Donald Trump: Trump geht mit See-Plan baden - "The Don" bloßgestellt bei Rockkonzert

Donald Trump will aus "Lake Ontario" den "Lake America" machen – doch Kanada hält lautstark dagegen. 16.000 Fans singen dem US-Präsidenten bei einem Rockkonzert in Toronto den alten Namen entgegen.

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Donald Trump benennt Lake Ontario um – Kanadier reagieren beim Blue-Rodeo-Konzert mit deutlicher Botschaft. (Foto) Suche
Donald Trump benennt Lake Ontario um – Kanadier reagieren beim Blue-Rodeo-Konzert mit deutlicher Botschaft. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump blamiert von Kanada-Band Blue Rodeo
  • Trump tauft See um – Kanada singt einfach dagegen
  • 16.000 Fans singen in Toronto demonstrativ "Lake Ontario"
  • Kanadas Politiker stellen sich ebenfalls gegen "Lake America"

Donald Trump wollte einen See umtaufen – Kanada antwortet mit einem Chor aus 16.000 Stimmen. Beim Konzert der legendären kanadischen Rockband Blue Rodeo in Toronto wurde der Streit um den Namen des Lake Ontario plötzlich zur großen patriotischen Gesangseinlage. Statt "Lake America" hallte aus dem Publikum immer wieder "Lake Ontario" durchs Stadion.

Donald Trump von Kanada-Band bloßgestellt

Die Kulisse passte perfekt. Wie "The Daily Beast" berichtet, fand das Konzert am Samstag im RBC Amphitheatre direkt am Ufer des Sees statt. Rund 16.000 Menschen waren dabei. Was eigentlich ein Rockkonzert sein sollte, wurde damit zu einer lautstarken Botschaft an den US-Präsidenten.

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Trump empört mit See-Plan – Kanadier reagieren beim Blue-Rodeo-Konzert mit deutlicher Botschaft

Kurz bevor Leadsänger Greg Keelor den Blue-Rodeo-Klassiker "Hasn't Hit Me Yet" von 1993 anstimmte, wandte er sich an die Zuschauer. In dem Song wird der See namentlich erwähnt.

Keelor deutete auf das Wasser hinter der Bühne und erklärte, dessen Name sei "ein wenig kontrovers" geworden. Anschließend forderte er die Fans auf, "mit voller Autorität und Besitzanspruch" zu singen – "für die leuchtenden Gewässer, die schon lange vor uns allen hier waren."

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Als die entscheidende Textzeile kam, brüllten die 16.000 Zuschauer gemeinsam "Lake Ontario". Danach brandete lautstarker Jubel auf.

Für zusätzlichen Nachdruck sorgte Keelors Bandkollege Jim Cuddy. Er fasste den Moment anschließend mit deutlichen Worten zusammen: "Das war erschütternd, Leute. Wir sind, wer wir sind, richtig? Scheiß drauf."

Der Auftritt hatte zudem eine persönliche Besonderheit: Für Greg Keelor war es sein 72. Geburtstag.

Trump benennt Lake Ontario in "Lake America" um

Der Hintergrund des Protests ist Trumps umstrittene Entscheidung, den Namen des Sees ändern zu lassen. Am 27. August unterzeichnete der US-Präsident eine entsprechende Executive Order. Darin wird die Umbenennung des bislang als Lake Ontario bekannten Gewässers in "Lake America" angeordnet.

Die Änderung gilt allerdings nicht automatisch weltweit. Google Maps zeigt den See für Nutzer in den USA inzwischen als "Lake America". In Kanada bleibt es bei "Lake Ontario", während außerhalb der beiden Länder beide Bezeichnungen angezeigt werden können.

Beim Blue-Rodeo-Konzert war die Sache ebenfalls eindeutig: Auf den Bildschirmen hinter der Bühne war weiterhin "Lake Ontario" zu lesen.

Die Fans machten daraus ihre eigene Antwort auf Trumps Vorstoß. Aufnahmen des gemeinsamen Gesangs verbreiteten sich anschließend in den sozialen Netzwerken. Blue Rodeo teilte ebenfalls Videos des besonderen Konzertmoments.

"Dieser See heißt Lake Ontario – heute und für immer" -Kanadas Politiker machen gegen Trump mobil

Auch auf politischer Ebene fällt die Antwort aus Kanada unmissverständlich aus. Ontarios Premierminister Doug Ford enthüllte am Samstag ein riesiges Schild mit der Aufschrift "Lake Ontario – Now and Always" am Ufer des Sees.

Ford machte dabei deutlich, dass Kanada Trumps neue Bezeichnung nicht übernehmen werde. Er erklärte: "Lange bevor es Präsident Trump gab, hieß dieser See Lake Ontario, und lange nachdem Präsident Trump weg ist, wird er immer noch Lake Ontario heißen."

Auch Kanadas Premierminister Mark Carney stellte sich hinter den traditionellen Namen. Er erklärte: "Dieser See heißt Lake Ontario – heute und für immer." Carney verwies zudem darauf, dass der Name mehr als 400 Jahre alt ist und damit sowohl der kanadischen Konföderation als auch der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vorausgeht.Zuvor hatte Trump Kanadas Regierungsbeamte in einer Wutrede als "fiese Menschen" betitelt.

Trump antwortet mit KI-Video statt Worten

Und auch die kanadische Protestwelle ließ derUS-Präsident nicht unkommentiert – allerdings verzichtete er auf Worte. Stattdessen veröffentlichte Trump am Samstag auf Truth Social ein mit künstlicher Intelligenz erstelltes Video. Darin ist zu sehen, wie er ein "Welcome to Lake Ontario"-Schild umtritt, es durch eines mit der Aufschrift "Welcome to Lake America" ersetzt und dazu zu "Y.M.C.A." von den Village People tanzt.

Die Gegenüberstellung könnte kaum größer sein: Auf der einen Seite 16.000 Menschen, die gemeinsam den historischen Namen eines Sees verteidigen – auf der anderen ein KI-generierter Tanzclip.

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