Donald Trump: Dabei hat er ihn selbst ernannt - Trump-Richter stellt "The Don" bloß

Trump-Anhänger sehen einen bloßgestellten US-Präsidenten und brandmarken Brett Kavanaugh als "Verräter", weil der vom US-Präsidenten ernannte Supreme-Court-Richter einen republikanischen Plan in Missouri stoppte.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Ein von Donald Trump (Foto) ernannter Richter hat dem US-Präsidenten eine Niederlage vor Gericht beigebracht. (Foto) Suche
Ein von Donald Trump (Foto) ernannter Richter hat dem US-Präsidenten eine Niederlage vor Gericht beigebracht. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald-Trump-Richter lässt Maga-Anhänger ausflippen
  • Donald Trump ernannte ihn - Richter lässt US-Präsident abblitzen
  • Trumps großer Wahlkreis-Krieg - und warum Missouri so wichtig ist
  • Trump-Kehrtwende: Ein anderer Richter funkt dazwischen

Der von Donald Trump persönlich für den Supreme Court ausgewählte Richter Brett Kavanaugh hat einen republikanischen Eilantrag abgeschmettert, mit dem neue Wahlkreisgrenzen in Missouri durchgesetzt werden sollten. Die überarbeitete Karte hätte den Republikanern bei den Midterm-Wahlen im November voraussichtlich einen zusätzlichen Sitz im Repräsentantenhaus beschert. Kavanaugh lieferte keine Begründung für seine Entscheidung. Trump-Anhänger sehen einen bloßgestellten US‑Präsidenten. Nicht zum ersten Mal in den vergangenen Tagen übrigens - bereits zuvor war über einen Parteitags-Rückschlag für Trump gespottet worden.

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Donald-Trump-Richter lässt Maga-Anhänger ausflippen

Die Reaktion aus dem Trump-Lager ließ nicht lange auf sich warten - und fiel heftig aus. Auf der Plattform X verbreiteten zahlreiche Maga-Konten ein offizielles Porträtfoto des 61-jährigen Richters mit der Aufschrift: "Brett Kavanaugh ist ein VERRÄTER." Der Trump-nahe Kommentator Eric Daughtery nannte die Entscheidung "ERNSTHAFT enttäuschend". Das konservative Portal "RedWave Press" sprach von einem "unglaublichen" Vorgang, während der Maga-Influencer SteveLovesAmmo den Supreme Court als "schwer kompromittiert" bezeichnete.

Donald Trump ernannte ihn - Richter lässt US-Präsident abblitzen

Donald Trump hatte Kavanaugh während seiner ersten Amtszeit im Juli 2018 für den höchsten Gerichtshof der USA nominiert. Der damals republikanisch dominierte Senat bestätigte die Ernennung im Oktober desselben Jahres - trotz Vorwürfen mehrerer Übergriffe und Fehlverhaltens gegen den Kandidaten.

Allerdings: Seitdem hat sich Kavanaugh keineswegs als verlässlicher Gefolgsmann des US-Präsidenten erwiesen. Zwar stellte er sich bei Themen wie Einwanderung und Zöllen auf Trumps Seite. In anderen zentralen Fragen verweigerte er dem Weißen Haus jedoch die erhoffte Rückendeckung. So blockierte er sowohl Trumps Position zum Geburtsrecht auf die US-Staatsbürgerschaft als auch dessen Versuch, die Ökonomin Lisa Cook Anfang des Jahres aus dem Gouverneursrat der Federal Reserve zu entfernen. Kavanaughs Entscheidung im Missouri-Fall reiht sich damit in ein Muster wachsender Unabhängigkeit vom US-Präsidenten ein.

Trumps großer Wahlkreis-Krieg - und warum Missouri so wichtig ist

Der Streit um Missouris Wahlkreisgrenzen ist kein Einzelfall, sondern Teil einer landesweiten Offensive. Bereits im vergangenen Sommer trieb Trump die Republikaner dazu an, in möglichst vielen Bundesstaaten die Wahlbezirke zu ihren Gunsten neu zuzuschneiden. In Texas, Florida, North Carolina, Tennessee, Louisiana und Alabama hat die Partei sich auf diesem Weg vermutlich bereits zusätzliche Sitze gesichert, schreibt "The Daily Beast".

Jeder einzelne Sitz zählt - denn die Ausgangslage für die US-Zwischenwahlen im November sieht für die Republikaner alles andere als komfortabel aus. Die Demokraten liegen bei der sogenannten generischen Kongresswahlpräferenz derzeit mit acht Prozentpunkten vorn. Missouris zusätzlicher Sitz könnte in einem knappen Rennen um die Mehrheit im Repräsentantenhaus also durchaus den Unterschied ausmachen.

Trump-Kehrtwende: Ein anderer Richter funkt dazwischen

Doch die Geschichte nahm noch in derselben Nacht eine überraschende Wendung. In einem separaten, aber inhaltlich verwandten Verfahren ordnete ein Bundesrichter an, dass Missouri genau jene republikanerfreundliche Karte verwenden soll, die Kavanaugh kurz zuvor kassiert hatte. Damit steht der Bundesstaat vor einer paradoxen Situation: Zwei widersprüchliche richterliche Anordnungen zu ein und derselben Frage.

Missouris republikanischer Staatssekretär Denny Hoskins reagierte umgehend auf Facebook und feierte die zweite Entscheidung - nicht ohne einen kaum verhüllten Seitenhieb auf Kavanaugh. "Dieser Sieg verhindert eine ausgewachsene Verfassungskrise", schrieb Hoskins. Dass ausgerechnet ein von Trump ernannter Richter seiner Partei zuvor in den Rücken gefallen war, dürfte bei der Wortwahl eine Rolle gespielt haben.

Die widersprüchlichen Gerichtsentscheidungen dürften den Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut auf den Schreibtisch des Supreme Court befördern. Damit ist der republikanische Vorstoß zur Neuziehung der Wahlkreise in Missouri keineswegs gescheitert - er geht lediglich in die nächste Runde.

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