Promi-News: Antisemitismusvorwurf: Bardella sieht Angriff auf Karriere

Sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl muss sich Frankreichs Rassemblement National um Le Pen mit Vorwürfen gegen den Parteichef befassen. Dieser schaltet die Justiz ein und sieht sich attackiert.

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Der Parteichef von Frankreichs Rassemblement National Jordan Bardella sieht in dem gegen ihn vorgebrachten Antisemitismusvorwurf den Versuch, seine Karriere zu beenden. "Das Ziel ist, mich politisch zu ermorden", sagte der 31-Jährige. Er habe Anzeige wegen Diffamierung erstattet. Zuvor hatte das investigative Online-Portal "Mediapart" berichtet, Bardella habe sich vor Jahren deutlich antisemitisch geäußert. Der Rechtsnationale wies dies zurück.

Konkret schreibt "Mediapart" von einem "zwanghaften Antisemitismus" und stützt sich dabei auf schriftliche Unterhaltungen Bardellas von 2013 bis 2015. Das Medium habe diese unabhängig authentifizieren können. Der Plattform zufolge verfasste Bardella in seinen politischen Anfangsjahren stereotype und verschwörungsideologische Nachrichten etwa zur Kontrolle von Macht durch Juden und das Streben nach einer neuen Weltordnung. "Es handelt sich offensichtlich um plumpe Fälschungen", kommentierte Bardella die Vorwürfe.

Vorfall trifft Rechtsnationale im anlaufenden Wahlkampf

Rund sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl kommen die Vorwürfe für das Rassemblement National ungelegen. Die Rechtsaußen-Partei hofft, mit Marine Le Pen die nächste Präsidentin Frankreichs zu stellen. Le Pen werden in Umfragen gute Chancen zugerechnet, nicht nur in die Stichwahl einzuziehen, sondern diese auch zu gewinnen. Allerdings ist noch nicht in allen politischen Lagern klar, wer tatsächlich kandidieren wird. Nach Vorstellung des Rassemblement National soll Bardella unter Le Pen Premierminister werden.

Le Pen hatte sich in den vergangenen Jahren stark bemüht, ihre Partei zu "entteufeln" und so neue Wählerschichten zu erreichen. Dazu gehörte auch, sich von den antisemitischen Anfängen der früher Front National heißenden Partei zu distanzieren und sich als Beschützer von Juden darzustellen. Politiker anderer Parteien sehen die Vorwürfe als Beweis, dass die "Entteufelung" nur oberflächlich war. "Hier ist das wahre Gesicht der Rechtsextremen", schrieb etwa Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot auf X. "Antisemitismus ist beim RN kein Missgeschick, er ist die Geschichte dieser Partei."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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