Donald Trump: US-Präsident bloßgestellt - ihm gehen die Optionen aus

Sechs Monate Krieg, kein Ende in Sicht - und ein Präsident, der den Iran erst zum besiegten Staat erklärt und ihm dann mit der Vernichtung droht. Selbst Trumps eigene Leute sprechen inzwischen offen von einer Bloßstellung der USA.

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Donald Trump gehen im Iran-Krieg einer Analyse zufolge die Optionen aus. (Foto) Suche
Donald Trump gehen im Iran-Krieg einer Analyse zufolge die Optionen aus. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump bloßgestellt: Ex-Mitarbeiter völlig fassungslos
  • Donald Trump jubelt erst über Sieg und droht dann mit Vernichtung
  • Donald Trump kann seine Ziele nicht durchsetzen
  • Donald Trump will von seinem Scheitern ablenken

Ein halbes Jahr nach Beginn der militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran findet sich US-Präsident Donald Trump in einer zunehmend ausweglosen Lage wieder - vom Widerspruch unter seinen eigenen Anhängern ganz abgesehen. Obwohl er wiederholt den vollständigen Sieg verkündete, sehen Außenpolitik-Experten keinerlei erkennbaren Plan, den Konflikt zu beenden - weder durch einen militärischen Erfolg noch durch einen geordneten Rückzug.

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Donald Trump bloßgestellt: Ex-Mitarbeiter völlig fassungslos

Donald Trumps ursprüngliche Prognose, der Krieg werde binnen weniger Wochen beendet sein, hat sich als Fehleinschätzung erwiesen. Teheran setzt die weitgehende Kontrolle über die Straße von Hormus weiterhin als Druckmittel ein, während China und Russland das Regime wirtschaftlich und politisch stützen.

"Es ist absolut schockierend, wie sehr die USA aufgrund eines Mangels an klarem Einsatzkonzept und des Fehlens einer Strategie, diesen Krieg entweder zu gewinnen oder sich aus ihm zurückzuziehen, bloßgestellt werden", erklärte der republikanische Stratege Matthew Bartlett gegenüber der "New York Times". Bartlett diente in Trumps erster Amtszeit im Außenministerium.

Donald Trump jubelt erst über Sieg und droht dann mit Vernichtung

Innerhalb von nur 24 Stunden zeigte sich zuletzt das gesamte Muster von Donald Trumps Kriegsführung. Zunächst erklärte er den Iran zum "gescheiterten Staat" und militärisch besiegten Gegner. Als Teheran sich seinen Forderungen widersetzte, drohte er mit einem Vergeltungsschlag apokalyptischen Ausmaßes, der vom Land "kaum etwas übrig" lassen werde.

Gleichzeitig rief der Präsident nach einem erneuten Feuergefecht um die Kontrolle der Meerenge das iranische Volk zum Aufstand auf - eine Forderung, die er bereits vor einem halben Jahr zu Kriegsbeginn erhoben hatte, damals jedoch eingestehen musste, dass sie leichter ausgesprochen als umgesetzt war.

"Die Strategie besteht aus einer Dauerschleife - ob auf rhetorischer oder militärischer Ebene", kritisierte Bartlett dieses Vorgehen. Außenpolitik-Experten sehen darin den Beleg, dass dem Präsidenten schlicht die Handlungsoptionen ausgegangen sind.

Donald Trump kann seine Ziele nicht durchsetzen

Dass die amerikanischen Militäroperationen dem Iran erheblich zugesetzt haben, bestreitet niemand. Michael Froman, Präsident der US-Denkfabrik Council on Foreign Relations, betonte, Teheran befinde sich heute in einer "grundlegend schwächeren Position" als noch vor einigen Jahren. Zahlreiche Kriegsziele hätten die US-Streitkräfte durchaus erreicht.

Doch genau hier liegt das Dilemma: Selbst mit stark dezimierten militärischen Kapazitäten gelingt es dem iranischen Regime, die globale Ölversorgung empfindlich zu stören. Durch gezielte Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus schränkt Teheran die Exportmöglichkeiten wichtiger US-Verbündeter massiv ein.

  • "Wir haben zwar die effektivste Armee der Welt, aber kleinere Mächte mit weit weniger Mitteln können durch gezielten Einsatz dennoch enormes Chaos anrichten", räumte Froman ein.
  • Diese asymmetrische Kriegsführung mache es Washington nahezu unmöglich, sämtliche Ziele durchzusetzen.
  • Zudem werde der Iran inzwischen von einem noch kompromissloseren Regime geführt als zuvor.

Peking und Moskau durchkreuzen Donald Trumps Wirtschaftskrieg

Angesichts der militärischen Pattsituation versuchte Donald Trump zuletzt, auf ökonomische Druckmittel umzuschwenken. Ziel dieser Strategie ist es, Drittstaaten dazu zu bewegen, ihre Handelsbeziehungen mit Teheran zu kappen. Doch ausgerechnet die beiden größten geopolitischen Rivalen der USA verweigern sich diesem Kurs.

China fungiert weiterhin als wirtschaftliche Lebensader für den Iran: Peking kauft iranisches Öl und liefert im Gegenzug Rohstoffe sowie Technologie, die sowohl die Wirtschaft als auch das Militär des Landes am Laufen halten. Erst in dieser Woche sicherte zudem Russlands Präsident Wladimir Putin dem Iran fortgesetzte Unterstützung bei der Verteidigung seiner nationalen Interessen zu.

Eine direkte Konfrontation mit beiden Großmächten hat Trump bislang vermieden. Kaum ein anderes Land zeigt laut der "New York Times" Bereitschaft, den amerikanischen Forderungen nach einer Isolierung des Iran nachzukommen.

Donald Trump will von seinem Scheitern ablenken

Khaled Elgindy von der US-Denkfabrik Quincy Institute for Responsible Statecraft sieht hinter Trumps aggressiven Online-Auftritten vor allem ein innenpolitisches Kalkül. Der Nahostexperte und Dozent an der Georgetown University deutet die markigen Worte als Versuch, angesichts der festgefahrenen Situation das Gesicht zu wahren.

  • "Teil der Taktik ist, dass er schlicht der eigenen Basis nach dem Mund redet - unabhängig vom Wahrheitsgehalt", erklärte Elgindy.
  • Eine echte Strategie stecke dahinter nicht - vielmehr versuche Trump, "Dinge allein durch die Macht der Worte herbeizuwünschen".

Für die Republikanische Partei könnte sich die Sackgasse im Iran-Konflikt noch als schwere Belastung erweisen. Mit den Zwischenwahlen im Blick hat sich Trump nach Einschätzung von Elgindy nicht nur selbst, sondern auch seine Partei in eine prekäre Lage manövriert.

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