Donald Trump: Weil sie ihn kritisierte – Trump droht Journalistin mit Bestrafung

Donald Trump verschärft seinen Kampf gegen kritische Medien: Nach einem Bericht von NBC-Moderatorin Kristen Welker droht der US-Präsident der Journalistin nun sogar mit einer Beschwerde bei der Medienaufsicht FCC. Der Vorwurf: "absichtliche Ungenauigkeit".

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Weil sie ihn kritisierte: Trump geht auf NBC-Frau los. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump droht NBC-Moderatorin Kristen Welker mit einer Beschwerde bei der FCC
  • Auslöser ist ihre Einschätzung zu Trumps Erfolgen bei republikanischen Kandidaten
  • Der Streit reiht sich in Trumps zunehmenden Konflikt mit kritischen Medien ein

Donald Trump droht NBC-Moderatorin Kristen Welkermit der Medienaufsicht

Donald Trump macht ernst – zumindest mit der nächsten Attacke auf eine Journalistin. Der US-Präsident hat die NBC-Moderatorin Kristen Welker öffentlich ins Visier genommen und ihr Konsequenzen angedroht. Auf seiner Plattform Truth Social kündigte Trump an, Welker bei der Medienaufsichtsbehörde FCC anzeigen zu wollen.

Das steckt hinter Trumps radikaler Drohung

Der Grund für seine Wut: Die Moderatorin hatte in ihrer Sendung "Meet the Press" Trumps Bilanz bei der Unterstützung republikanischer Kandidaten für die kommenden Zwischenwahlen als "gemischte Ergebnisse" bezeichnet. Für Trump offenbar eine unerhörte Einschätzung, der die Moderatorin daraufhin als "unbeliebte Gastgeberin“ beschimpfte.

Trumps 98-Prozent-Märchen: Die Realität sieht anders aus

Besonders empfindlich reagiert Trump offenbar auf Kritik an seiner Rolle bei den republikanischen Vorwahlen. Der Präsident stellt seine Erfolgsbilanz bei den von ihm unterstützten Kandidaten als nahezu makellos dar.

Nach eigener Darstellung liegt seine Erfolgsquote bei 98 Prozent, bei den von ihm unterstützten Senatskandidaten sogar bei 100 Prozent. "Ohne Frage die stärkste Unterstützung in der Geschichte der Politik", prahlte er auf Truth Social.

Die tatsächliche Bilanz fällt allerdings weniger beeindruckend aus. Vier von Trump unterstützte Kandidaten für das Gouverneursamt scheiterten bereits bei der Nominierung. Im Juli mussten zudem zwei weitere Kandidaten, die auf Trumps Unterstützung zählen konnten, Niederlagen in ihren Vorwahlen zum Kongress hinnehmen.

Welkers Formulierung von den "gemischten Ergebnissen" trifft damit einen wunden Punkt.

Trump und Kristen Welker liegen seit Monaten im Clinch

Der aktuelle Angriff kommt nicht aus dem Nichts. Bereits im Juni hatte Trump ein Interview mit Welker vorzeitig beendet. Laut "Raw Story" hatte sich der Präsident dabei zunehmend über die Fragen der NBC-Journalistin geärgert.

Auch gegen ihren Arbeitgeber schoss Trump wiederholt scharf. NBC bezeichnete er bereits damals als "einseitiges, korruptes Netzwerk". Der neue FCC-Vorstoß verschärft den Konflikt nun noch einmal. Ob die Medienaufsicht tatsächlich gegen Welker vorgehen wird, ist offen.

Trumps systematischer Feldzug gegen kritische Medien

Der Fall Welker steht nicht isoliert da. Die Trump-Regierung geht auf breiter Front gegen Medien vor, die sie als zu kritisch oder politisch links einstuft. Mehrere große Zeitungen – darunter das "Wall Street Journal" und die "New York Times" – sehen sich mit Klagen des Präsidenten konfrontiert. Gleichzeitig ordnete Trump Kürzungen der staatlichen Mittel für öffentliche Sender an.

Auch auf behördlicher Ebene wächst der Druck: Das Pentagon und das FBI verschärften unter Trumps Führung ihre Einschränkungen für Journalisten. Besonders brisant ist die Rolle der FCC selbst. Unter der Leitung von Trump-Vertrautem Brendan Carr drohte die Medienaufsichtsbehörde Sendern bereits offen mit dem Entzug ihrer Lizenzen – ein Instrument, das in der amerikanischen Medienlandschaft als nukleare Option gilt.

Medien setzen sich gegen Trump zur Wehr

Doch der wachsende Druck auf die Medien bleibt nicht unbeantwortet. Mehrere Sender haben inzwischen juristische Schritte gegen die FCC eingeleitet und stützen sich dabei auf den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung, der die Pressefreiheit garantiert. Die Klagen zielen darauf ab, die Drohgebärden der Behörde als verfassungswidrig einzustufen.

Trump sieht sich als Opfer einer Medienkampagne

Trump selbst machte unterdessen deutlich, dass er Welker keineswegs als Einzelfall betrachtet. "Die radikale linke Presse tut alles, um alles, was 'TRUMP' ist, zu belästigen, herabzusetzen und zu verleumden", schrieb er auf Truth Social. Ihre "neue Waffe" bestehe darin, seine angeblich beispiellose Erfolgsquote bei Kandidatenunterstützungen kleinzureden. Ob die FCC tatsächlich tätig wird, bleibt abzuwarten.

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