Andrew Mountbatten-Windsor: König Charles III. bezieht Position nach neuen Epstein-Enthüllungen

Andrew Mountbatten-Windsor versinkt immer tiefer im Epstein-Skandal - nun steht der Ex-Prinz unter Verdacht, geheime Regierungsdokumente weitergereicht zu haben. Für König Charles III. ist das Maß voll, wie ein aktuelles Palast-Statement zeigt.

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König Charles III. hat seit geraumer Zeit Kummer mit seinem Bruder Andrew Mountbatten Windsor und hat der Polizei nun Kooperationsbereitschaft bei den Ermittlungen zugesichert. (Foto) Suche
König Charles III. hat seit geraumer Zeit Kummer mit seinem Bruder Andrew Mountbatten Windsor und hat der Polizei nun Kooperationsbereitschaft bei den Ermittlungen zugesichert. Bild: picture alliance/dpa/Pool PA/AP | Jane Barlow
  • Neuer Ärger für König Charles III. - Epstein-Skandal weitet sich aus
  • Früherer Prinz Andrew soll geheime Regierungsdokumente an Sexualverbrecher weitergereicht haben
  • Briten-Monarch sichert der Polizei Unterstützung bei Ermittlungen zu

Dass er über Jahre hinweg eine enge Freundschaft mit dem US-amerikanischen Multimillionär und verurteilten Sexverbrecher Jeffrey Epstein pflegte, läutete den tiefen Absturz von Andrew Mountbatten-Windsor ein. Einst als Prinz Andrew und Herzog von York bekannt, ist der Bruder von König Charles III. heute all seiner royalen Würden, Titel und Ämter enthoben und fristet sein Dasein nach dem Rauswurf aus der Royal Lodge in Windsor künftig an der südostenglischen Küste in Norfolk.

Ex-Prinz Andrew unter Verdacht: Reichte er geheime Dokumente an Epstein weiter?

Doch die Enthüllungen um Andrews Verbindungen zu Jeffrey Epstein reißen nicht ab - vielmehr kommen immer wieder neue, haarsträubende Einzelheiten über die Machenschaften des früheren Herzogs ans Tageslicht. Das vorerst letzte Kapitel des Skandals um Ex-Prinz Andrew und Jeffrey Epstein: König Charles' Bruder soll in seiner damaligen Funktion als Handelsbeauftragter der Regierung geheime Unterlagen an den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein übermittelt haben.

Bei den mutmaßlich von Andrew weitergeleiteten Materialien handelt es sich um Berichte über offizielle Reisen nach Hongkong, Vietnam und Singapur. Darüber hinaus soll Jeffrey Epstein eine Einschätzung zu Investitionschancen in Afghanistan erhalten haben. Die elektronische Korrespondenz stammt teilweise aus dem Dezember 2010 sowie dem Frühjahr 2011 – zu einem Zeitpunkt, als der US-Multimillionär bereits wegen sexueller Vergehen an einer Minderjährigen rechtskräftig verurteilt war.

König Charles III. zieht alle Register: Königshaus will Polizei bei Ermittlungen gegen Andrew Mountbatten-Windsor unterstützen

Der britische Monarch reagierte auf die Enthüllungen mit einem ungewöhnlichen und überaus deutlichen Schritt. Laut einer Mitteilung des Buckingham-Palastes hat Charles III. seine tiefe Besorgnis über das Verhalten seines Bruders bereits durch Worte und beispielloses Handeln zum Ausdruck gebracht. Ein Palastsprecher stellte nun im Bezug auf die neuen Vorwürfe gegen Ex-Prinz Andrew klar: "Die konkreten Vorwürfe sind von Herrn Mountbatten-Windsor zu klären. Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir bereit, sie zu unterstützen, wie es sich gehört." Sowohl König Charles III. als auch Königin Camilla denke stets an die Opfer jeglichen Missbrauchs und empfinde Mitgefühl für sie.

Polizei erwägt Ermittlungen gegen Ex-Prinz Andrew nach Weitergabe von Geheimdokumenten

Die Thames Valley Police, zuständig für Andrews früheren Wohnort Windsor, hat die Prüfung der Vorwürfe gegen den früheren Prinzen aufgenommen. Ob sich der ehemalige Royal durch die Weitergabe der vertraulichen Regierungsdokumente strafbar gemacht haben könnte, ist derzeit noch offen. Die aufgetauchten E-Mails widerlegen zudem Andrews bisherige Darstellung seiner Beziehung zu Epstein. Der 2019 verstorbene Multimillionär, der über Jahre einen Missbrauchsring mit Dutzenden minderjährigen Opfern betrieb, stand laut Andrews früheren Aussagen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Kontakt mit ihm. Die elektronische Korrespondenz aus den Jahren 2010 und 2011 beweist jedoch das Gegenteil – und das, obwohl Epstein damals bereits verurteilt war.

Andrew Mountbatten-Windsor wegen Epstein-Skandal tief gefallen

Andrew Mountbatten-Windsor hat durch die Epstein-Affäre alles verloren, was seine königliche Stellung ausmachte. Sämtliche Ehren, militärischen Ränge und seine offizielle Rolle als Vertreter des Königshauses wurden ihm entzogen. Sein Bruder Charles ging sogar so weit, ihm den angeborenen Prinzentitel abzuerkennen. Zusätzlich musste er sein luxuriöses Domizil Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor räumen.

Die Missbrauchsvorwürfe gegen Andrew wiegen schwer. Virginia Giuffre, eines der Epstein-Opfer, beschuldigte ihn, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben – auch als sie noch minderjährig war. Obwohl Andrew sämtliche Anschuldigungen stets bestritt, einigte er sich mit der inzwischen verstorbenen Giuffre in einem US-Zivilverfahren auf einen Vergleich, der Berichten zufolge mehrere Millionen umfasste.

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/news.de/dpa/stg

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