Krieg im Jemen: WHO: Mindestens 1.500 Tote bei neuen Kämpfen im Jemen

Die WHO meldet Hunderte Tote im Jemen seit August, das renommierte Datenprojekt ACLED kommt auf noch deutlich höhere Opferzahlen. Doch verlässliche Daten dazu gibt es in dem verheerenden Krieg kaum.

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Bei der neuen Gewalt im Jemen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit August mindestens 1.500 Menschen getötet worden. Mehr als 6.900 weitere Menschen seien im selben Zeitraum verletzt worden, teilte die WHO mit. Die UN-Organisation bekommt allerdings keine Opferzahlen aus Gebieten, die von den Huthi-Rebellen kontrolliert werden. Die Zahl der Toten und Verletzten seit der neuen Eskalation vor einigen Monaten dürfte deshalb noch deutlich höher liegen. Die WHO unterscheidet bei den Opfern auch nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten.

Das britische Datenprojekt ACLED, das Daten aus Konfliktgebieten auswertet, kommt auf deutlich mehr Opfer. ACLED zählte im selben Zeitraum mehr als 6.400 Menschen, die durch Gewalt seit der erneuten Eskalation getötet wurden, also Kämpfer und Zivilisten. Diese Opfer gab es demnach unter anderem in den seit Wochen umkämpften Provinzen Tais, Marib und Lahdsch.

Kaum verlässliche Opferzahlen

In dem verheerenden, seit mehr als zehn Jahren laufenden Bürgerkrieg im Jemen ist es kaum möglich, verlässliche Opferzahlen zu sammeln. Viele Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen zählen die Opfer nicht, zudem arbeiten Behörden nicht oder nur sehr eingeschränkt. Opfer etwa in abgelegenen Gebieten oder Gebirgsregionen werden von den Zählungen vielfach auch gar nicht erfasst. Die Huthi-Rebellen nennen teils Opferzahlen aus ihren Gebieten, diese lassen sich aber nicht unabhängig überprüfen.

Die Vereinten Nationen schätzten 2021, dass im Bürgerkrieg 377.000 Menschen ums Leben kamen. Ein Großteil der Opfer im Jemen stirbt durch indirekte Folgen des Kriegs wie akute Unterernährung, Knappheit an Arzneimitteln und Zusammenbruch der gesundheitlichen Versorgung insgesamt - vor allem Kinder. Durch direkte Kriegsfolgen wie etwa Bodenkämpfe und Luftangriffe wurden ACLED zufolge seit 2015, als Saudi-Arabien in den Krieg eintrat, mehr als 160.000 Menschen getötet.

Konflikt seit dem Sommer neu eskaliert

Der Krieg im Jemen begann 2014, als die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa und weite Teile des Nordens überrannten. 2015 begann Saudi-Arabien mit Verbündeten, Ziele der Huthi zu bombardieren. Diese kontrollieren heute weite Gebiete im Norden und Westen, in denen geschätzt 70 Prozent der jemenitischen Bevölkerung leben.

Der Konflikt war im Zuge des Iran-Kriegs seit dem Sommer schrittweise neu eskaliert. Im September nahmen die Huthi bei einer Blitzoffensive weitere Teile der Westküste ein und greifen auch Saudi-Arabien seitdem wieder fast täglich mit Drohnen und Raketen an. Versuche etwa der Vereinten Nationen und des Vermittlers Oman, den Konflikt zu lösen, scheiterten oder brachten nur teilweise Fortschritte.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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