Promi-News: Danger Dan auf neuem Album: "Irgendwann holt mich die Nacht"

Mit dem Politsong "Keine Angst" sorgte er für Debatten. Auf seinem neuen Album erzählt Danger Dan nun vor allem von persönlichen Momenten. Etwa von der Krankheit, die ihn langsam erblinden lässt.

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Die Welt der Stars im Blick: Aktuelle Promi-Nachrichten lesen Sie auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / iks_jin

Mit seinem neuen Klavieralbum hatte Danger Dan schon eine Debatte ausgelöst, da war es noch gar nicht erschienen. Vor zwei Monaten sagte das ZDF seinen Auftritt kurzerhand ab, weil ein Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könnte. Der Song "Keine Angst" stieß in Deutschland eine Diskussion darüber an, wie weit der Kampf gegen Rechtsextremismus gehen darf.

Nun veröffentlicht der Berliner Musiker an diesem Freitag (2. Oktober) sein dazugehöriges neues Album, das ebenfalls "Keine Angst" heißt. Und auch wenn er darauf politisch noch einmal nachlegt, erzählt das Album vor allem von persönlichen Geschichten.

"Ich kenne mich mit Ängsten ganz gut aus, bin selbst Angstpatient und war mit 18 wegen einer Panikstörung sogar in der Klinik", sagte Danger Dan kürzlich dem "Tagesspiegel". Wer "keine Angst" sage, versuche, sich selbst Mut zuzusprechen. "Es ist somit auch eine Selbstbeschwörung." Für das Album habe er viele Lieder geschrieben, an die er sich vorher nicht getraut habe.

Augenkrankheit nimmt ihm die Sehkraft

Es geht zum Beispiel ums Abschiednehmen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit. "Dass es hier so schön ist, hätte ich vielleicht sonst nie gesehen…", singt der 43-Jährige, der an der Augenerkrankung Retinitis pigmentosa leidet, die ihn langsam erblinden lässt. "Ich will nicht, dass ich Angst hab', aber mich dran erinnern: Irgendwann holt auch mich die Nacht."

Die Diagnose habe er mit Mitte 20 bekommen, daran erinnere er sich noch sehr gut, schrieb Danger Dan - der bürgerlich Daniel Pongratz heißt - bei Instagram. "In den darauffolgenden Monaten habe ich meinen Job geschmissen, ständig irgendwelche Abenteuer gesucht, bin viel und weit gereist, hab’ versucht, mir die ganze Welt anzugucken und aus jedem Augenblick etwas zu machen."

Das klinge romantisiert, aber er habe manchmal sogar das Gefühl gehabt, aus der Konfrontation mit seiner Endlichkeit einen Vorteil zu ziehen. "Unterm Strich natürlich trotzdem scheiße, dass ich kein Auto fahren darf, ständig irgendwas umschmeiße und dass die Welt alles andere als barrierefrei ist. Aber das ist ein anderes Thema."

"Überrascht, mich in 'nen Mann zu verlieben"

Der Berliner Rapper wurde mit der Antilopen Gang bekannt, trägt bei Auftritten dunkelrote Bomberjacke und Stiefel. Auf dem neuen Album veröffentlicht der 43-Jährige zwei Liebeslieder. Einmal geht es darum, dass er für seine Freundin jederzeit zum Späti gehen würde. Und ein anderes Mal um eine Liebesbeziehung zu einem Mann.

"Es tut mir leid, wenn ich dich damals verletzt habe, und dass ich dich einhunderttausend Mal versetzt hab'. Mein Leben war ein Chaos, doch ich will's nicht darauf schieben", heißt es im Text. "Ich war auch überrascht, mich in 'nen Mann zu verlieben." Manchmal denke er darüber nach, warum es nicht geklappt habe. "Dass meine Ängste uns im Weg gewesen sind, ist fucked up".

Absage des ZDF: Wie weit darf ein Songtext gehen?

Auf dem Album geht es dann etwa auch um Kneipenprügeleien und Versicherungsvertreter, um den Abschied von einem geliebten Menschen oder die Suche nach dem eigenen Lebensweg. Wie schon beim vorherigen Klavieralbum "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt", das 2021 erschienen war, ist es aber der Titelsong, der vorab eine Debatte auslöste.

Mit dem Pianisten Igor Levit wollte Danger Dan den Song "Keine Angst" in der Kabarettsendung "Die Anstalt" spielen, deren Jubiläumsausgabe sich mit Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie beschäftigte. Kurz vor der Aufzeichnung entschied das ZDF jedoch, den Auftritt zu streichen.

Intendant Norbert Himmler verteidigte die Entscheidung damals inhaltlich. Seiner Ansicht nach habe man es "unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun", der in freundliche Grüße an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter münde, sagte Himmler der "Süddeutschen Zeitung".

"Wenn man Nazis so behandelte wie Frauen"

Die Musiker werteten die Absage dagegen als Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. Dem "Spiegel" sagte Danger Dan, es gehe darum, wie wirksame Antifaschismus-Strukturen aufgebaut werden könnten. Er verabscheue Gewalt. "Aber das Problem ist: Sie ist schon längst politische Realität." Nach der Absage spielten Levit und Danger Dan dann ein Ersatzkonzert in Berlin.

Auf dem neuen Album findet sich ein weiterer politischer Song. "Kapiert - wir sollen Nazis also lieber nicht verhauen", singt Danger Dan darin. "Doch wie wär's, wenn wir stattdessen - ich weiß, es klingt vermessen, doch man könnt' es ja mal testen - sie behandelten wie Frauen?"

Und dann zählt Danger Dan auf, wie Frauen in der Gesellschaft benachteiligt werden oder welche Gewalt ihnen widerfährt. "Im Vergleich zum Kampf gegen Rechtsextremismus wird eine vergleichbare Debatte gegen patriarchale Gewalt höchstens halbherzig geführt", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Dabei rede man da über jahrhundertealte Strukturen.

Manchmal sind Kontroversen übrigens nicht gerade die schlechteste Werbung. Noch vor Erscheinen des neuen Albums sind etliche der geplanten Konzerte von Danger Dan ausverkauft.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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