Donald Trump: Republikaner stellt Trump bloß - US-Präsident ist "ein Klotz am Bein"

Donald Trump könnte das größte Wahlkampfrisiko seiner eigenen Partei darstellen. Erste Republikaner gehen bereits auf Distanz. Derweil kündigt der US-Präsident an, bei den Zwischenwahlen vor allem für eines zu kämpfen: sich selbst.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Ist Donald Trump nur noch ein Klotz am Bein der Republikaner? (Foto) Suche
Ist Donald Trump nur noch ein Klotz am Bein der Republikaner? Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump bloßgestellt von Abgeordnetem
  • Donald Trump will kämpfen - vor allem für sich selbst
  • Republikaner-Stratege rät: Fernhalten von Donald Trump
  • Donald Trumps Texas-Entscheidung schürt Unmut

Wenige Monate vor den US-Zwischenwahlen im November breitet sich in der Republikanischen Partei einem Bericht zufolge blanke Nervosität aus. US-Präsident Donald Trumps Zustimmungswerte sind auf einen Tiefstand gefallen - und immer mehr Kandidaten fürchten, dass seine Unbeliebtheit sie mit in den Abgrund reißen könnte. Es ist bei Weitem nicht die einzige schlechte Nachricht für Donald Trump in den vergangenen Tagen - zuletzt wurde unter anderem über einen schläfrigen Auftritt im Oval Office gespottet.

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Donald Trump bloßgestellt von Abgeordnetem: US-Präsident ist "ein Klotz am Bein"

Der Abgeordnete Don Bacon aus Nebraska, der in seinem umkämpften Wahlkreis nicht erneut antritt, brachte die Stimmung auf den Punkt: "Ich befürchte, dass die Umfragewerte des Präsidenten ein Klotz am Bein sind, den man nur schwer loswerden kann", sagte er der "New York Times". Wechselwähler seien verloren gegangen, Zölle im Mittleren Westen unpopulär, und die Behandlung verbündeter Nationen stoße auf Ablehnung.

Nach über einem Jahrzehnt enger Bindung an Trump stehen republikanische Kandidaten nun vor einem Dilemma: Sich vom Präsidenten zu lösen, erscheint ebenso riskant wie an ihm festzuhalten - doch die Umfragen lassen kaum eine andere Wahl.

Donald Trump will kämpfen - vor allem für sich selbst

Doch der Präsident selbst zeigt keinerlei Anzeichen von Selbstzweifeln. Vergangene Woche verkündete Trump seine Wahlkampfstrategie für die Zwischenwahlen: Er werde seine eigene Bilanz in den Mittelpunkt stellen. "Ich werde rausgehen und so Wahlkampf machen, wie ich es für mich selbst getan habe", erklärte er.

Mehr noch: Trump wies jede Verantwortung für die düsteren Aussichten seiner Partei von sich und drehte die Schuldfrage kurzerhand um. "Manche Leute mögen mich mehr als die Partei", verkündete er. "Das kann man nicht als Beleidigung auffassen. Man kann nichts dagegen tun."

Diese Selbsteinschätzung steht allerdings in bemerkenswertem Kontrast zu den Zahlen. Laut einer aktuellen Reuters/Ipsos-Erhebung liegt Trumps Netto-Zustimmungsrate bei lediglich 33 Prozent - der niedrigste Wert seiner gesamten Amtszeit. Dass ausgerechnet er als Zugpferd die republikanischen Kandidaten über die Ziellinie tragen soll, dürfte in der Partei für wenig Begeisterung sorgen.

Republikaner-Stratege rät: Fernhalten von Donald Trump

Die Nervosität zeigt sich auch ganz praktisch: Beim republikanischen Parteitag in Dallas werden viele Abgeordnete aus hart umkämpften Wahlkreisen durch Abwesenheit glänzen. Gerade einmal zwei Kandidaten in schwierigen Rennen ums Repräsentantenhaus haben ihre Teilnahme bestätigt. Republikaner-Stratege Kevin Madden riet laut "The Daily Beast" dazu, sich vom "nationalen politischen Jetstream" fernzuhalten und stattdessen auf lokale Themen und Glaubwürdigkeit vor Ort zu setzen.

Parallel dazu haben zahlreiche Kandidaten - darunter selbst von Trump persönlich unterstützte - sämtliche Verweise auf den Präsidenten von ihren Kampagnen-Websites entfernt. Andere wählen eine kreativere Strategie: Der New Yorker Abgeordnete Mike Lawler schaltete eine Werbeanzeige, in der Trump ihn als "Nervensäge" bezeichnet - als Beweis seiner Unabhängigkeit. Sein Kollege Tom Barrett aus Michigan wiederum bewirbt auf Facebook gezielt seine Stimmen gegen Trumps Kriegspolitik im Iran.

Donald Trumps Texas-Entscheidung schürt Unmut

Besonders viel Unmut richtet sich gegen Trumps Entscheidung, im Senatsrennen in Texas den skandalbelasteten Generalstaatsanwalt Ken Paxton anstelle des amtierenden Senators John Cornyn zu unterstützen. Cornyn galt als einer der erfolgreichsten Spendensammler der Republikaner in der oberen Kammer - seine fehlende Unterstützung durch Trump wiegt schwer.

Die Konsequenzen sind kostspielig: Die Partei muss nun erhebliche Mittel in einen Bundesstaat umleiten, der traditionell als republikanische Hochburg gilt. Paxton fällt durch weitgehende Abwesenheit vom Wahlkampf auf, während sein demokratischer Herausforderer James Talarico in den Umfragen spürbar an Boden gewinnt. Dass ein Demokrat in Texas ernsthaft konkurrenzfähig ist, verdeutlicht das Ausmaß der Probleme, die Trumps Personalentscheidungen der eigenen Partei bereiten - und wie dünn die Ressourcen der Republikaner vor den Zwischenwahlen bereits verteilt sind.

Das Weiße Haus bleibt auf Trump-Kurs

Besonders alarmierend für die Partei: Trump verliert nicht nur in der breiten Bevölkerung an Rückhalt, sondern auch bei den eigenen Anhängern. Laut der Reuters/Ipsos-Umfrage gaben nur noch 35 Prozent der republikanischen Wähler an, die Amtsführung des US-Präsidenten "nachdrücklich" zu befürworten. Wenn selbst die Kernwählerschaft wankt, wird die Mobilisierung zu den Zwischenwahlen zu einer enormen Herausforderung.

Das Weiße Haus zeigt sich von den Rissen zwischen Präsident und Partei demonstrativ unbeeindruckt. Auf entsprechende Nachfragen reagiert die Regierungszentrale mit einer Stellungnahme von Sprecherin Olivia Wales: "Präsident Trump ist die unumstrittene Führungsfigur der Republikanischen Partei, die sich der Aufrechterhaltung der republikanischen Mehrheit im Kongress verschrieben hat."

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