Promi-News: Noch mehr Geheimnisse: "Der perfekte Urlaub"
Sieben Jahre nach "Das perfekte Geheimnis" erzählt Regisseur Bora Dagtekin die Geschichte um eine verlogene Freundesgruppe mit seinem Star-Ensemble weiter. In einer Hauptrolle: Malle.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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2019 traf sich eine Gruppe guter Freunde zum Essen und dabei eine folgenschwere Entscheidung: Jede Nachricht, die an jenem Abend auf dem Handy jedes Einzelnen einging, musste laut vorgelesen, jeder Anruf per Lautsprecher entgegengenommen werden. Zum Vorschein kamen Lügen, Affären, verstecke Wünsche und Sehnsüchte und einfach "Das perfekte Geheimnis".
So hieß Bora Dagtekins Film von damals - und jetzt erzählt der Erfolgsregisseur ("Fack Ju Göhte"), wie es weiterging mit der Freundesgruppe um Leo (Elyas M'Barek), Pepe (Florian David Fitz), Rocco (Wotan Wilke Möhring), Simon (Frederick Lau) und ihre Frauen. Die Antwort kommt an diesem Donnerstag (22. Oktober) mit der Komödie "Der perfekte Urlaub" ins Kino. Am Montagabend war Weltpremiere in München.
Darin sind deutlich weniger als sieben Jahre vergangen seit dem dramatischen Dinner. Der Film setzt einige Wochen nach jenem schicksalshaften Abend ein. Die Männer, die schon als Jungs Freunde waren, machen sich darin zunächst getrennt voneinander auf zur liebsten Insel der Deutschen und landen auf Mallorca.
Bildungsbürgerschreck Ballermann
Doch da wird schnell klar, dass aus einem Männertrip nichts wird. Denn auch Roccos und Leos Frauen Eva (Jessica Schwarz), Carlotta (Karoline Herfurth) und deren beste Freundin Maus (Diana Amft) haben sich in derselben Finca einquartiert. Als wäre das nicht kompliziert genug, fackelt diese Villa auch noch kurz nach der Ankunft ab. Die Freunde müssen eine Ausweichunterkunft finden und das Münchner Bildungsbürgertum sieht sich in einem Hotel am Ballermann einem veritablen Kulturschock ausgesetzt.
Die Szenerie gibt Dagtekin Gelegenheit, sich regelrecht und sehr genüsslich zu suhlen in Sangria und Klischees über deutsche Malle-Urlauber, mit denen er sein staunendes Star-Ensemble konfrontiert. Gerhard Polts legendäre Satire "Man spricht deutsh" über die deutsche Invasion der 1980er Jahre in den italienischen Urlaubsgebieten lässt grüßen.
Klischees, ja - aber originell erzählt
Und obwohl die wahren Klischees von Handtüchern auf Sonnenliegen werfenden Urlaubern ebenso wenig neu sind wie die von saufenden Ballermann-Gängern, gelingt es Dagtekin, der mit seinen "Fack Ju Göhte"-Kultfilmen auch schon dem Genre der Schulkomödie neues Leben eingehaucht hat, das Ganze so unglaublich pointiert und unterhaltsam zu erzählen, dass es originell wirkt.
Nach dem kammerspielartigen ersten Film nutzt er nun die gesamte Bandbreite mallorquinischer Freiheiten und entfesselt damit auch noch eine größere Natürlichkeit in der Darstellung und eine mitreißende Spielfreude seiner hervorragenden Schauspieltruppe, die in Teil zwei sogar noch viel besser harmoniert.
Film zeigt alle Emotionen
Wirkte der ein oder andere Dialog im "perfekten Geheimnis" noch etwas gekünstelt und vorgetragen, so sprüht "Der perfekte Urlaub" nur so von Gesprächen, die es so - oder so ähnlich - sicher schon gegeben haben mag in der ein oder anderen zwischenmenschlichen Beziehung. Es geht um Schmerz und Vergebung, Wut, Trauer, Freude, Freunde, Liebe.
Rocco, der aus einem ganz bestimmten Grund nach Mallorca gereist ist, und seine Frau Eva sehen ihre Familie - und ihre Beziehung - aus einer ganz neuen Perspektive. Der frisch geoutete Pepe ist immer noch auf der Suche nach sich selbst und kann mit den Flirttipps seiner Hetero-Freunde, die vor allem CSD-Klischees im Kopf haben, nicht viel anfangen. Und Carlotta wird den Verdacht nicht los, dass Leo seine Sexting-Bekanntschaft doch noch nicht abgeschossen hat.
Und wie war das noch im ersten Film? Kam da nicht raus, dass Eva und Simon, der beste Freund ihres Mannes, eine Affäre haben? Es gibt viel zu besprechen in diesem zweiten Teil.
Neuzugang Diana Amft
Ein Wermutstropfen: Weil Simons schwangere Ex-Partnerin Bianca ihn verlassen hat, nachdem sie in Teil eins herausgefunden hatte, dass ihr Verlobter auch noch andere Frauen geschwängert hat, ist Jella Haase leider nur in einer vergleichsweise kleinen Rolle zu sehen.
Ihre Aufgabe, der disfunktionalen Gruppe als Bianca aus einer Art Beobachterposition den Spiegel vorzuhalten, kommt darum Diana Amft ("Doctor's Diary") als Carlottas allerbeste Kindergartenfreundin Katja "Maus" zu. Nur schade, dass Dagtekin hier auf das etwas abgegriffene Klischee der lustigen, mannstollen besten Freundin zurückgreift, wie es in Komödien immer wieder vorkommt.
Ein wenig kurios, weil dramaturgisch komplett unmotiviert, ist auch ein musikalischer Cameo-Auftritt der "No Angels". Insgesamt tut das dem unterhaltsamen Kinoerlebnis aber keinen Abbruch.
Manche Geschichten nach einem Film noch nicht zu Ende
Der Plan sei es gewesen, "ihre Geschichte auf eine neue Art weiterzuerzählen", sagte Produzentin Lena Schömann nach der Premiere, denn: "Manche Geschichten sind nach einem Film noch nicht zu Ende erzählt." Auch wenn die Erstaufführung überraschend verhaltenen Applaus beim Publikum auslöste: Der Film scheint durchaus das Potenzial zu haben, an den Erfolg seines Vorgängers, der mehr als fünf Millionen Zuschauer in die Kinos holte, anzuknüpfen.
Eines hat sich aus Sicht von Regisseur Dagtekin jedenfalls nicht geändert: Auch der zweite Teil sei vor allem ein "Film über Freundschaft" und das mit "einem der wohl großartigsten Ensembles".
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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