IT-Sicherheit: Cyberangriff auf Verwaltung – Untersuchungen laufen weiter

Nach einer Cyberattacke auf die Verwaltung wird Berlin erpresst. Der Senat betont, den Forderungen nicht nachgeben zu wollen. Noch laufen die Untersuchungen des Datennetzes weiter.

Erstellt von - Uhr

Eine Polizeiabsperrung vor einem Streifenwagen (Symbolbild). (Foto) Suche
Eine Polizeiabsperrung vor einem Streifenwagen (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / DABLJU (Symbolbild)

Nach dem Cyberangriff auf Teile der Berliner Verwaltung gehen die Untersuchungen auf gestohlene Daten noch auf unbestimmte Zeit weiter. Das teilte Senatssprecherin Christine Richter mit.

"Alle Systeme im Land Berlin müssen gescannt werden, um auszuschließen, dass noch weitere Daten abgeflossen sind." Wie lange das dauern werde, lasse sich nicht sagen. Fest stehe, dass eine Menge an Daten abgeflossen sei.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte am Freitag bekanntgegeben, dass Berlin nach dem Hackerangriff von den Tätern erpresst werde. Er hatte abgelehnt, deren Forderungen nachzugeben. Die Senatssprecherin sagte dazu: "Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen. Das ist auch heute nochmal in der Senatssitzung bekräftigt worden."

Bei der Sitzung informierte der Staatssekretär für Digitalisierung, Florian Hauer, über den aktuellen Stand der Erkenntnisse zu der Cyberattacke. Zu den Hintergründen ermitteln das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft.

Hacker sind auch an sensible Daten gekommen

Nach jetzigem Kenntnisstand seien weiterhin nur die beiden Senatsverwaltungen für Verkehr und für Bauen betroffen, sagte Richter. "Dort sind nicht öffentliche Daten abgeflossen, die jetzt auch untersucht werden, damit Klarheit herrscht, um was für Daten es sich handelt und welche Konsequenzen dann getroffen werden müssen." Das gelte beispielsweise mit Blick auf Passwörter, die offensichtlich abgeflossen seien und mit Blick auf persönliche Daten. "All das wird jetzt untersucht."

Beide Verwaltungen haben Richter zufolge am Montag entschieden, weitere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, nachdem Passwörter für einige sogenannte Fachverfahren bekanntgeworden seien.

"Das wiederum führt dazu, dass es einige Einschränkungen gibt, aber beide Verwaltungen sind nach wie vor per Mail erreichbar", sagte die Senatssprecherin. Mitarbeiter in beiden Verwaltungen könnten sich derzeit nicht vom Homeoffice aus in das Datennetz einwählen.

Der Cyberangriff war am 14. August bekanntgeworden. Nach bisherigen Erkenntnissen flossen vom 7. bis zum 12. August Daten in großem Umfang ab. Wie zuerst der "Spiegel" berichtete, verlangen die Hacker ein Lösegeld von 30 Bitcoin, wenn ihrer Forderung bis zum nächsten Freitag nicht entsprochen wird und drohen damit, die Daten in dem Darknet genannten Teil des Internets zugänglich zu machen. Aktuell entsprechen 30 Bitcoin etwa zwei Millionen Euro.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News zum Thema "Kriminalität":

/roj/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.