William und Kate: Lächeln, schweigen, niemals allein – die geheimen Palast-Regeln der Royals

Ob Kleidung, Reisen oder öffentliche Auftritte – im britischen Königshaus gelten zahlreiche Traditionen und Protokolle. Manche sind offiziell geregelt, andere beruhen auf jahrzehntelanger Etikette. Für William, Kate und ihre Kinder bedeutet das: Das Privatleben endet oft dort, wo die Krone beginnt.

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Prinz William und Prinzessin Kate beim Pferderennen in Ascot. Ihre öffentlichen Auftritte unterliegen einer strengen Etikette. (Foto) Suche
Prinz William und Prinzessin Kate beim Pferderennen in Ascot. Ihre öffentlichen Auftritte unterliegen einer strengen Etikette. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire/Aaron Chown
  • Diese Vorschriften bestimmen den Royal-Alltag im britischen Königshaus
  • Was Prinzessin Kate im Palast alles verboten ist
  • Historischer Vorfall änderte das Reiseprotokoll
  • Von Kleidung bis Knigge: strenge Etikette bei Prinz William und Prinzessin Kate

Wer glaubt, das Leben im britischen Königshaus bestehe nur aus Glanz und Glamour, kennt das Regelwerk dahinter nicht. Vom Reiseprotokoll über die Kleiderordnung bis hin zu erstaunlich detaillierten Verhaltensvorschriften – die Mitglieder der Royal Family bewegen sich in einem Korsett aus Traditionen, das kaum Spielraum lässt. Besonders Catherine, Prinzessin von Wales, musste nach ihrer Hochzeit mit Prinz William zahlreiche Freiheiten aufgeben, die für die meisten Menschen selbstverständlich wären.

Manche dieser Protokolle gehen auf konkrete historische Ereignisse zurück. So verdankt eine der bekanntesten Reisevorschriften der Royals einem einzigen fehlenden Kleidungsstück im Koffer der damals 25-jährigen Prinzessin Elizabeth ihre Entstehung – ein Vorfall in Kenia im Jahr 1952, der das königliche Reiseprotokoll für immer veränderte.

Ein Koffer voller Sommerkleider – und kein Schwarz in Sicht

Im Februar 1952 reiste die damalige Prinzessin Elizabeth anstelle ihres schwer erkrankten Vaters nach Afrika. König George VI. litt an Krebs und hatte sich vier Monate zuvor einer Lungenoperation unterziehen müssen. Dennoch traf die Nachricht von seinem Tod die 25-Jährige völlig unvorbereitet.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Prinz Philip hielt sich Elizabeth zunächst im ländlichen Treetops-Hotel nahe der Stadt Nyeri auf. Als der König im Schlaf in Sandringham verstarb, hatte das Paar – damals Eltern des dreijährigen Charles und der zweijährigen Anne – bereits zur Sagana Lodge am Mount Kenya gewechselt. Dort erfuhr der 30-jährige Philip zuerst von der Todesnachricht und überbrachte sie seiner Frau.

Das Problem: Elizabeth hatte für die Reise ausschließlich leichte Sommerkleider eingepackt. Ein schwarzes Trauerensemble fehlte im Gepäck – obwohl es im Königshaus üblich ist, ab dem Zeitpunkt eines Todesfalls ausschließlich dunkle Kleidung zu tragen.

Umziehen im Flugzeug – eine Regel für die Ewigkeit

Als Elizabeths Maschine in London landete, wurde ihr ein passendes Ensemble an Bord gebracht. Die junge Königin zog sich noch im Flugzeug um, bevor sie die Gangway hinabstieg – in schwarzem Mantel und dazu passendem Hut. Am Fuß der Treppe auf dem Flughafen Heathrow erwartete sie der damalige Premierminister Winston Churchill.

Dieser Vorfall prägte das königliche Protokoll nachhaltig: Seither gehört ein schwarzes Outfit zwingend in das Reisegepäck jedes Mitglieds der Royal Family. Vierzig Jahre später bewährte sich die Vorschrift erneut, als Prinzessin Dianas Vater Lord Spencer 1992 starb, während sie mit Prinz Charles in den Alpen Ski fuhr. Auf dem Rückweg trug das Paar komplett schwarze Kleidung.

Bis heute gilt die Regel unverändert – auch für Catherine, Prinzessin von Wales, die ohne ein solches Kleidungsstück keine Reise antreten darf.

Blutkonserven an Bord und der Trick gegen Falten

Die Trauerkleidungs-Vorschrift ist bei Weitem nicht die einzige Reiseregel im Königshaus. Laut Royals-Autorin Marcia Moody tragen die Familienmitglieder während des Fluges bequeme Kleidung und schlüpfen erst kurz vor der Landung in ihre offiziellen Outfits – so erklären sich die stets faltenfreien Auftritte auf dem Rollfeld.

Die wohl bekannteste Richtlinie betrifft die Thronfolge: Direkte Erben sollen möglichst nicht im selben Flugzeug reisen, um die Erbfolge bei einem Unglück zu schützen. Allerdings wird diese Vorgabe zunehmend flexibel gehandhabt – William und Kate sind mit ihren Kindern George und Charlotte bereits mehrfach gemeinsam geflogen.

Die ungewöhnlichste Vorschrift dürfte jedoch medizinischer Natur sein: Wenn der Monarch in Regionen mit unsicherer Blutversorgung reist, begleitet ihn ein persönlicher Arzt mit Blutkonserven, die exakt der Blutgruppe des Souveräns entsprechen.

Kein Wahlrecht, keine Autogramme, kein eigenes Instagram

Doch nicht nur auf Reisen schränkt das Protokoll den Alltag der Royals ein. Catherine, Prinzessin von Wales, darf weder ihre politische Meinung äußern noch an Wahlen teilnehmen – politische Neutralität zählt zu den tragenden Säulen der britischen Monarchie. Ebenso untersagt ist das Unterschreiben von Autogrammen, da der Palast eine mögliche Fälschung von Dokumenten im Namen der königlichen Familie fürchtet.

Auch finanziell gelten klare Grenzen: Kate darf mit ihrer Arbeit kein Geld verdienen. Obwohl sie als begeisterte Fotografin bekannt ist, kann sie ihre Aufnahmen nicht verkaufen – stattdessen werden die Bilder ausschließlich über offizielle Kanäle der Royal Family veröffentlicht.

Persönliche Social-Media-Konten sind für sämtliche Familienmitglieder tabu. Alle Beiträge laufen über offizielle Accounts, die vom PR-Team des Palastes betreut werden.

Vom Nagellack bis zur Teetasse – Etikette im Kleingedruckten

Auch bei Kleidung und Auftreten gelten strenge Maßstäbe. Kate wird dazu angehalten, dezente Nagellackfarben zu verwenden, sich bescheiden zu kleiden und auf Miniröcke oder auffällige Stoffe zu verzichten. Pelz ist im Königshaus komplett verboten – Leder darf sie nur tragen, wenn die Tiere nicht eigens dafür getötet wurden.

Öffentliche Zärtlichkeiten mit William beschränken sich auf einen flüchtigen Wangenkuss – alles darüber hinaus missbilligt der Buckingham-Palast. Fremde dürfen die Prinzessin streng genommen nicht berühren, wobei Kate beim Händeschütteln großzügig über diese Regel hinwegsieht. Umarmungen bleiben allerdings ausgeschlossen.

Selbst das Teetrinken unterliegt festen Vorgaben: Daumen und Zeigefinger halten den oberen Henkel, der Mittelfinger stützt von unten – und der kleine Finger bleibt in der Handfläche verborgen. Bestimmte Wörter wie "Toilette" oder "Wohnzimmer" gelten als zu gewöhnlich und werden von den Royals konsequent vermieden.

Tradition trifft Moderne – doch die Krone hat das letzte Wort

Trotz aller Einschränkungen verkörpern William und Kate eine deutlich zeitgemäßere Version der Monarchie als frühere Generationen. Das Paar gibt sich bei öffentlichen Auftritten lockerer, bricht gelegentlich mit Konventionen – etwa wenn Kate bereitwillig für Selfies posiert – und hat manche verstaubte Vorschrift stillschweigend aufgeweicht.

Dennoch bleibt der Handlungsspielraum eng begrenzt. Von der Frage, wer mit wem im selben Flugzeug sitzen darf, über das Verbot politischer Äußerungen bis hin zur korrekten Haltung der Teetasse – das Regelwerk des Buckingham-Palastes durchdringt nahezu jeden Lebensbereich. Manche Vorschriften mögen sich im Laufe der Zeit gelockert haben, andere gelten seit Jahrzehnten als unantastbar.

Eines zeigt der Blick hinter die Palastmauern jedenfalls deutlich: Wer in die britische Königsfamilie einheiratet, tauscht ein erhebliches Maß an persönlicher Freiheit gegen ein Leben im Dienst der Krone.

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