Donald Trump: "The Don" will Staat abschaffen - neuer Trump-Plan sorgt für Empörung

Donald Trump macht offenbar ernst mit seiner ganz eigenen Landkarte der USA. Nach dem "Gulf of America" und "Lake America" nimmt der Präsident nun New Mexico ins Visier – und sorgt mit seinem Vorschlag für "New America" prompt für Empörung.

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Erst Seen, jetzt Staaten: Donald Trump will New Mexico umtaufen. (Foto) Suche
Erst Seen, jetzt Staaten: Donald Trump will New Mexico umtaufen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Trump schlägt vor, New Mexico in "New America" umzubenennen
  • Politiker aus dem Bundesstaat weisen die Idee scharf zurück und verteidigen den historischen Namen
  • Kritiker werfen Trump vor, mit seinen Umbenennungsplänen von Krieg, Preisen und anderen Problemen abzulenken

Der 80-jährige US-Präsident hat am Sonntag erneut seiner Leidenschaft für geografische Umbenennungen freien Lauf gelassen – diesmal trifft es den Bundesstaat New Mexico. Auf seiner Plattform Truth Social schlug Trump vor, den Staat künftig "New America" zu nennen. "Viel prestigeträchtiger und schöner für die Menschen dieses potenziell unglaublichen Staates", schwärmte er und schob nach: "Wow, ich liebe es!!!"

Donald Trump will jetzt auch noch New Mexico umbenennen

Begleitet wurde der Vorstoß von einem offensichtlich KI-generierten Video, in dem Trump einen Aufkleber mit dem Wort "America" über ein Willkommensschild von New Mexico klebt und anschließend seinen charakteristischen Tanz zu "Y.M.C.A." von den Village People aufführt.

"New America" statt "New Mexico"? Trump provoziert mit kurioser Umbenennungsidee

Der Vorschlag reiht sich in ein mittlerweile bekanntes Muster ein. Erst vergangene Woche hatte Trump den Lake Ontario offiziell in "Lake America" umgetauft, nachdem Zollverhandlungen mit Kanada gescheitert waren. New Mexico bezeichnete er zudem als "einen der größten Wahlbetrugsstaaten aller Zeiten" – ein Bundesstaat, den er bei keiner Wahl jemals gewinnen konnte.

New Mexicos Politiker gehen auf Barrikaden

Die Reaktionen aus dem betroffenen Bundesstaat fielen unmissverständlich aus. Gouverneurin Michelle Lujan Grisham stellte auf X klar: "Der Name New Mexicos steht nicht zur Debatte – er gehört uns, seit bevor die Vereinigten Staaten existierten." Was hingegen sehr wohl zur Debatte stehe, sei die Frage, wer sich tatsächlich für arbeitende Familien einsetze.

Senator Ben Ray Luján wurde noch deutlicher und konterte auf Spanisch: Trump sei und bleibe ein "sinvergüenza" – ein Schamloser und Schurke. Der Name New Mexico werde sich niemals ändern.

Auch die demokratische Abgeordnete Melanie Stansbury aus New Mexico wies den Vorstoß entschieden zurück: "Der Name unseres Staates trägt Generationen von Geschichte, Kultur und Familie – und er gehört uns. Wir sind New Mexicaner. Punkt."

Kritiker erheben schwere Vorwürfe: Will Trump nur vom Iran-Krieg und den hohen Spritpreisen ablenken?

Doch die Kritik geht weit über den Namensstreit hinaus. Gouverneurin Lujan Grisham verband ihre Reaktion mit einem scharfen Angriff auf Trumps Gesamtpolitik: "Während der Präsident versucht, die Amerikaner von seinem desaströsen Krieg im Iran abzulenken, steigen die Benzinpreise weiter." Gleichzeitig zahlten die Menschen mehr im Supermarkt, verlören den Zugang zu Gesundheitsversorgung und fragten sich, ob sie sich jemals ein Eigenheim leisten könnten.

Bemerkenswert ist, dass selbst aus dem Trump-freundlichen Lager ähnliche Töne kommen. Podcaster Joe Rogan, der in der Vergangenheit für Trump gestimmt hatte, erklärte laut "The Daily Beast", der wahre Grund für die Umbenennungsaktionen sei, "von der Tatsache abzulenken, dass wir in einem Krieg stecken, den wir im Iran nicht gewinnen können."

Trumps Zustimmungswerte im freien Fall

Die Umbenennungsdebatte entfaltet sich vor einem brisanten politischen Hintergrund: In weniger als zwei Monaten stehen die Midterm-Wahlen an. Laut einer NBC-News-Umfrage ist Trumps Zustimmungsrate bei unabhängigen Wählern auf magere 24 Prozent abgesackt – ein Wert, auf den das Anti-Trump-Bündnis Lincoln Project genüsslich hinwies.

Der kalifornische Abgeordnete Ted Lieu formulierte seine Warnung an die Republikaner bewusst knapp und drohend: "Der November kommt." Während die Benzinpreise im August historische Höchststände erreicht hätten und Diesel im September einen neuen Rekord aufgestellt habe, beschäftigten sich Trump und seine Partei mit der Umbenennung eines Bundesstaates.

Namensänderungen statt Lösungen

Trumps Fixierung auf kartografische Umtaufungen folgt einem wiederkehrenden Muster: Während Wählerinnen und Wähler in Umfragen die Wirtschaftslage und explodierende Lebenshaltungskosten als ihre drängendsten Sorgen benennen, investiert der Präsident erhebliche Energie in symbolische Gesten ohne praktischen Nutzen. Einen beträchtlichen Teil seiner Amtszeit hat er darauf verwendet, Gebäude, Wahrzeichen und Orte umzubenennen.

Dass das Weiße Haus den jüngsten Vorstoß über seinen offiziellen X-Account auch noch als Erfolg verkaufen wollte, ging nach hinten los. Statt Zustimmung erntete die Regierung Spott und Gegenwind – ein Nutzer bezeichnete die Aktion als "Kleinkind-Wutanfall", ein anderer sah darin den Versuch, von den Epstein-Akten abzulenken. Eine Stellungnahme des Weißen Hauses zu der Kritik steht bislang aus.

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