Donald Trump: Der US-Präsident tobte - Trump-Tirade trifft eigenen Vertrauten

Donald Trump wollte einen Widersacher loswerden, weil der sich weigerte, nach seinen Wünschen zu handeln. Doch jetzt stellt sich auch noch sein handverlesener Nachfolger quer. Der US-Präsident reagierte mit einer wütenden Tirade.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump konnte wieder einmal nicht an sich halten. (Foto) Suche
Donald Trump konnte wieder einmal nicht an sich halten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump schimpft in Tirade über seinen eigenen Kandidaten
  • Donald Trump bloßgestellt - seine Wünsche werden ignoriert
  • Donald Trumps Drohung verpufft komplett
  • Donald Trump nimmt Warsh plötzlich in Schutz

Damit hatte der US-Präsident wohl nicht gerechnet. Unter dem von Donald Trump ausgewählten Notenbankchef Kevin Warsh hat die US-Notenbank die Leitzinsen erstmals seit 2023 angehoben- damit hat Warshseinen eigenen Förderer im Weißen Haus in Rage versetzt. Es ist längst nicht der einzige Ausbruch, mit dem Donald Trump in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen sorgt. Unter anderem spottete er vor seinen Wählern über deren eigenen Bundesstaat.

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Donald Trump schimpft in Tirade über seinen eigenen Kandidaten

Es kam, wie es kommen musste. Nur zweieinhalb Stunden nach der Entscheidung meldete sich Donald Trump auf Truth Social zu Wort. Dass ausgerechnet sein handverlesener Verbündeter an der Fed-Spitze den Kurs in die entgegengesetzte Richtung lenkt, dürfte Trump besonders geschmerzt haben. Kein Wunder, dass er eine Schimpf-Tirade startete.

  • "Die Zinsen in den Vereinigten Staaten sollten bei 1 Prozent oder weniger liegen, denn wir sind die beste Kreditadresse der Welt - MIT ABSTAND", wetterte Trump.
  • Das Land erlebe einen Investitionsboom, behauptete er.
  • Seine Botschaft schloss er mit einer unmissverständlichen Anweisung in Großbuchstaben: "SENKT DIE ZINSEN FÜR DIE VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA, UND ZWAR SCHNELL!"

Donald Trump bloßgestellt - seine Wünsche werden ignoriert

Doch Donald Trump konnte es nicht verhindern - und wurde in den Augen seiner Kritiker bloßgestellt. Warsh bestätigte die Entscheidung der Notenbank auf einer Pressekonferenz: Der Leitzins steigt um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,75 bis 4 Prozent. Als Begründung nannte die Fed die anhaltend hohe Inflation, die es einzudämmen gelte.

Für Donald Trump ist es ein Déjà-vu mit bitterem Beigeschmack. Schon während seiner ersten Amtszeit hatte er sich an der Zinspolitik der Zentralbank gerieben. Damals war es Jerome Powell, den Trump selbst zum Fed-Vorsitzenden ernannt hatte und der sich beharrlich weigerte, die Zinsen nach den Wünschen des Präsidenten zu senken. Genau deshalb wollte Trump ihn loswerden - und ersetzte ihn durch seinen langjährigen Vertrauten Warsh, der im Mai vereidigt wurde.

Donald Trumps Drohung verpufft komplett

Warsh zeigte sich auf der Pressekonferenz unbeeindruckt vom Druck aus dem Weißen Haus. Der 56-Jährige stellte klar, dass die Notenbank ihre Schlüsse eigenständig gezogen habe - auch mit Blick auf Trumps Drohung von Anfang des Monats, den Handel mit bestimmten Ländern einzustellen, sollten die Zinsen nicht sinken.

  • "Ein Teil der Unabhängigkeit der Federal Reserve besteht darin, dass wir in unserer Spur bleiben. Unabhängigkeit ist keine Einbahnstraße", erklärte Warsh.
  • Man überlasse denjenigen, die Handels- und Fiskalpolitik betrieben, ebenfalls ihre Zuständigkeitsbereiche. Nur so könne die Fed glaubwürdig ihre Einschätzungen vertreten.

Zu etwaigen Gesprächen mit dem Präsidenten wollte sich Warsh nicht äußern - er habe dazu "nichts beizutragen", wie er knapp formulierte.

Donald Trump nimmt Warsh plötzlich in Schutz

Wenig später schlug der US-Präsident gegenüber Reportern jedoch überraschend versöhnliche Töne gegenüber seinem Notenbankchef an. Er sei nicht persönlich verärgert über Warsh, stellte Trump klar. Die Schuld liege vielmehr beim "feindlichen Board" der Fed, das er als "sehr politisch" bezeichnete und dem er vorwarf, "das Falsche zu tun". Trump behauptete, er habe Warsh vorab gesagt:

  • "Du kannst genauso gut mit dem Board stimmen, denn es wird nichts ändern."
  • Warsh habe schlicht nicht die nötigen Stimmen gehabt, um den Kurs zu ändern. Er sei ein "guter Mann".

Als ein Reporter einwandte, Warsh selbst habe die Zinserhöhung als "richtige und verantwortungsvolle Entscheidung" verteidigt, entgegnete Trump lediglich, er wisse nicht, worauf sich Warsh damit beziehe.

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