeit Strecke TV-Übertragung und Live-Stream Sieger
1. Etappe 6. Mai 2022 12.10 Uhr Budapest – Visegrád (195km) Eurosport 1, DAZN Mathieu van der Poel
2. Etappe 7. Mai 2022 14.00 Uhr Budapest – Budapest (9,2 km, Einzelzeitfahren) Eurosport 1, DAZN Simon Yates
3. Etappe 8. Mai 2022 13.00 Uhr Kaposvár – Balatonfüred (201km) Eurosport 1, DAZN Mark Cavendish
Ruhetag 9. Mai 2022      
4. Etappe 10. Mai 2022 12.15 Uhr  Avola – Ätna (166km, Bergankunft) Eurosport 1, DAZN Lennard Kämna
5. Etappe 11. Mai 2022 11.20 Uhr  Catania – Messina (172km) Eurosport 1, DAZN Arnaud Démare
6. Etappe 12. Mai 2022 12.30 Uhr  Palmi – Scalea (192km) Eurosport 1, DAZN Arnaud Démare
7. Etappe 13. Mai 2022 11.30 Uhr  Diamante – Potenza (198km) Eurosport 1, DAZN Koen Bouwman
8. Etappe 14. Mai 2022 13.30 Uhr  Neapel – Neapel (149km) Eurosport 1, DAZN Thomas de Gendt 
9.Etappe 15. Mai 2022 11.30 Uhr  Isernia – Blockhaus (187km, Bergankunft) Eurosport 2, DAZN Jai Hindley
Ruhetag 16. Mai 2022        
10. Etappe 17. Mai 2022 12.20 Uhr  Pescara – Jesi (194km) Eurosport 2, DAZN Biniam Girmay
11. Etappe 18. Mai 2022 12.10 Uhr  Santarcangelo di Romagna – Reggio Emilia (201km) Eurosport 2, DAZN Alberto Dainese 
12. Etappe 19. Mai 2022 11.45 Uhr Parma – Genua (186km) Eurosport 2, DAZN Stefano Oldani 
13. Etappe 20. Mai 2022 13.10 Uhr  Sanremo – Cuneo (157km) Eurosport 2, DAZN Arnaud Démare 
14. Etappe 21. Mai 2022 13.00 Uhr Santena – Turin (153km) Eurosport 2, DAZN Simon Yates
15. Etappe 22. Mai 2022 13.00 Uhr  Rivarolo Canavese – Cogne (177km, Bergankunft) Eurosport 2, DAZN Giulio Ciccone
Ruhetag 23. Mai 2022        
16. Etappe 24. Mai 2022 11.00 Uhr  Salò – Aprica (200km) Eurosport 2, DAZN Jan Hirt
17. Etappe 25. Mai 2022 12.20 Uhr  Ponte di Legno – Lavarone  (165km) Eurosport 2, DAZN Santiago Buitrago
18. Etappe 26. Mai 2022 13.30 Uhr  Borgo Valsugana – Treviso (146km) Eurosport 2, DAZN Dries de Bondt 
19. Etappe 27. Mai 2022 13.00 Uhr  Marano Lagunare – Castelmonte (178km) Eurosport 2, DAZN Koen Bouwman
20. Etappe 28. Mai 2022 12.05 Uhr  Belluno – Passo Fedaia/Marmolada (165km, Bergankunft) Eurosport 2, DAZN Jai Hindley
21. Etappe 29. Mai 2022 13.30 Uhr  Verona – Verona (17,1 km, Einzelzeitfahren) Eurosport 2, DAZN  Jai Hindley

Alle Informationen zur Radsport-Saison finden Sie in unserem Rennkalender

Giro d'Italia 2022 im TV und Live-Stream sehen

Die Italien-Rundfahrt übertrug Eurosport im TV. Wer das Radsport-Event aber lieber parallel zur TV-Ausstrahlung sehen wollt, konnte das über den Live-Stream von Eurosport machen. Die TV-Übertragungen von Eurosport gab es auch auf Joyn+. Der Streamingdienst ist aber kostenpflichtig. Zudem zeigte auch der DAZN alle Etappen. Um sie dort zu sehen, mussten Sie aber ein Abonnement abschließen. 

Giro d'Italia: Das sind die Favoriten bei der Italienrundfahrt

In diesem Jahr fehlte ein Favorit. Egan Bernal setzte verletzungsbedingt aus. Doch es standen bereits weitere Hoffnungsträger in den Startlöchern. Unter den Favoriten tummelten sich in diesem Jahr altbekannte Profis und junge Überflieger. Der "Hai von Messina", Vincenzo Nibali, holte sich 2013 und 2016 beim Giro d'Italia den Gesamtsieg. Dem Sizilianer war der Franzose Thibaut Pinot auf den Fersen. Er wurde 2014 Gesamtdritter bei der Tour de France. Doch er verletzte sich in letzter Zeit häufiger. Daneben hätte auch der Tour de France Sieger von 2021, Tadej Pogačar, gut abschneiden können. Für Deutschland traten Emanuel Buchmann und Lennard Kämna vom Team Bora - hansgrohe an. Kämna gilt als deutsche Radhoffnung. Insgesamt versprach sich Bora für dieses Jahr einen Podiumsplatz. Bora-Teamchef Rolf Aldag hatte das Team ganz auf die Rundfahrt-Spezialisten ausgerichtet. 

Giro d'Italia 2022 Ergebnisse aktuell

Wie sich die Radsportler auf der anspruchsvollen Strecke schlugen und wer gewonnen hat, erfahren Sie immer zeitnah hier im News-Ticker. 

+++ 29.05.2022: Hindley gewinnt als erster Australier den Giro d'Italia +++

Radprofi Jai Hindley hat als erster Australier den Giro d'Italia gewonnen. Der 26 Jahre alte Profi aus dem deutschen Bora-hansgrohe-Rennstall machte am Sonntag im Einzelzeitfahren in Verona den Gesamtsieg bei der 105. Auflage der Italien-Rundfahrt perfekt.

Den Tagessieg in Verona sicherte sich nach den 17,4 Kilometern im Kampf gegen die Uhr der Italiener Matteo Sobrero vor den beiden Niederländern Thymen Arensman und Mathieu van der Poel. Bester Deutscher wurde Lennard Kämna mit 1:31 Minuten Rückstand auf Sobrero auf Platz 13.

Hindley konnte sich in der Endabrechnung letztlich mit 1:18 Minuten vor Richard Carapaz aus Ecuador behaupten. Dem Straßen-Olympiasieger und Giro-Gesamtsieger 2019 hatte Hindley das Rosa Trikot am Vortag am Fedaia-Pass abgenommen. Den dritten Podiumsplatz sicherte sich mit 3:24 Minuten Rückstand der Spanier Mikel Landa. 2020 war Hindley bereits als Gesamtführender ins abschließende Giro-Zeitfahren in Mailand gegangen, musste damals den Gesamtsieg aber noch dem Briten Tao Gheoghan Hart überlassen.

Bester Deutscher der Gesamtwertung wurde Hindleys Teamkollege Emanuel Buchmann als Siebter. Kämna, ebenfalls vom Team Bora-hansgrohe, hatte auf der vierten Etappe für den einzigen deutschen Tagessieg bei der ersten großen Landesrundfahrt des Jahres gesorgt.

+++ 28.05.2022: Hindley übernimmt Rosa Trikot nach vorletzter Giro-Etappe +++

Der australische Radprofi Jai Hindley aus der deutschen Bora-hansgrohe-Mannschaft hat am vorletzten Tag beim 105. Giro d'Italia das Rosa Trikot des Gesamtführenden übernommen. Mit einem Angriff gut zwei Kilometer im Schlussanstieg am Fedaia-Pass konnte der 26 Jahre Hindley am Samstag den zuvor Führenden Richard Carapaz aus Ecuador distanzieren und dem Gesamtsieger von 2019 das Maglia Rosa abnehmen. Hindley hat die Chance, am Sonntag nach dem finalen Einzelzeitfahren in Verona als erster Australier die Italien-Rundfahrt zu gewinnen.

Den Etappensieg der 20. Etappe sicherte sich nach 168 Kilometern von Belluno zur Bergankunft in Marmolada auf den 2.057 Meter hohen Fedaia-Pass der Italiener Alessandro Covi als Solist. Der 23-Jährige konnte sich aus einer ursprünglich 15 Fahrer großen Ausreißergruppe absetzen, zu der lange Zeit auch Lennard Kämna gehörte. Der bora-Hansgrohe-Profi hatte am vierten Giro-Tag für den bislang einzigen deutschen Etappensieg des diesjährigen Giro gesorgt und beendete die Etappe mit 3:39 Minuten Rückstand auf Covi auf Platz zehn. Emanuel Buchmann wurde mit fünfeinhalb Minuten Rückstand 22., verteidigte aber seinen siebten Gesamtrang.

"Jai war so am Limit, er konnte nach meinen Glückwünschen im Ziel gar nicht reagieren", sagte Kämna im Anschluss an die knüppelharte Etappe. 4.490 Höhenmeter mussten auf dem Weg in Ziel gemeistert werden, darunter neben der Zielankunft auch der 1.918 Meter hohe San-Pellegrino-Pass und das Pordoijoch (2.239 Meter). "Ich wusste, dass dies die entscheidende Etappe sein würde. Im Finale war es wirklich brutal", sagte Hindley. Mit 1:25 Minuten Vorsprung auf Carapaz geht der Australier am Sonntag ins abschließende 17,4 Kilometer lange Einzelzeitfahren mit Start und Ziel in Verona. Dritter ist mit 1:51 Minuten Rückstand der Spanier Mikel Landa.

+++ 27.05.2022: Kampf um Giro-Sieg bleibt spannend - Bouwman holt zweiten Tagessieg +++

Das Kampf um den Gesamtsieg beim 105. Giro d'Italia der Radprofis bleibt auch an den beiden letzten Tagen spannend. Auf der 19. Etappe am Freitag verteidigte Richard Carapaz aus Ecuador sein Rosa Trikot und geht mit drei Sekunden Vorsprung auf den Australier Jai Hindley vom deutschen Bora-hansgrohe-Rennstall in die letzten beiden Renntage.

Den Tagessieg sicherte sich am Freitag der Niederländer Koen Bouwman vor dem Schweizer Mauro Schmid und Alessandro Tonelli aus Italien. Er setzte sich nach 178 Kilometern, rund 40 davon durch Slowenien, von Marano Lagunare zur 612 Meter hoch gelegenen Bergankunft nach Santuario di Castelmonte im Sprint einer fünfköpfigen Spitzengruppe durch. Bouwman hatte bereits die siebte Etappe in Potenza für sich entschieden.

Carapaz und Hindley erreichten rund vier Minuten später in der Verfolgergruppe das Tagesziel. Hindleys deutscher Teamkollege Emanuel Buchmann musste im anspruchsvollen Schlussanstieg abreißen lassen, verteidigte aber seinen siebten Gesamtrang und liegt nun 8:21 Minuten hinter Carapaz. Dritter bleibt vor dem Showdown am Wochenende der Spanier Mikel Landa mit 65 Sekunden Rückstand.

Auf der vorletzten Etappe am Samstag wird den Fahrern im Kampf um die vorderen Plätze in der Gesamtwertung noch einmal alles abverlangt. 4490 Höhenmeter stellen sich den Radprofis auf den 168 Kilometern von Belluno zur Bergankunft in Marmolada auf den 2057 Meter hohen Fedaia-Pass in den Weg. Zuvor geht es über den 1918 Meter hohen San-Pellegrino-Pass und das Pordoijoch (2239 Meter). Zu Ende geht die Italien-Rundfahrt 2022 am Sonntag mit einem 17,4 Kilometer langen Einzelzeitfahren in Verona.

+++ 26.05.2022: Buchmann klettert im Giro-Klassement - De Bondt siegt in Treviso +++

Emanuel Buchmann ist in der Gesamtwertung des Giro d'Italia aufgrund der Coronainfektion des Podiumsanwärters Joao Almeida einen Platz geklettert. Vor den letzten beiden Bergetappen sowie dem abschließenden Zeitfahren der 105. Auflage liegt der 29-Jährige auf Platz sieben, hat auf Spitzenreiter Richard Carapaz aus Ecuador allerdings einen Rückstand von 7:13 Minuten. Buchmanns australischer Kollege vom Team Bora-hansgrohe, Jai Hindley, liegt als Gesamtzweiter nur drei Sekunden hinter Carapaz.

Die 18. Etappe gewann am Donnerstag Dries de Bondt. Der Belgier setzte sich im Sprint einer vierköpfigen Fluchtgruppe nach 156 Kilometern in Treviso vor dem Italiener Edoardo Affini und Magnus Cort aus Dänemark durch. Almeida hatte am Morgen das Rennen aufgeben müssen, nachdem der 23-Jährige positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Das bestätigte sein Team UAE. Der Portugiese lag zu dem Zeitpunkt auf Platz vier der Gesamtwertung, aufgrund seiner Zeitfahrqualitäten galt er als ernsthafter Kandidat für das Podium.

Am Mittwoch hatte Buchmann auf der schweren Bergetappe nach Lavarone gut zweieinhalb Minuten auf Carapaz und Co. verloren. Angesichts von über sechs Minuten Rückstand auf den Dritten Mikel Landa aus Spanien ist ein Platz auf dem Podium kaum noch zu erreichen. Am Freitag steht in Santuario di Castelmonte die vorletzte Bergankunft an, bei der es in der Gesamtwertung zu weiteren Verschiebungen kommen könnte.

+++ 26.05.2022: Giro-Vierter Almeida mit Corona aus dem Rennen - Buchmann rückt vor +++

Der 105. Giro d'Italia wird ohne den Gesamtvierten Joao Almeida fortgesetzt. Der Portugiese wurde am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet und musste das Rennen aufgeben. Das bestätigte das Team UAE der "Gazzetta dello Sport". Vor der 18. Etappe lag Almeida 1:54 Minuten hinter dem Gesamtführenden Richard Carapaz aus Ecuador. Der 23-Jährige gilt allerdings als starker Zeitfahrer und hätte im abschließenden Kampf gegen die Uhr am Sonntag in Verona wohl noch Chancen auf das Podium gehabt. Durch das Aus von Almeida rückt Emanuel Buchmann im Klassement vom achten auf den siebten Platz vor.

Die 18. Etappe am Donnerstag von Borgo Valsugana nach Treviso ist die letzte Chance für die Sprinter. Auf dem 156 Kilometer langen Teilstück sind nur etwas über 1000 Höhenmeter zu bewältigen, die letzten 50 Kilometer sind sogar abschüssig.

+++ 25.05.2022: Giro d'Italia: Carapaz verteidigt Rosa Trikot erfolreich +++

Radprofi Richard Carapaz hat seinen hauchdünnen Vorsprung auch auf der zweiten schweren Bergetappe der letzten Woche des 105. Giro d'Italia verteidigt. Der 28-Jährige aus Ecuador kam am Mittwoch als Fünfter der 17. Etappe ins Ziel und liegt in der Gesamtwertung weiterhin drei Sekunden vor dem Australier Jai Hindley vom deutschen Team Bora-hansgrohe. Das 168 Kilometer lange Teilstück mit über 3.500 Höhenmetern gewann der Kolumbianer Santiago Buitrago in Lavarone.

"Nach gestern sind viele Fahrer müde. Ich war ebenfalls sehr müde. Der letzte Anstieg war sehr hart. Vorn sind alle auf einem Level. Große Abstände waren heute nicht möglich", sagte Hindley.

Die deutsche Hoffnung Emanuel Buchmann hatte nach seiner Schwäche am Dienstag auch einen Tag später keinen guten Tag. Im schweren Finale, auf den letzten 45 Kilometern waren 1800 Höhenmeter zu bewältigen, konnte der 29-Jährige den besten Fahrern nicht mehr folgen und verlor über zwei Minuten auf Carapaz. Im Gesamtklassement ist Buchmann weiterhin Achter, er liegt 7:13 Minuten hinter Carapaz.

+++ 24.05.2022: Kämna Siebter auf 16. Giro-Etappe - Buchmann verliert viel Zeit +++

Radprofi Lennard Kämna hat seinen zweiten Etappensieg beim 105. Giro d'Italia verpasst, Emanuel Buchmann muss wohl alle Hoffnungen auf eine Podiumsplatzierung aufgeben. Auf der 202 Kilometer langen Bergetappe von Salò nach Aprica belegte Kämna nach einem starken Auftritt Platz sieben. Den Tagessieg sicherte sich Jan Hirt aus Tschechien. Kämna hatte zuvor die vierte Etappe auf dem Ätna gewonnen und auch am Dienstag das Rennen lange angeführt.

In der Gesamtwertung verteidigte Richard Carapaz aus Ecuador das Rosa Trikot des Spitzenreiters, liegt aber nur noch drei Sekunden vor Kämnas australischem Teamkollegen und Tagesdritten Jai Hindley. Der als Gesamtsiebter in die Etappe gegangene Buchmann verlor fast drei Minuten auf Carapaz und Co. und ist nun Achter. Vom Podium trennen den 29-Jährigen allerdings schon 4:01 Minuten.

Kämna schaffte es auf dem von Buchmann als "brutalste Etappe" eingestuften Teilstück in die gut besetzte Fluchtgruppe des Tages. Bereits am gefürchteten Mortirolo zur Hälfte der Etappe zählte der Norddeutsche zu den stärksten Fahrern. Etwa 21 Kilometer vor dem Ziel setzte sich Kämna von drei Fluchtgefährten ab, wurde dann am letzten Berg, dem insbesondere im zweiten Teil sehr steilen Santa Cristina, von Hirt wenige Kilometer vor der Bergwertung überholt.

Am Santa Cristina hatte Buchmann den Anschluss zur Favoritengruppe verloren. Im steilsten Stück griff dort der Spanier Mikel Landa an, nur Carapaz und Buchmanns Teamkollege Hindley folgten dem spanischen Kletterspezialisten. Hindley machte in der kleinen Gruppe, die schließlich auch Kämna einholte, den stärksten Eindruck und sicherte sich letztlich im Sprint wichtige Bonussekunden.

+++ 23.05.2022: Buchmann optimistisch vor Giro-Schlusswoche: "Noch alles drin" +++

Vor der letzten Woche des 105. Giro d'Italia sieht die deutsche Radsport-Hoffnung Emanuel Buchmann noch Potenzial für das Podium. "Ich fühle mich immer noch ganz gut. Der Ruhetag kommt gerade richtig. Die letzten zwei Etappen waren extrem schwer", sagte der Kletterspezialist vor dem Ruhetag am Montag. "Ich versuche, mich bestmöglich zu regenerieren. Und ich denke, als Team ist noch alles drin. Jeder bei uns sieht ziemlich gut aus. Schauen wir mal, was da noch geht."

Buchmann geht als Gesamtsiebter in die Schlusswoche, in der vier Bergetappen auf dem Programm stehen. Auf den Gesamtführenden Richard Carapaz aus Ecuador hat Buchmann 1:58 Minuten Rückstand, vom Dritten Joao Almeida aus Portugal trennen ihn 1:28 Minuten.

Buchmanns Vorbereitung war aufgrund von Krankheiten nicht optimal, doch der Formaufbau war so angelegt, dass er in der letzten Woche am stärksten sein soll. "Da kann man sehr zufrieden sein, wie der Stand ist", sagte der 29-Jährige. Buchmann ist neben dem aktuellen Zweiten und nur sieben Sekunden hinter Carapaz liegenden Australier Jai Hindley der Kapitän im Team Bora-hansgrohe.

Erneut auf Etappenjagd wird Lennard Kämna gehen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Der hoch veranlagte Norddeutsche gewann bereits die vierte Etappe auf dem Ätna. "Ich denke, es war ein Super-Giro bisher für das gesamte Team. Alles ist sehr gut gelaufen und ich denke, ich bin super zufrieden, das Team ist super zufrieden", sagte der 25-Jährige.

Am Dienstag wird die letzte Giro-Woche mit der 16. Etappe über 202 Kilometer von Salò nach Aprica eingeleitet. Dabei sind gleich drei Berge der ersten Kategorie zu bewältigen.

+++ 22.05.2022: Buchmann als Siebter in letzte Giro-Woche - Ciccone siegt in Cogne +++ 

Emanuel Buchmann geht als Gesamtsiebter in die letzte Woche des 105. Giro d'Italia. Der Kletterspezialist aus dem Allgäu erreichte am Sonntag bei der Bergankunft nach 177 Kilometern im Kreis der Favoriten das Ziel und liegt damit zwei Minuten hinter Spitzenreiter und Olympiasieger Richard Carapaz aus Ecuador. Als bislang letzter Deutscher war Dietrich Thurau 1983 mit seinem fünften Gesamtrang in die Top Ten bei der Italien-Rundfahrt gefahren.

Die 15. Etappe gewann der Italiener Giulio Ciccone im Alleingang vor dem kolumbianischen Mitausreißer Santiago Buitrago. Die Gruppe der Favoriten erreicht fast acht Minuten später das Ziel. Am Samstag hatte Buchmanns Bora-hansgrohe-Team mit einer starken Mannschaftsleistung für große Veränderungen im Gesamtklassement gesorgt. Carapaz übernahm das Rosa Trikot vom Spanier Juan Pedro Lopez, Bora-Fahrer Jai Hindley aus Australien ist mit nur neun Sekunden Rückstand Gesamtzweiter.

Nach dem Ruhetag am Montag wird die letzte Giro-Woche mit der 16. Etappe am Dienstag über 202 Kilometern von Salo nach Aprica eingeleitet. Dabei sind gleich drei Berge der ersten Kategorie zu bewältigen. Buchmann hatte von Beginn an betont, dass seine Hoffnungen auf der schweren dritten Woche ruhen.

+++ 21.05.2022: Yates feiert Giro-Tagessieg in Turin - Carapaz übernimmt Rosa +++

Radprofi Simon Yates hat die 14. Etappe des 105. Giro d'Italia gewonnen. Der 29 Jahre alte Brite konnte sich am Samstag nach 147 anspruchsvollen Kilometern von Santena nach Turin mit einem Vorsprung von 15 Sekunden vor dem Australier Jai Hindley und den beiden ehemaligen Giro-Siegern Richard Carapaz (Ecuador) und Vincenzo Nibali (Italien) durchsetzen. Der Ravensburger Emanuel Buchmann wurde mit 70 Sekunden Rückstand auf Yates als bester Deutscher Neunter der Tageswertung und verteidigte seinen Top-10-Platz.

2019-Gesamtsieger Carapaz konnte nach der mit mehr als 3000 Höhenmetern gespickten Etappe indes das Rosa Trikot des Gesamtführenden übernehmen, das zuvor zehn Tage der Spanier Juan Pedro López getragen hatte. Mit sieben Sekunden führt Carapaz nun vor Hindley. Dessen Bora-hansgrohe-Teamkollege Buchmann verbesserte sich auf Gesamtrang sieben und hat 1:58 Minuten Rückstand auf Carapaz. "Es war eine sehr intensive und harte Etappe. Wir sind total happy, das Rosa Trikot zu haben. Jetzt kommt der schwierigste Teil des Giros", sagte Carapaz im Anschluss.

Die Italien-Rundfahrt 2022 wird am Sonntag mit dem 15. Teilstück über 177 Kilometern von Rivarolo Canavese zur Bergankunft nach Cogne fortgesetzt. Zu Ende geht der 105. Giro am 29. Mai in Verona.

+++ 20.05.2022: Bauhaus sprintet auf Platz zwei beim Giro - Buchmann nun Gesamtachter +++

Phil Bauhaus hat ganz knapp seinen ersten Etappensieg beim 105. Giro d'Italia verpasst. Der 27 Jahre alte Radsprinter aus Bocholt musste sich am Freitag auf der 13. Etappe über 150 Kilometer von Sanremo nach Cuneo ganz knapp dem französischen Seriensieger Arnaud Démare als Zweiter geschlagen geben. Dritter wurde Ex-Weltmeister Mark Cavendish aus Großbritannien. Für Démare war es bereits der dritte Etappensieg beim diesjährigen Giro und der achte Erfolg insgesamt.

In der Gesamtwertung rückte Emanuel Buchmann um einen Platz auf Position acht vor, nachdem der Franzose Romain Bardet am Freitag aufgeben musste. Der bisherige Gesamtvierte war am Donnerstag erkrankt, sein Zustand hatte sich über Nacht verschlechtert. Buchmann liegt weiter 1:09 Minuten hinter dem Spanier Juan Pedro Lopez, der bereits seit der vierten Etappe das Rosa Trikot trägt, als er hinter Lennard Kämna den zweiten Platz auf dem Ätna belegt hatte.

Am Samstag sind auf der 14. Etappe die Klassement-Fahrer wieder mehr gefordert. Auf dem 147 Kilometer langen Teilstück von Santena nach Turin sind vier Berge der zweiten und einer der dritten Kategorie zu bewältigen. Die Italien-Rundfahrt endet am 29. Mai in Verona.

+++ 19.05.2022: Nächster Heimsieg beim Giro d'Italia - Oldani gewinnt vor Rota +++

Stefano Oldani hat beim 105. Giro d'Italia für den zweiten italienischen Sieg in Serie gesorgt. Der Mann aus Mailand siegte auf der zwölften Etappe am Donnerstag nach 204 Kilometern von Parma nach Genua im Sprint eines Ausreißer-Trios vor seinem Landsmann Lorenzo Rota und dem Niederländer Gijs Leemreize. Am Mittwoch hatte Alberto Dainese die Tifosi erstmals jubeln lassen.

An der Spitze der Gesamtwertung blieb alles beim Alten. Der Spanier Juan Pedro Lopez liegt weiter zwölf Sekunden vor Olympiasieger und Ex-Giro-Champion Richard Carapaz aus Ecuador. Emanuel Buchmann bleibt 1:09 Minuten zurück Neunter. Sein niederländischer Teamkollege Wilco Kelderman, der als Ausreißer rund acht Minuten gut machte, schob sich auf einen Top-15-Platz vor und darf sich wieder Hoffnungen auf eine vordere Platzierung in der Endabrechnung machen.

Am Freitag geht es auf der 13. Etappe über 150 Kilometer von Sanremo nach Cunea ins Inland. Bis auf einen Berg der dritten Kategorie sind keine großen Schwierigkeiten zu bewältigen. Die Italien-Rundfahrt endet am 29. Mai in Verona.

+++ 18.05.2022: Dainese sprintet auf 11. Giro-Etappe zum Sieg - Girmay nicht am Start +++

Alberto Dainese hat für den ersten Etappensieg eines Italieners beim 105. Giro d'Italia gesorgt. Der 24 Jahre alte Radprofi setzte sich am Mittwoch nach 203 Kilometern in Reggio Emilia im Massensprint gegen den Kolumbianer Fernando Gaviria und Simone Consonni aus Italien durch. Der deutsche Radprofi Phil Bauhaus wurde Neunter.

Das Rosa Trikot des Gesamtführenden verteidigte Juan Pedro Lopez. Der Spanier führt mit zwölf Sekunden vor dem Olympiasieger Richard Carapaz aus Ecuador und dem Portugiesen João Almeida. Der Ravensburger Emanuel Buchmann rangiert mit 69 Sekunden Rückstand als bester Deutscher weiterhin auf dem neunten Platz.

Nach seinem Sektflaschen-Malheur trat Biniam Girmay nicht zur 11. Etappe an. Der Eritreer hatte am Dienstag die 10. Etappe der Italien-Rundfahrt gewonnen, sich danach auf dem Podium aber aus Versehen den Korken des Siegersektes ins linke Auge geschossen. Der 22-Jährige wurde zu Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht. Obwohl keine grobe Verletzung festgestellt wurde, verzichtete Girmay am Mittwoch auf einen Start und stieg aus dem Giro aus. "Ich muss mein Auge schonen", sagte er in einer Videobotschaft am Morgen.

Girmay hatte am Dienstag in Jesi Radsport-Geschichte geschrieben. Als erster Eritreer entschied er eine Etappe einer großen Landesrundfahrt für sich. Auf dem Podest ließ Girmay sich dann feiern. Als er die Schampusflasche öffnen wollte, schoss ihm der Korken ins linke Auge.

Am Donnerstag steht für die Fahrer das längste Teilstück des 105. Giro d'Italia auf dem Programm. Die 12. Etappe führt über 204 Kilometer von Parma nach Genua.

+++ 17.05.2022: Historischer Moment: Eritreer Girmay gewinnt zehnte Giro-Etappe +++

Biniam Girmay hat beim 105. Giro d'Italia ein weiteres Stück Radsport-Geschichte geschrieben. Rund eineinhalb Monate nach seinem Überraschungssieg beim belgischen Klassiker Gent-Wevelgem gewann der 22-Jährige am Dienstag als erster Eritreer überhaupt eine Etappe bei einer der drei großen Landesrundfahrten. Nach 196 Kilometern über welliges Terrain von Pescara nach Jesi konnte sich Girmay im Sprint letztlich souverän gegen den niederländischen Auftaktsieger Mathieu van der Poel durchsetzen.

"Wir haben das Rennen kontrolliert, und ich muss mich bei meiner Mannschaft bedanken. Alles haben einen tollen Job gemacht. Ich bin so glücklich", sagte der für das belgische Team Intermarché-Wanty-Gobert fahrende Girmay überglücklich im Anschluss an seinen zweiten Coup im Radsportjahr 2022.

Das Rosa Trikot des Spitzenreiters verteidigte erneut der Spanier Juan Pedro Lopez erfolgreich und führt mit zwölf Sekunden vor dem Portugiesen João Almeida. Der Ravensburger Emanuel Buchmann rangiert mit 69 Sekunden Rückstand als bester Deutscher weiterhin auf Platz neun.

Auf der elften Etappe am Mittwoch dürften die Sprinter auf ihre Kosten kommen. Über 203 Kilometer führt das Teilstück von Santarcangelo di Romagna nach Reggio Emilia und weist keine Bergwertung auf. Zu Ende geht die Italien-Rundfahrt 2022 am 29. Mai mit einem Einzelzeitfahren in Verona.

+++ 15.05.2022: Kämna bei Bergankunft chancenlos - Teamkollege Hindley gewinnt +++

Für Lennard Kämna ist der Traum vom Rosa Trikot geplatzt, stattdessen hat Teamkollege Jai Hindley dem deutschen Bora-hansgrohe-Rennstall den zweiten Etappensieg beim Giro d'Italia beschert. Der australische Radprofi gewann am Sonntag die schwere Bergankunft auf der neunten Etappe über 191 Kilometer zum Blockhaus hinauf vor dem Franzosen Romain Bardet und Ex-Giro-Champion Richard Carapaz aus Ecuador. Der bisherige Gesamtzweite Kämna musste auf dem 13,6 Kilometer langen Schlussanstieg mit durchschnittlich 8,4 Prozent Steigung abreißen lassen. Das Rosa Trikot des Gesamtführenden verteidigte indes der Spanier Juan Pedro Lopez.

Emanuel Buchmann, der sich Hoffnungen auf eine vordere Platzierung im Gesamtklassement macht, verlor nur 16 Sekunden und machte damit einen Sprung auf den neunten Gesamtrang. Der frühere Tour-de-France-Vierte liegt 1:09 Minuten hinter Lopez.

Am Montag legt der Giro seinen zweiten Ruhetag ein, bevor die zehnte Etappe über 196 Kilometer von Pescara nach Jesi über welliges Terrain folgt.

+++ 14.05.2022: Belgier de Gendt sprintet zum Etappensieg - Kämna bleibt Zweiter +++

Der Belgier Thomas de Gendt hat die achte Etappe des Giro d'Italia gewonnen. Der 35 Jahre alte Radprofi vom Team Lotto-Soudal gewann am Samstag im Schlusssprint eines Ausreißer-Quartetts vor dem Italiener Davide Gabburo (Bardiani-CSF-Faizanè) und dem Spanier Jorge Arcas (Moviestar) beim Rundkurs durch Neapel.

In der Gesamtwertung behauptete der Spanier Juan Pedro Lopez (Trek-Segafredo) das Rosa Trikot, Lennard Kämna vom deutschen Team Bora-hansgrohe bleibt mit 38 Sekunden Abstand auf Rang zwei.

Am Sonntag verspricht die neunte Etappe sehr viel Spannung, denn es gibt auf der 190 Kilometer langen Strecke insgesamt fünf Anstiege. Es geht es von Isernia hinauf zur Bergankunft mit dem schwersten Schlussanstieg des Giro d'Italia zum Blockhaus.

+++ 13.05.2022: Kämna verliert Bergtrikot beim Giro an Etappensieger Bouwman +++

Der niederländische Radprofi Koen Bouwman hat die siebte Etappe des Giro d'Italia gewonnen. Im Schlussspurt eines Quartetts setzte sich der 28-Jährige vom Team Jumbo-Visma am Freitag in Potenza vor seinem Landsmann Bauke Mollema (Trek-Segafredo) und dem Italiener Davide Formolo (UAE Team Emirate) durch. Als Vierter komplettierte Bouwmans Teamkollege Tom Dumoulin das hervorragende Ergebnis der Niederländer auf der 196 Kilometer langen Etappe mit vier Anstiegen. Mollema hatte die entscheidende Attacke rund 8,5 Kilometer vor dem Ziel gestartet.

Lennard Kämna vom deutschen Team Bora-hansgrohe kam mit den Verfolgern als starker Sechster ins Ziel, verlor aber sein Bergtrikot an den Etappensieger Bouwman. In der Gesamtwertung bleibt Kämna Zweiter. Das Rosa Trikot des Gesamtersten trägt weiter der Spanier Juan Pedro Lopez (Trek-Segafredo). Kämna hat einen Rückstand von 38 Sekunden.

Die achte Etappe ist am Samstag ein Flachkurs mit Start und Ziel in Neapel über 153 Kilometer.

 

+++ 12.05.2022: Kämna weiter im Bergtrikot und Zweiter - Démare siegt +++

Der französische Radprofi Arnaud Démare hat beim 105. Giro d'Italia seinen zweiten Etappensieg gefeiert. Einen Tag nach seinem Erfolg in Messina setzte sich der 30-Jährige vom Team Groupama-FDJ erneut im Massensprint durch und verwies nach Fotofinish in einer Millimeterentscheidung den 27 Jahre alten Australier Caleb Ewan (Lotto Soudal) auf Rang zwei. Dritter auf der sechsten Etappe über 192 Kilometer von Palmi nach Scalea wurde der viermalige Weltmeister Mark Cavendish (Großbritannien/Quick-Step). Bester Deutscher war am Donnerstag Phil Bauhaus vom Team Bahrain-Victorious auf Rang sechs.

Lennard Kämna vom deutschen Team Bora-hansgrohe kam im Hauptfeld ins Ziel und verteidigte sein Bergtrikot und den zweiten Platz in der Gesamtwertung problemlos. Das Rosa Trikot des Gesamtersten trägt weiter der Spanier Juan Pedro Lopez (Trek-Segafredo). Er hat 38 Sekunden Vorsprung vor Kämna, der die Bergankunft am Dienstag auf dem Ätna gewonnen hatte.

Nach der Massenankunft tags kamen erneut die Sprinter zum Zug, bis auf einen Berg der vierten Kategorie waren auf den 192 Kilometern keine Schwierigkeiten zu bewältigen. Der 33 Jahre alte Italiener Diego Rosa vom Team Eolo-Kometa hatte sich nach 167 Kilometern an die Spitze des Peletons gesetzt, als Ausreißer betrug sein Vorsprung teilweise über drei Minuten. Doch 28,5 Kilometer vor dem Ziel wurde er vom Feld gestellt. Im Massensprint hatte dann erneut Démare die besten Beine, wenngleich die Entscheidung denkbar knapp war.

Die siebte Etappe führt am Freitag von Diamante nach Potenza über 196 Kilometer, nicht weniger als 4730 Höhenmeter sind zu überwinden. Der Giro endet am 29. Mai in Verona.

+++ 11.05.2022: Kämna beim Giro weiter Zweiter und im Bergtrikot - Démare siegt +++

Einen Tag nach seinem Coup auf dem Ätna hat Lennard Kämna sein Bergtrikot und den zweiten Platz in der Gesamtwertung des 105. Giro d'Italia problemlos verteidigt. Beim Etappensieg des Franzosen Arnaud Démare im Massensprint erreichte die deutsche Rad-Hoffnung am Mittwoch mit dem Hauptfeld das Ziel. Das Rosa Trikot des Gesamtersten trägt weiter der Spanier Juan Pedro Lopez, der mit Kämna zusammen am Dienstag als Ausreißer auf dem Vulkan angekommen war.

Nach der Kletterpartie zum Ätna hinauf kamen auf der fünften Etappe über 174 Kilometer von Catania nach Messina, der Heimatstadt von Ex-Giro-Sieger Vincenzo Nibali, wieder die Sprinter zum Zug. Dabei feierte Démare seinen insgesamt sechsten Tagessieg bei der Italien-Rundfahrt. Dahinter folgten der Kolumbianer Fernando Gaviria und Giacomo Nizzolo aus Italien auf den Plätzen. Einen guten sechsten Platz belegte der deutsche Sprinter Phil Bauhaus.

Der Giro wird am Donnerstag mit der sechsten Etappe über 192 Kilometer von Palmi nach Scalea fortgesetzt. Bis auf einen Berg der vierten Kategorie sind keine größeren Anstiege zu bewältigen. Damit wird Kämna sein Blaues Trikot auf jeden Fall noch bis Freitag behalten. Der Giro endet am 29. Mai in Verona.

+++ 10.05.2022: Kämna triumphiert auf dem Ätna: Etappensieg beim Giro d'Italia +++

Die deutsche Rad-Hoffnung Lennard Kämna hat die Bergankunft auf dem Ätna gewonnen und damit seinen ersten Etappensieg beim Giro d'Italia geholt. Der 25-Jährige gewann am Dienstag nach 172 Kilometern auf dem 1.892 Meter hohen Vulkan vor dem spanischen Mitausreißer Juan Pedro Lopez, der das Rosa Trikot vom Niederländer Mathieu van der Poel übernimmt.

Für Kämna war es der zweite Etappensieg bei einer großen Rundfahrt, nachdem er 2020 bei der Tour de France in Villard-de-Lans triumphiert hatte. Der hochtalentierte Norddeutsche hatte sich mit 13 weiteren Ausreißern früh vom Feld abgesetzt und einen großen Vorsprung herausgefahren. Am Ätna war es dann ein Ausscheidungsfahren, bei dem Kämna seine Bergqualitäten zeigte.

Damit hat der Mann vom Team Bora-hansgrohe sein Giro-Ziel mit dem Etappensieg bereits erreicht. Schon beim Auftakt in Ungarn hatte Kämna mit einer scharfen, aber glücklosen Attacke auf der ersten Etappe und einem achten Platz im Einzelzeitfahren am zweiten Tag überzeugt.

Am Mittwoch wird die Italien-Rundfahrt mit der fünften Etappe über 174 Kilometer von Catania nach Messina, der Heimatstadt von Radstar Vincenzo Nibali, fortgesetzt.

+++ 08.05.2022: Sprintstar Cavendish triumphiert - Bauhaus Zehnter +++

Der britische Sprintstar Mark Cavendish hat seinen insgesamt 16. Etappensieg beim Giro d'Italia geholt. Der Ex-Weltmeister gewann zum Abschluss des Ungarn-Gastspiels am Sonntag die dritte Etappe über 201 Kilometer von Kaposvar nach Balatonfüred vor dem Franzosen Arnaud Demare und dem Kolumbianer Fernando Gaviria. Bester Deutscher im Massensprint war Phil Bauhaus auf Platz zehn.

Das Rosa Trikot des Gesamtersten trägt weiterhin der Niederländer Mathieu van der Poel, der die Auftaktetappe gewonnen und auch im Zeitfahren am Samstag mit dem zweiten Platz überzeugt hatte. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf den Briten Simon Yates beträgt elf Sekunden. Emanuel Buchmann, der eine vordere Platzierung in der Endabrechnung anpeilt, hat nach seinem Sturz am Samstag 1:08 Minuten Rückstand. Nach drei Etappen in Ungarn kehrt der Giro nach Italien zurück. Dort wartet nach dem Ruhetag auf der vierten Etappe am Dienstag über 172 Kilometer zum Ätna hinauf bereits die erste Bergankunft. Die Italien-Rundfahrt endet am 29. Mai in Verona.

+++ 07.05.2022: Simon Yates siegt - Kämna auf Platz acht im Giro-Zeitfahren - Buchmann gestürzt +++

Lennard Kämna in Angriffslaune, Emanuel Buchmann im Sturzpech: Beim Ungarn-Gastspiel des 105. Giro d'Italia hat Kämna mit einem achten Platz im Einzelzeitfahren am Samstag eine starke Vorstellung abgeliefert. Buchmann kam dagegen auf den 9,2 Kilometern durch Budapest zu Fall und verlor wichtige 57 Sekunden auf Tagessieger Simon Yates. Der Brite, Vuelta-Sieger von 2018, war am Ende drei Sekunden schneller als der niederländische Auftaktsieger Mathieu van der Poel, der damit aber sein Rosa Trikot verteidigen konnte.

"In der Mitte des Rennens ist mir das Vorderrad weggerutscht. Ich bin schnell wieder auf das Rad gekommen. Ich fühle mich nicht so schlecht. Es sollte noch passen. Ich hatte schon schlechtere Zeitfahren", sagte Buchmann, der beim Giro eine vordere Platzierung anpeilt, nachdem er die letzten zwei Jahre immer wieder durch Stürze und Krankheiten zurückgeworfen worden war.

Kämna wusste dagegen auf dem Parcours vor riesigen Zuschauermassen in der ungarischen Hauptstadt zu überzeugen. Der Tour-de-France-Etappensieger von 2020 hatte sogar lange Zeit geführt, am Ende fehlten ihm aber 17 Sekunden auf Yates. "Es war ein richtig gutes Zeitfahren. Für mich war es auch wichtig für mein Selbstbewusstsein", sagte Kämna, der sich bereits zum Auftakt am Freitag in Szene gesetzt hatte, als er kurz vor dem Ziel mit einer scharfen Attacke erfolglos geblieben war. Am Sonntag endet mit der dritten Etappe über 201 Kilometer von Kaposvar nach Balatonfüred das dreitägige Ungarn-Gastspiel, bevor der Tross nach Sizilien reist. Dort geht es dann am Dienstag weiter.

+++ 06.05.2022: Kämna-Attacke zum Giro-Auftakt ohne Erfolg - van der Poel siegt +++ 

Eine scharfe Attacke von Lennard Kämna blieb ohne Erfolg, stattdessen hat sich Mathieu van der Poel nach Gelb bei der Tour de France 2021 auch das Rosa Trikot zum Auftakt des 105. Giro d'Italia geholt. Der Niederländer, Enkel des 2019 verstorbenen Radstars Raymond Poulidor, siegte am Freitag beim spektakulären Giro-Abstecher in Ungarn nach 195 Kilometern von Budapest nach Visegrad vor Biniam Girmay aus Eritrea und dem Spanier Pello Bilbao.

Für Furore sorgte aber gleich Kämna, der gut zweieinhalb Kilometer am Schlussanstieg attackierte und das Feld auseinanderriss. Doch die Konkurrenz war gewarnt. 800 Meter vor dem Ziel war der Tour-Etappensieger von 2020 wieder eingeholt - und es kam zum erwarteten Szenario mit van der Poel als Sieger. Auf ähnliche Weise hatte der viermalige Cross-Weltmeister im vergangenen Jahr die zweite Tour-Etappe an der Mur-de-Bretagne gewonnen und dann sechs Tage das Gelbe Trikot getragen. Überschattet wurde das Finale von einem Sturz des australischen Sprintstars Caleb Ewan.

Von Kämna dürfte aber noch einiges zu erwarten sein. Der 25-Jährige präsentierte sich in Top-Form. Beim Giro will er auf Etappenjagd gehen und den drei Topfahrern um Emanuel Buchmann beim Kampf ums Podium helfen.

Am Samstag steht das erste von insgesamt nur zwei Einzelzeitfahren auf dem Programm. 9,2 Kilometer sind dabei in Budapest zurückzulegen. Der Giro-Abstecher in Ungarn endet am Sonntag, bevor der Tross nach Sizilien reist. Dort geht es dann am Dienstag weiter.

+++ 06.05.2022: 105. Giro d'Italia startet in Budapest - Buchmann und Kämna dabei +++

Im ungarischen Budapest startet am Freitag der 105. Giro d'Italia. Aus deutscher Sicht hofft Emanuel Buchmann auf eine vordere Platzierung bei der zweitgrößten Radrundfahrt der Welt, die mit mehr als 51.000 Höhenmetern extrem schwer ist. Die Italien-Rundfahrt endet am 29. Mai in Verona.

Strecke: Aufgrund des Ungarn-Abstechers startet der Giro bereits am Freitag. Nach drei Tagen folgt der erste Ruhetag, bevor es in Sizilien weitergeht, wo am Dienstag die erste Bergankunft am Ätna wartet. Insgesamt fünf Bergankünfte hält die Strecke für die Fahrer bereit. Vor allem die dritte Woche wird extrem schwer. Dazu gibt es noch zwei Zeitfahren, am zweiten Tag in Budapest über 9,2 Kilometer und am Schlusstag in Verona über 17,1 Kilometer

Deutsche: Emanuel Buchmann will nach zwei schwierigen Jahren mit Stürzen, Krankheiten und Corona wieder angreifen. Den Traum vom Podium bei einer großen Rundfahrt hat er noch nicht aufgegeben. In seinem Bora-hansgrohe-Team muss er sich aber die Kapitänsrolle mit Wilco Kelderman (Niederlande) und Jai Hindley (Australien) teilen. Lennard Kämna will sich in Ausreißergruppen zeigen und wie bei der Tour de France 2020 eine Etappe gewinnen. Auf den Flachetappen könnte Phil Bauhaus eine Rolle spielen. Der Bocholter hat in dieser Saison bereits einige Topplatzierungen geschafft, darunter einen Tagessieg bei der WorldTour-Rundfahrt Tirreno Adriatico.

Favoriten: Einen klaren Favoriten auf den Gesamtsieg gibt es nicht. Am ehesten kommt noch Ex-Sieger und Olympiasieger Richard Carapaz aus Ecuador in Frage. Auch dem Briten Simon Yates werden gute Chancen eingeräumt. Der kolumbianische Vorjahresgewinner Egan Bernal ist nach seinem schweren Sturz im Winter noch nicht so weit. Die beiden Slowenen-Stars Tadej Pogacar und Primoz Roglic konzentrieren sich auf die Tour de France.

+++ 05.05.2022: Buchmann vor Giro-Start: Sollte mal "ohne Pech durchkommen" +++

Für Radprofi Emanuel Buchmann wäre es beim Giro d'Italia schon ein erster Erfolg, "ohne Sturz und Krankheit" durchzukommen. Nachdem der frühere Tour-de-France-Vierte in den vergangenen Jahren immer wieder durch Stürze und Krankheiten zurückgeworfen wurde, will er nun einmal eine Rundfahrt ohne Probleme beenden.

"Ganz verloren waren die Jahre auch nicht. Ich habe die zwei Jahre auch viel gelernt. Aber ergebnistechnisch ist nicht viel bei rumgekommen. Ich habe normalerweise noch ein paar gute Jahre vor mir. Ich bin immer noch motiviert. Jetzt sollte ich mal ohne Pech durchkommen. Dann kann ich zufrieden sein", sagte Buchmann bei einem Pressegespräch einen Tag vor dem Start am Freitag in Budapest. Der Allgäuer geht zusammen mit Wilco Kelderman (Niederlande) und Jai Hindley (Australien) als gleichberechtigter Kapitän ins Rennen.

Eine Sonderrolle genießt Lennard Kämna, der auch seine Chance auf Tagessiege suchen soll. "Wenn ich in einer Ausreißergruppe bin, gibt es immer Möglichkeiten zu gewinnen. Ich habe mir als Ziel gesetzt, auf Etappenjagd zu gehen", sagte der frühere Tour-de-France- Etappensieger, der «viel Lust» auf den Giro hat. Ob Kämna auch bei der Tour mitfahren wird, ist noch unklar. Bei Buchmann läuft es eher darauf hinaus, dass er noch die Spanien-Rundfahrt bestreitet.

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bos/hos/news.de/dpa