Von news.de-Redakteurin - 15.06.2021, 11.08 Uhr

Christian Eriksen: "So ein bullshit!" Twitter-Nutzer sauer über haltlose Spekulationen zu Corona-Impfung

Die Erleichterung ist riesig: Christian Eriksen hat seinen Zusammenbruch beim EM-Spiel gegen Finnland überlebt. Doch haltlose Spekulationen über eine mögliche Corona-Impfung als Ursache sorgen auch Tage später auf Twitter für Entsetzen. Auf Wikipedia hatte man Eriksen sogar für tot erklärt.

Christian Eriksen war beim EM-Spiel gegen Finnland zusammengebrochen. Bild: dpa

"Dänemark verliert. Aber das Leben hat gewonnen." Das titelte die dänische Zeitung "Ekstrabladet" nach dem Schock von Kopenhagen. Dänemarks bester Spieler Christian Eriksen kollabierte am Samstag während des EM-Spiels gegen Finnland und musste danach von mehreren Medizinern per Herzbehandlung "zurückgeholt", sprich: reanimiert werden. So beschrieb es der Mannschaftsarzt Morten Boesen hinterher bei der Pressekonferenz.

Schock bei der EM 2021: Dänemark-Spieler Christian Eriksen zusammengebrochen

Dass der 29-Jährige von Inter Mailand diesen Zusammenbruch überlebt hat und später in einem stabilen und ansprechbaren Zustand in ein Krankenhaus gebracht wurde: Die Erleichterung darüber war wesentlich größer, als es die dänische Enttäuschung oder die finnische Freude über den überraschenden 1:0 (0:0)-Sieg des EM-Debütanten jemals hätten sein können.

Twitter-Wut nach Eriksen-Zusammenbruch: Spekulationen über Corona-Impfung

Unfassbar, aber dennoch wahr: Auf Twitter wurde der Zusammenbruch von Christian Eriksen von Impfgegnern und Corona-Leugnern instrumentalisiert. Sie brachten Eriksens Kollaps mit seiner Corona-Impfung in Verbindung. Denn: Christian Eriksen steht bei Inter Mailand unter Vertrag und die gesamte Mannschaft wurde bereits gegen das Corona-Virus geimpft.

"So ein bullshit!" So denkt Twitter über die Spekulationen zum Eriksen-Zusammenbruch

Zahlreiche Twitter-User zeigten sich entsetzt. "Es ist so grauslich, wenn Leute den Zusammenbruch von #Eriksen als Anti-Impfkampagne nutzen. Das macht mich so wahnsinnig wütend! So ein bullshit!", schrieb eine Nutzerin am Samstagabend auf Twitter. "Sowas kann man sich nicht ausdenken.... Katastrophengeiles Pack #Eriksen", schrieb eine andere und teilte einen Screenshot aus einem Corona-Schwurbler-Telegram-Kanal. "Es wäre schön, wenn man es unterlassen könnte, wegen #Eriksen über Coronaimpfung, Herzinfarkt oder whatever rumzuspekulieren. Das war einfach zu schockierend, um es für irgendetwas zu instrumentalisieren. Wichtig ist nur, dass er wieder auf die Beine kommt", bringt es dieser User auf den Punkt.

Christian Eriksen für tot erklärt auf Wikipedia nach Zusammenbruch bei EM 2021

Doch die haltlosen Spekulationen, die einen Zusammenhang zwischen Christian Eriksens Zusammenbruch und seiner Impfung herstellten, waren längst nicht die Spitze des Eisbergs. Noch schockierender ist, dass man Christian Eriksen auf Wikipedia noch am Abend für tot erklärt hatte. "Wie kann man da jetzt den Tod bei Wikipedia eintragen.. grausam. #Eriksen", zeigte sich ein Twitter-User entsetzt und teilte einen Screenshot der Eintragung bei Wikipedia.

Twitter-User entsetzt über Todesmeldung auf Wikipedia

"#DENFIN #Wikipedia ein Mittelfinger an jeden, der den Wikipedia Eintrag mit 'verstorben' aktualisiert hat. #Eriksen", macht auch dieser Nutzer seiner Wut Luft. "Was muss man für ein Hurensohn sein, um jetzt schon in den Wikipedia Artikel zu schreiben, dass er gestorben sei. Eriksen du schaffst das", zeigte sich auch dieser User erzürnt. "Es hatte wirklich jemand schon das Todesdatum von Eriksen auf Wikipedia eingetragen... Wie kann man so sein?", fragt sich ein weiterer Nutzer.

Während sich Christian Eriksen im Krankenhaus erholt, hat der dänische Fußball-Verband seinen Spielern nach dem Zusammenbruch ihres Teamkollegen Christian Eriksen während des EM-Spiels gegen Finnland (0:1) psychologische Hilfe in Aussicht gestellt. "Es ist eine traumatische Erfahrung", sagte Nationaltrainer Kasper Hjulmand am späten Samstagabend. "Wir werden die nächsten Tage damit verbringen, so gut wie möglich daran zu arbeiten. Und natürlich gibt es professionelle Leute um uns herum."

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fka/news.de/dpa

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