Straßenproteste: Gericht lässt Anführer der "Kakerlaken"-Bewegung frei
Die "Kakerlaken"-Bewegung bleibt unter Beobachtung: Nach der Freilassung ihrer Anführer reagiert Indiens Regierung auf internationale Kritik an Massenfestnahmen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Nach ihrer vorläufigen Festnahme sind der Gründer und andere führende Vertreter der regierungskritischen "Kakerlaken"-Jugendbewegung in Indien unter Auflagen wieder freigelassen worden. Ein Gericht in Neu-Delhi habe angeordnet, Abhijeet Dipke sowie zwei weitere seiner Mitstreiter müssten ein Jahr lang den Frieden wahren und sich ordnungsgemäß verhalten, teilte die Hauptstadt-Polizei mit. Eine Kaution von 50.000 Rupien (etwa 461 Euro) sei für sie festgelegt worden.
Dipke, der die "Kakerlaken-Volkspartei" (CJP) im Mai gegründet hatte, war zusammen mit anderen am Samstag vor Beginn neuer Proteste gegen eine umstrittene Überprüfung von Wählerverzeichnissen nach seiner Ankunft in Neu-Delhi von der Polizei abgeführt worden. Die Behörden sprachen von einer Präventivmaßnahme, da die Kundgebung nicht erlaubt gewesen sei. Zu den Protesten hatte unter anderem auch eine Studentenorganisation aufgerufen.
Neue Proteste und Festnahmen
Bei den anschließenden Protesten wurden nach Berichten indischer Medien Tausende meist junge Menschen festgenommen. Sie seien in der Nacht zum Sonntag wieder freigelassen worden. Die Zahlen variieren zwischen mehr als 3.000 bis zu 7.000. Am Sonntag seien zahlreiche Mitglieder von Studentengruppen festgenommen worden, die einen Protestmarsch in Neu-Delhi durchführen wollten, berichtete die Zeitung "The Hindu".
Eine Kernforderung der Bewegung ist der Rücktritt des obersten Chefs der Wahlkommission, Gyanesh Kumar. Die unabhängige Kommission ist für die jüngste landesweite Revision der Wählerverzeichnisse verantwortlich, bei der 130 Millionen Namen gelöscht wurden. Kritiker werfen der Kommission vor, die Änderungen würden die hindu-nationalistische Regierungspartei BJP begünstigen. Die Kommission und die BJP weisen die Vorwürfe zurück.
Die CJP wurde gegründet, nachdem ein Oberster Richter des Landes arbeitslose junge Menschen als "Kakerlaken" bezeichnet hatte. Die CJP beschreibt sich selbst als "satirische politische Bewegung". Sie organisiert sich vor allem im Internet, eine Parteizentrale gibt es nicht.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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